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Das Weserstadion von Werder Bremen wird zum „Wohninvest Weserstadion“.

Bremer Weserstadion bekommt neuen Namen

Nur fünf Vereine kassieren mehr als Werder Bremen für verkaufte Stadion-Namen

Bremen – Werder Bremen steht unmittelbar davor, die Namensrechte am Weserstadion an die Immobilienfirma Wohninvest Holding GmbH zu verkaufen, die aus der Arena das Wohninvest Weserstadion machen will.

Mit dem geplanten Geschäft macht sich Werder Bremen bei seinen Fans zwar nicht unbedingt beliebt, befindet sich innerhalb der Bundesliga aber in bester Gesellschaft – und reiht sich mit drei Millionen Euro, die der bis 2029 laufende Deal jährlich einbringen soll, in die Spitzengruppe ein. Nur fünf Clubs kassieren mehr als Werder Bremen (siehe Tabelle unten).

Vergleich mit Werder Bremen: Allianz Arena bringt FC Bayern 6 Millionen Euro

Von den 18 Vereinen, die in der vergangenen Saison zu Deutschlands Fußball-Eliteklasse zählten, haben bis auf Hertha BSC (Olympiastadion) und Borussia Mönchengladbach (Borussia-Park) alle ihren Stadion-Namen an ein Unternehmen abgetreten, um damit Jahr für Jahr hohe Einnahmen zu erzielen. Ganz oben an der Spitze steht – wie sollte es auch anders sein? – der Rekordmeister, der FC Bayern München, der vom Versicherer Allianz jährlich sechs Millionen Euro kassiert, damit das Stadion Allianz-Arena heißt. Viel Geld ist das, mit dem die Münchner zudem noch sehr lange planen können: Der Vertrag mit der Allianz läuft bis zum Jahr 2041. 

Auch der FC Schalke 04 (Veltins-Arena) bekommt von der Brauerei C.&A. Veltins GmbH & Co. KG jährlich sechs Millionen Euro überwiesen. Bis 2027 ist die Zusammenarbeit fixiert. Jährliche Zahlungen, feste Laufzeiten – ein Geschäft dieser Art haben die meisten Vereine abgeschlossen, auch zwischen Werder Bremen und Wohninvest wird es ab dem 1. Juli offiziell so laufen. Es geht allerdings auch anders, wie die Beispiele VfB Stuttgart und 1. FC Nürnberg zeigen.

Stadion-Name verkauft: Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena im Vergleich mit Werder Bremen

Die Heimspielstätte der Stuttgarter wurde bereits im Sommer 2008 umbenannt. Aus dem Gottlieb-Daimler-Stadion wurde damals die Mercedes-Benz-Arena. Im Zuge des Umbaus des Stadions hatte sich der große Automobilhersteller die Namensrechte für 30 Jahre (also bis 2038) gesichert und zahlte dafür einmalig 20 Millionen Euro. Heißt: Pro Jahr bringt der Deal den Schwaben rund 700 000 Euro ein - also deutlich weniger als Werder Bremen.

Lest hier die ganze Geschichte: Werder Bremen hat die Namensrechte vom Weserstadion verkauft.

Paint lässt grüßen - Netzreaktionen zum neuen Stadion-Logo und Wohninvest

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Für bundesweites Aufsehen sorgte im Sommer 2017 die Umbenennung der Nürnberger Arena in „Max-Morlock-Stadion“ – zu Ehren des Weltmeisters von 1954, der beim Club aus Franken eine Vereinslegende ist. Hinter dem Geschäft, das die Fan-Herzen höher schlagen ließ, steckte eine Werbe-Aktion der Consorsbank, die sich die Namensrechte bis 2020 gesichert hatte, allerdings auf ein klassisches Namens-Sponsoring verzichtete. 

Stattdessen rief das Geldinstitut zu einer Crowdfunding-Aktion auf, bei der Fans und Unterstützer unter anderem exklusive Fanartikel oder Namensschilder am Stadion erwerben konnten. 800.000 Euro wollte die Bank damit erwirtschaften, am Ende kamen aber nur 330.000 Euro zusammen. Die restlichen 2,4 Millionen Euro, die für die Namensrechte fällig geworden waren, zahlte die Bank selbst. Ein durchaus vergleichbares Modell hatte es bis Sommer 2018 auch bei Werder Bremen gegeben. Der Energieversorger EWE hielt die Namensrechte am Weserstadion, machte von ihnen aber keinen Gebrauch.

Anders als bei Werder Bremen: Unbefristete Verträge bei Bayer 04 und VfL Wolfsburg

Weitere Sonderfälle in der Bundesliga finden sich bei den Werksvereinen Bayer 04 Leverkusen (BayArena) und VfL Wolfsburg (VW-Arena), wo der jeweilige Stammkonzern und Namensgeber die Rechte unbefristet hält und jeweils 2,5 Millionen Euro pro Jahr für sie zahlt.

Und was sagen die Hardcore-Fans zum Millionen-Deal? Viele Anhänger sind mit der Wahl des Partners nicht glücklich. Die Ultras rund um Werder Bremen schlagen Alarm wegen des neuen Namens für das Weserstadion und die Werder-Fans planen jetzt sogar eine Demo gegen den Verkauf der Namensrechte am Weserstadion.

Übersicht der Einnahmen durch den Verkauf von Stadien-Namen in der Bundesliga: Werder auf Platz sechs

1. Bayern München (Allianz Arena) , 6,00 Mio. Euro, Laufzeit bis 2041

FC Schalke 04 (Veltins Arena), 6,00 Mio. Euro, Laufzeit bis 2027

3. Borussia Dortmund (Signal Iduna Park), 5,80 Mio. Euro, Laufzeit bis 2026

4. 1899 Hoffenheim (PreZero Arena), 4,50 Mio. Euro, Laufzeit bis 2024 (plus Option auf drei weitere Jahre)

5. Fortuna Düsseldorf (Merkur Spiel-Arena), 3,75 Mio. Euro, Laufzeit bis 2028

6. Werder Bremen (Wohninvest Weserstadion), 3,00 Mio. Euro, Laufzeit bis 2029

Eintracht Frankfurt (Commerzbank Arena), 3,00 Mio. Euro, Laufzeit bis 2020

Hannover 96 (HDI Arena), 3,00 Mio. Euro, Laufzeit bis 2020 (plus Option auf drei weitere Jahre)

9. 1. FSV Mainz 05 (Opel Arena), 2,50 Mio. Euro, Laufzeit bis 2021

Bayer 04 Leverkusen (BayArena), 2,50 Mio. Euro, Laufzeit unbefristet

VfL Wolfsburg (VW-Arena), 2,50 Mio. Euro, Laufzeit unbefristet

12. FC Augsburg (WWK-Arena), 1,70 Mio. Euro, Laufzeit bis 2030

13. 1. FC Nürnberg (Max-Morlock-Stadion), 800 000 Euro, Laufzeit bis 2020

14. VfB Stuttgart (Mercedes-Benz Arena), 700 000 Euro, Laufzeit bis 2038

15. SC Freiburg (Schwarzwaldstadion), 500 000 Euro, Laufzeit bis 2019

16. RB Leipzig (Red-Bull-Arena), 300 000 Euro, Laufzeit bis 2040

Hertha BSC (Olympiastadion) nicht verkauft

Bor. Mönchengladbach (Borussia-Park) nicht verkauft

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