Jubeln die Profis des SV Werder Bremen am Saisonende auch gemeinsam über den Klassenerhalt? US-Statistiker Nate Silver glaubt ja.
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Jubeln die Profis des SV Werder Bremen am Saisonende auch gemeinsam über den Klassenerhalt? US-Statistiker Nate Silver glaubt, ja.

So bleibt Werder drin

Klassenerhalt als Tabellenzwölfter? US-Statistiker sagt Werder Bremens Klassenerhalt voraus

Bremen – Anders als in der vergangenen Zweitliga-Saison ist das Ziel des SV Werder Bremen nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga dieses Mal von Beginn an klar definiert – es lautet: Klassenerhalt. Und geht es nach dem renommierten Statistiker und US-Journalisten Nate Silver, dann sollte es mit dem Ligaverbleib im Oberhaus auch klappen.

Wie eine Grafik auf der Homepage von Silvers Nachrichtenmagazin „FiveThirtyEight“ zeigt, wird der SV Werder Bremen am Ende der Saison 2022/2023 mit 42 Punkten und einem Torverhältnis von -8 Treffern als Tabellenzwölfter sein Ziel erreichen. Direkt absteigen werden laut Silvers Berechnungen dagegen Werders kommender Gegner FC Augsburg, als 17. mit 31 Punkten, und der VfL Bochum als Schlusslicht mit lediglich 29 Zählern. Mitaufsteiger Schalke 04 soll die laufende Bundesliga-Spielzeit demnach mit 34 Punkten auf dem Relegationsplatz abschließen.

Schafft der SV Werder Bremen den Klassenerhalt? US-Statistiker Nate Silver sagt Ligaverbleib voraus

Unrealistisch erscheint das Szenario Klassenerhalt für den SV Werder Bremen nach dem guten Saisonstart mit acht Punkten an den ersten fünf Spieltagen aktuell nicht zu sein. Dennoch müssen die Bremer bis zum Erreichen des erklärten Ziels natürlich noch weiter fleißig punkten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Werder am Ende der Saison absteigt, beträgt laut Silvers Rechenmodell übrigens elf Prozent. Höher sei die Abstiegswahrscheinlichkeit nur beim VfB Stuttgart (16 Prozent), dem VfL Wolfsburg (19 Prozent), Hertha BSC (26 Prozent), Schalke 04 (33 Prozent), dem FC Augsburg (46 Prozent) sowie dem VfL Bochum (53 Prozent).

Wem das jetzt zu weit geht, der sei daran erinnert, dass Nate Silver bereits Prognosen für die vergangene Zweitliga-Saison abgegeben und errechnet hatte. Damals orakelte er, dass Werder Bremen mit 59 Punkten als Meister aufsteigen würde. Auf den Plätzen zwei und drei folgten in seinen Berechnungen Schalke 04 (58 Zähler) und der HSV (53). Zwar wurde das Team von Coach Ole Werner tatsächlich „nur“ Zweiter mit 63 Punkten, schaffte den Aufstieg aber trotzdem. Silvers Vorhersage war also gar nicht so weit weg von der Realität. Schließlich stieg auch Meister Schalke auf und der HSV landete tatsächlich auf dem Relegationsrang.

Klassenerhalt? Eine Werder Bremen-Prognose von Nate Silver ging mächtig in die Hose

Dass die Prognosen des 44-Jährigen oft mit der Realität übereinstimmen, liegt an einem Algorithmus, den er selbst entwickelt hat. In diesen fließen viele verschiedene Faktoren mit ein - wie zum Beispiel die sogenannten „Expected Goals“, Marktwerte oder Spieldaten. Nach jedem Spieltag werden die Statistiken neu berechnet, die Wahrscheinlichkeiten verändern sich also regelmäßig. Wenn ein erfolgreicher Statistiker wie Nate Silver den Klassenerhalt der Grün-Weißen in dieser Saison für wahrscheinlich hält, darf das wohl zumindest als gutes Omen gewertet werden.

Hundertprozentig verlassen kann man sich darauf deshalb natürlich nicht. Denn dass Silver mit seinen Berechnungen auch mal komplett daneben liegen kann, lässt sich ironischerweise ausgerechnet am Beispiel des SV Werder Bremen bestens veranschaulichen. Nach dem 2:0-Sieg bei Arminia Bielefeld am 24. Spieltag der zuvor letzten Bremer Bundesliga-Saison 2020/2021 bezifferte Silvers Modell die Abstiegswahrscheinlichkeit der Grün-Weißen auf nur noch ein Prozent. Der Ausgang ist bekannt. (mwi)

US-Statistiker prognostiziert Klassenerhalt des SV Werder Bremen - Das ist Nate Silver:

Zur Person: Der US-Amerikaner arbeitet als Journalist und Autor und hat sich auf den Bereich der statistischen Analyse spezialisiert. Erstmals öffentlich in Erscheinung trat Silver im Jahr 2007, als er unter dem Pseudonym „Poblano“ damit begann, Analysen und Prognosen zur US-Präsidentschaftswahl 2008 zu veröffentlichen. In 49 der 50 US-Bundesstaaten sagte sein Modell den Wahlausgang tatsächlich korrekt voraus. Bei den Wahlen zum US-Senat waren sogar alle 35 Sitze richtig. Das brachte Nate Silver weltweite Aufmerksamkeit ein. Auch im Baseball sind seine Prognosen heiß begehrt. Dort hat er das Rechenmodell „Pecota“ aufgestellt, mit dem sich sehr exakt die Entwicklung eines jungen Talents in den weiteren Jahren berechnen lässt. Viele Teams schwören auf dieses Programm, zahlen dafür viel Geld und richten ihre Transfer-Strategie darauf aus.
 

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