Ole Werner, Trainer des SV Werder Bremen, muss wegen mehrerer Ausfälle die Abwehr umbauen.
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Ole Werner, Trainer des SV Werder Bremen, muss wegen mehrerer Ausfälle die Abwehr umbauen.

Werder-Ausfälle vor Darmstadt-Spiel

Lücken in der letzten Reihe: Wie Trainer Ole Werner Werders Verteidigung neu plant

Bremen – Es ging um die Abwehr, fast die gesamte Zeit über, was angesichts der aktuellen Personalsituation des SV Werder Bremen auch kein großes Wunder war. Schließlich – so jedenfalls dachten es am Dienstagmittag während einer Medienrunde die teilnehmenden Journalisten und auch Cheftrainer Ole Werner – würden den Bremern im kommenden Heimspiel gegen Darmstadt 98 in Kapitän Ömer Toprak und Marco Friedl gleich zwei Stammspieler fehlen. Was fraglos eine empfindliche Schwächung darstellt. Werner sprach von einem „Knüppel, der uns zwischen die Beine fliegt“, um dann trotzig-entschlossen zu betonen: „Wir müssen jetzt das Bestmögliche aus dieser Situation machen.“ Das Problem: Wie sehr sich besagte Situation nur wenige Stunden später zusätzlich noch verschlechtern sollte, konnte der 33-Jährige da noch nicht wissen.

Mitchell Weiser erleidet Muskelbündelriss“ – mit dieser Zeile war die Meldung überschrieben, die Werder Bremen um 14.36 Uhr öffentlich machte, garniert mit dem Zusatz: „Außenbahnspieler wird mehrere Wochen fehlen.“ Womit Ole Werners Personalpuzzle, das er nun erstmals vor dem Spiel gegen den SV Darmstadt 98 zu lösen hat, definitiv einen noch höheren Schwierigkeitsgrad erreicht. In Ömer Toprak und Marco Friedl hatte der Ausfall von zwei Dritteln der Dreierkette bereits festgestanden. Durch Mitchell Weiser, der sich in den vergangenen Wochen auf dem rechten Flügel festgespielt hatte, fehlt nun auch einer jener Profis, die aus der Abwehrformation bei gegnerischem Ballbesitz eine Fünferkette machen.

Werder Bremen: Nach Ömer Toprak und Marco Friedl fällt in Mitchell Weiser der dritte Verteidiger aus

„Was soll ich jetzt darüber jammern? Es macht die Sache nicht leichter, aber wir werden am Samstag trotzdem eine Gruppe auf den Platz schicken, die in der Lage ist, ein Spiel zu gewinnen“, sagte Ole Werner am Nachmittag über Weisers Verletzung, die sich der 27-Jährige während der 1:2-Pleite in Heidenheim zugezogen hatte, die allerdings erst im Nachgang festgestellt worden war.
Mitchell Weiser war von Werner nach 84 Minuten zwar ausgewechselt worden, allerdings nicht aus gesundheitlichen, sondern aus taktischen Gründen, wie der Trainer des SV Werder Bremen erklärte: „Ich wollte in Eren Dinkci einen offensiven Spieler für die Schlussphase bringen.“ Erst auf der Rückreise und während des nächsten Tages seien bei Weiser Schmerzen aufgetreten. Die endgültige Diagnose „Muskelbündelriss“ gab es dann am Dienstag von Mannschaftsarzt Dr. Daniel Hellermann. Werner hatte während der Medienrunde am Mittag noch auf deutlich bessere Nachrichten aus der medizinischen Abteilung gehofft. Vergeblich. Schon gelesen? Die Not ist groß in der Abwehr des SV Werder - kriegt das Talent Fabio Chiarodia jetzt seine Chance? Das sagt Trainer Ole Werner!

Bisher war der Trainer während seiner Zeit in Bremen vom Verletzungspech nahezu vollständig verschont geblieben, was einen gewichtigen Teil zu Werders starker Serie beitrug, die das Team zeitweilig bis an die Spitze der 2. Bundesliga beförderte. Von seinen bisher elf Partien als Werder-Trainer schickte Ole Werner neun Mal die Dreierkette Friedl, Toprak und Milos Veljkovic von Beginn an auf den Platz. Lediglich vor dem 2:1-Erfolg des SV Werder Bremen in Rostock (weil Veljkovic Leistenprobleme hatte) sowie jüngst in Heidenheim (weil Toprak schon an der Wade verletzt war) hatte er seine Startelf in der Defensive umstellen müssen. Während des Heidenheim-Spiels zog sich Friedl dann eine Hüftprellung und eine Bauchmuskelverletzung zu. Und Mitchell Weiser eben jenen Muskelbündelriss, über den Werner sagte: „Das ist nicht in zwei Wochen erledigt.“

Werder Bremen: Trainer Ole Werner setzte in neun seiner elf Partien auf dieselben Spieler in der Dreierkette

Angesichts der Tatsache, dass nun gleich drei Spieler aus der Stammbesetzung der Abwehrreihe gegen Darmstadt 98 fehlen, stellt sich die Frage, ob Ole Werner an seinem bevorzugten 3-5-2-System mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette festhält, oder doch auf Viererkette umstellt. „Wir sind nicht für immer darauf festgelegt, im 3-5-2 zu spielen“, hatte er am Mittag vor der Nachricht zu Mitchell Weiser gesagt. In den vergangenen Wochen hatten Personal und System allerdings sehr gut zueinander gepasst, hatten sich regelrecht gefunden. „Jetzt müssen wir uns in der Frage natürlich Gedanken machen“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen.

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Sollte Ole Werner gegen den SV Darmstadt 98 an der Dreier-/Fünferkette festhalten, dürften Anthony Jung, Milos Veljkovic und Nicolai Rapp die Innenverteidigung bilden, flankiert von den Außenspielern Felix Agu (links) und Weiser-Ersatz Manuel Mbom (rechts). Normalerweise wäre Agu bei Werder Bremen erste Wahl für die Weiser-Rolle gewesen, nur wird der 21-Jährige seit dem Friedl-Ausfall als Vertreter von Jung auf links gebraucht, weil der wiederum für Friedl in die Mitte rücken muss. Ganz schön kompliziert. Und, sollte es denn so kommen, in dieser Besetzung auch ganz schön unerprobt.

Werder Bremen: Ole Werner muss seine Abwehr umbauen - und könnte Nicolai Rapp zum Innenverteidiger umfunktionieren

Immerhin hätte diese Variante aber den Vorteil, dass die Mannschaft gegen den SV Darmstadt 98 im gewohnten System weiterspielen könnte. Sollte Ole Werner stattdessen mit vier Verteidigern in einer Reihe planen, dürften diese Felix Agu, Anthony Jung, Milos Veljkovic und Manuel Mbom heißen. In die Karten schauen lassen wollte sich der Trainer des SV Werder Bremen bei seinen Abwehrplänen wenig überraschend nicht. „Es ist unsere Aufgabe, eine Lösung zu finden, die am Wochenende funktioniert“, sagte er nur – und präzisierte zumindest, was für jeden einzelnen Profi im Kader Teil dieser Aufgabe ist: „Es wird jetzt auf alle ankommen, sich entscheidend in die Gruppe einzubringen. Nicht nur auf die erfahrenen Spieler.“ Nur so ließe sich den Ausfällen der drei Leistungsträger Toprak, Friedl und Weiser auf und neben dem Platz begegnen.

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Dass Werder Bremen auch nach der Länderspielpause weiterhin auf diese Spieler verzichten muss, ist bereits sicher. Im schlimmsten Fall könnte es sogar mit einer Rückkehr vor dem Saisonende eng werden. Läuft es ganz blöd, könnten zum großen Abwehrpuzzle in den kommenden Wochen zudem noch weitere Teile hinzukommen. Anthony Jung steht aktuell bei vier Gelben Karten, also kurz vor einer Sperre – ebenso wie der defensive Mittelfeld-Abräumer Christian Groß. Milos Veljkovic wurde bisher drei Mal verwarnt. (dco)

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