Es war die Szene, die in der Partie des SV Werder Bremen gegen Mainz 05 für reichlich Gesprächsstoff sorgte: Der VAR greift ein, die Gastgeber bekommen ihren Ausgleichstreffer aberkannt.
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Es war die Szene, die in der Partie des SV Werder Bremen gegen Mainz 05 für reichlich Gesprächsstoff sorgte: Der VAR greift ein, die Gastgeber bekommen ihren Ausgleichstreffer aberkannt.

VAR-Ärger nach Mainz-Pleite

Diskussion um das nicht gegebene Werder-Tor gegen Mainz 05: DFB verteidigt VAR-Entscheidung

Bremen – Die Geschichte vom Glück und Pech wollte niemand bemühen. Eigentlich nicht. Denn die 0:1-Niederlage gegen Mainz 05 hatte für den SV Werder Bremen eine dermaßen große negative Wucht, dass über eine falsche Schiedsrichterentscheidung zu reden, wie die Suche nach einer schwachen Erklärung, einer Ausflucht erschienen wäre. Dennoch konnten die Chefs des SV Werder es sich nicht verkneifen, die Szene aus der 44. Minute zum Thema zu machen. Denn: Zum zweiten Mal nach dem 1:1 beim 1. FC Köln fühlten sie sich bei der Bewertung von Aktionen gegen einen Torhüter benachteiligt.

In Köln, es war der 24. Spieltag gewesen, war der Ausgleich des FC gegeben worden, obwohl Werder-Torhüter Jiri Pavlenka im Kampf um den Ball angegangen worden war. Gegen Mainz 05 wurde Werder Bremen wiederum der vermeintliche Ausgleich durch Josh Sargent aberkannt, weil sich Kevin Möhwald zuvor gegen 05-Schlussmann Robin Zentner regelwidrig eingesetzt haben soll. So entschied es Schiedsrichter Marco Fritz – jedoch erst auf Hinweis des Video-Assistenten.

„Ich kann das absolut nicht nachvollziehen“, zürnte Werder-Sportchef Baumann anschließend und fragte sich, warum sich Felix Zwayer als der Mann aus dem Kölner Keller überhaupt gemeldet hatte. Schließlich habe keine klare Fehlentscheidung von Fritz vorgelegen. Was in der Tat stimmte. Die Partie laufen, das Tor also zählen zu lassen, wäre absolut vertretbar, ja sogar die bessere Entscheidung gewesen. „Wenn selbst der Schiedsrichter in der Halbzeitpause zu mir sagt, dass man es so sehen kann, dass es keine klare Fehlentscheidung von ihm war, dann habe ich den Sinn des Video-Schiedsrichters nicht verstanden“, sagte Baumann.

Werder Bremen: DFB verteidigt VAR-Eingriff und hält aberkanntes Tor gegen Mainz 05 für korrekte Entscheidung

Während Mainz’ Keeper Zentner darauf hinwies, dass Möhwald ihn leicht an der rechten Hand berührt hatte, äußerte sich Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt überraschend ruhig über die Szene. „Ich mache da jetzt kein großes Fass auf“, sagte der 38-Jährige, erneuerte aber seine Bitte, solche Szenen nicht vom VAR überprüfen zu lassen. „Entscheidet und nehmt es wahr auf dem Platz“, forderte Kohfeldt – und betonte: „Der Videobeweis soll eine Gerechtigkeit über alle Plätze schaffen – das ist der Anspruch.“ Und den sah der Bremer Coach am Mittwochabend nicht erfüllt. Für ihn schaffe der VAR lediglich eine „Scheingerechtigkeit“, die für Diskussionen sorge.

Natürlich sorgte die Szene in den Internetforen für Gesprächsstoff – gerade weil der Vergleich mit der Aktion in Köln so naheliegend war. Peter Gagelmann, ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter aus Bremen, hatte sich damals klar positioniert und das Kölner Tor durch Jonas Hector für korrekt erklärt. Und weil er damals A gesagt hat, sagt er jetzt auch B. „So wie ich die Bilder gesehen haben, war der Bremer Treffer korrekt. Der Ball war frei, ich habe kein Foul von Möhwald gesehen“, erklärte er. Am Donnerstagnachmittag äußerte sich dann auch der Deutsche Fußball-Bund zu der Szene und stellte sich vor Schiedsrichter Fritz. Möhwald habe Zentner gegen die Hand getreten, was als Foul zu werten gewesen sei. Deshalb sei „der Aspekt der Ballkontrolle nachrangig“, so der DFB auf Twitter. (dco/csa) Auch interessant: Die Stimmung kippt - Werder Bremen-Fans wüten im Netz

Zur letzten Meldung vom 21. April 2021:

„Ich kann das nicht nachvollziehen“: Video-Schiedsrichter sorgt bei Werder Bremen für Verwunderung

Bremen – Dass diese 0:1-Niederlage gegen Mainz 05 ein herber Wirkungstreffer für Werder Bremen gewesen ist, dürfte allen Beobachtern sofort klar gewesen sein. Allerspätestens nach dem Auftritt von Frank Baumann am Sky-Mikrofon bestand kein Zweifel mehr: Werder ist angeschlagen, schwer angeschlagen.

Der Sportchef rang regelrecht um die richtigen Worte und hatte vor allem eine Szene noch lange nicht verdaut – die Szene, in der Werder Bremen ein Tor erst zugesprochen und dann doch wieder aberkannt worden war. „Ich kann das absolut nicht nachvollziehen“, sagte Baumann über den Moment aus der 44. Minute. Nach einem Bremer Eckball hatte Kevin Möhwald dem Mainzer Torhüter Robin Zentner den Ball zwischen den geöffneten Armen weg getreten, woraufhin das 1:1 durch Josh Sargent fiel. Dachten zumindest alle, ehe der Video-Schiedsrichter Felix Zwayer eingriff und Marco Fritz den Treffer zurücknahm.

Dass sich der Mann aus dem Kölner Keller überhaupt meldete, konnte Baumann nicht nachvollziehen. Schließlich habe keine klare Fehlentscheidung von Fritz vorgelegen. Was in der Tat stimmte. Die Partie laufen, das Tor also zählen zu lassen, wäre absolut vertretbar, ja sogar die bessere Entscheidung gewesen. „Wenn selbst der Schiedsrichter in der Halbzeitpause zu mir sagt, dass man es so sehen kann, dass es keine klare Fehlentscheidung von ihm war, dann habe ich den Sinn des Video-Schiedsrichters nicht verstanden“, sagte Baumann.

Werder Bremen gegen Mainz 05: Florian Kohfeldt mit einer Bitte an den VAR

Während Mainz' Keeper Zentner darauf hinwies, dass Möhwald ihn leicht an der rechten Hand berührt hatte, äußerte sich Werders Trainer Florian Kohfeldt überraschend ruhig über die Szene. „Ich mache da jetzt kein großes Fass auf“, sagte der 38-Jährige, erneuerte aber seine Bitte, solche Szenen nicht vom VAR überprüfen zu lassen. „Entscheidet und nehmt es wahr auf dem Platz“, forderte Kohfeldt – und betonte: „Der Videobeweis soll eine Gerechtigkeit über alle Plätze schaffen – das ist der Anspruch.“ Und den sah der Bremer Coach am Mittwochabend nicht erfüllt. (dco) Auch Interessant: VAR-Ärger bei bitterer Niederlage gegen Mainz - Werder Bremen rutscht tief in den Abstiegskampf - der Spielbericht. Und: Florian Kohfeldt hat seine Chance nicht genutzt - ein Kommentar zur Werder-Krise.

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