Ein strittiger Elfmeter hat Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt auf die Verliererstraße gebracht.
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Ein strittiger Elfmeter hat Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt auf die Verliererstraße gebracht.

Die Gretchenfrage des Fußballs

„Damit kann ich schwer leben“ - Warum sich Werder über VAR und Eintracht-Elfmeter so aufregt

Frankfurt – Schon nach der zweiten Frage zum Thema hatte Trainer Florian Kohfeldt keine Lust mehr. „Ich habe alles dazu gesagt“, erklärte er grimmig, und es war ihm anzusehen, dass er durchaus mehr über den Elfmeter, der seinen SV Werder Bremen im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Eintracht Frankfurt (0:2) auf die Verliererstraße gebracht hatte, hätte diskutieren können.

Er wollte aber schlicht nicht. Grund: Nase voll von VAR-Entscheidungen und fragwürdigen Elfmetern gegen sein Team. Das wiederum hatte der Coach zuvor recht deutlich zum Ausdruck gebracht.

Es ging um das Handspiel von Ludwig Augustinsson in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Niemand im Stadion hatte es im Moment des Luftkampfs mit Frankfurts Timothy Chandler registriert – nicht Schiedsrichter Felix Zwayer, nicht die Frankfurter Spieler oder die Bank der Eintracht, auch nicht die Zuschauer - nur Augustinsson selbst wusste genau, was passiert war.

Werder Bremen hadert mit VAR: Wann ist eine Fehlentscheidung klar?

„Meine Hand ist ein bisschen zu hoch, und der Ball berührt meine Hand. Danach ging es weiter und ich dachte: Vielleicht ist ja nichts. Dann kam Minuten später der Videobeweis, das war kein schöner Moment. Aber was soll ich sagen? Am Ende war es ein Elfmeter. Ich habe ja gespürt, dass der Ball meine Hand berührt hat“, schilderte der Schwede die Situation mit großer Ehrlichkeit.

Für seine Chefs war die Sache allerdings gar nicht so klar wie für den Übeltäter selbst. Handspiel ja – aber diese unstreitbare Tatsache genügte weder Florian Kohfeldt noch Sportchef Frank Baumann, um die nachträgliche Elfmeter-Entscheidung durch Schiedsrichter Felix Zwayer klaglos zu akzeptieren. Sie stellten stattdessen die neue Gretchenfrage der Regelkunde. Sie lautet: Wann ist eine Fehlentscheidung klar?

Werder Bremen im DFB-Pokal: VAR schnüffelt verborgenem Handspiel nach

Der Video-Assistant-Referee (VAR) war nämlich mal erfunden worden, um nur die klaren Fehler eines Feldschiedsrichters zu korrigieren. Er soll aber eigentlich nicht im Stile eines Fußball-Detektivs verborgenen Fouls und Handspielen nachschnüffeln. Daran entzündete sich am Mittwochabend die Kritik von Werder Bremen. Denn eigentlich war schon alles erledigt gewesen, ehe der Kölner Keller bei Zwayer anklingelte.

„Niemand im Stadion wusste, was los war. Nach der achten und neunten Wiederholung konnte man sehen, dass Ludde mit der Hand am Ball war“, sagte Kohfeldt nach Werders DFB-Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt und meinte damit, dass die Wahrnehmung aller im Stadion klar gewesen war, das Spiel deshalb besser hätte weiterlaufen sollen: „Ich bin ein großer Fan davon, dass der Schiedsrichter auf dem Platz entscheidet.“

Werder Bremen scheidet nach strittigem Elfmeter aus DFB-Pokal aus - schon wieder

Und Baumann argumentierte, dass es eben keine klare Fehlentscheidung von Zwayer gewesen sei: „Klar, der Ball ging an die Hand. Aber Ludde wollte definitiv nicht den Ball spielen mit der Hand, sondern eher den Gegner weghalten. Es war eine sehr unglückliche Szene aus meiner Sicht. Es passt ins Bild unserer Saison.“

Und es passt ins Bild der jüngsten Bremer Pokalhistorie. Im Vorjahr waren die Bremer im Halbfinale gegen den FC Bayern München ausgeschieden, weil eine sehr strittige Elfmeterentscheidung eben nicht per Videobeweis überprüft worden war. Kohfeldt wollte daran „ausdrücklich erinnern“. Denn: „Da habe ich gesagt: Wenn der Schiedsrichter einen Fehler macht und es sich nicht anguckt, kann ich damit leben. Mit so etwas wie jetzt kann ich dagegen schwer leben.“ Und damit war aus seiner Sicht dann auch alles gesagt. (csa)

Fotostrecke: Silva und Kamada kegeln Werder aus dem Pokal

Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt
Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt © dpa
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Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt © gumzmedia
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