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Was hat es mit der Verletzungsmisere beim SV Werder Bremen auf sich? Chefcoach Florian Kohfeldt ist auf der Suche nach Antworten.

Werder Bremen & die Verletzten

Mysteriöse Verletzugsmisere beim SV Werder Bremen: Wie Florian Kohfeldt damit umgeht

Nun sind es also schon acht verletzte Spieler, auf die Werder Bremen aktuell und zum Teil für noch sehr lange Zeit verzichten muss: Kevin Möhwald, Milot Rashica, Ömer Toprak, Ludwig Augustinsson, Sebastian Langkamp, Milos Veljkovic, Philipp Bargfrede und Fin Bartels.

Ausschließlich Namen, die sich auch in der Startaufstellung des SV Werder Bremen nicht schlecht lesen würden. Sie alle fehlen aber, und die Misere nimmt so langsam mysteriöse Züge an. Was steckt hinter der Serie an Ausfällen? Gibt es einen tieferen Grund dafür, dass sich Muskel-, Knie- und sonstige Verletzungen zu einem großen Unheil vermengen?

Werder Bremens Cheftrainer Florian Kohfeldt stellt sich diese Fragen natürlich auch. Und er stellt sie sich nicht allein. Gemeinsam mit seinem Trainerteam und dem medizinischen Personal wird darüber gegrübelt, warum derzeit ein Profi nach dem anderen bei Werder Bremen ausfällt. „Wir betrachten jeden Einzelfall sehr detailliert und hinterfragen extrem kritisch, ob externe Faktoren oder die Trainingssteuerung Einfluss darauf haben“, sagt Kohfeldt. Aber offenbar hat die Forschung nichts erbracht, was zu großen Veränderungen oder Umstrukturierungen in der Alltagsarbeit bei Werder Bremen führen würde. Jedenfalls erklärt Florian Kohfeldt: „Wir haben keine Grundzweifel an unserer Herangehensweise. Trotzdem suchen wir natürlich nach Lösungen für das, was gerade passiert.“

Werder Bremen rätselt über die Ursache für die vielen verletzten Spieler

Keine Zweifel? Also alles Zufall? Oder Pech für Werder Bremen? Florian Kohfeldt ist grundsätzlich weit davon entfernt, das Thema auf diese Art und Weise abzutun. Denn der Öffentlichkeit könnte er ja noch Sand in die Augen streuen, täte er es bei sich selbst, wäre das wenig hilfreich. Doch eine fundierte Analyse der Situation erscheint schwer. Um Lösungsansätze zu finden, müssten erstmal die Gemeinsamkeiten in den Einzelfällen herausgefiltert werden. Aber wie will man eine muskuläre Geschichte bei Ömer Toprak (der gerade frisch aus Dortmund gekommen war) zusammenbringen mit dem kapitalen Knieschaden bei Kevin Möhwald? Wie eine Parallele erkennen zwischen Veljkovics Zehenbruch und Bargfredes x-ter Knie-OP? Natürlich lassen sich die Knie- und die Muskelgeschichte in Schubladen sortieren, um zu sagen: Dreimal Muskel, viermal Knie - bitte schön, da sind die Muster! Sind sie aber nicht wirklich. Zu unterschiedlich sind die jeweiligen Entstehungsgeschichten.

Allenfalls bei zwei Personalien lässt sich fragen, ob alles richtig gemacht wurde bei Werder BremenSebastian Langkamp und Fin Bartels erlitten jeweils Rückschläge während der Reha. Und bei Möhwald und Ludwig Augustinsson soll es Vorgeschichten gegeben haben – Knie, die Probleme bereiteten. Beide Spieler wurden deshalb von Experten – auch externen – begleitet, untersucht, auf den Kopf gestellt. Trotzdem ist passiert, was passiert ist. Trotzdem fallen beide monatelang aus.

Wie das sein kann? Immer wieder kehrt man zu dieser Frage zurück. Und so groß lässt sich ein Fragezeichen wohl gar nicht schreiben, als dass es wiedergeben könnte, wie sehr sich die Verantwortlichen des SV Werder Bremen die Köpfe darüber zerbrechen. Eine Erklärung, die allen acht Fällen übergestülpt werden kann, lässt sich jedoch nicht finden. Außerdem, so Florian Kohfeldt: „In den vergangenen eindreiviertel Jahren hatten wir nur sehr wenig Verletzte.“ Weshalb sollte also das, was lange richtig war in punkto Trainingssteuerung und medizinischer Begleitung plötzlich falsch sein? 

SV Werder Bremen und das Verletzungsproblem: Florian Kohfeldt steht „das erste Mal vor so einer Situation“

Da ein plausibler Grund kaum auszumachen ist, geht Florian Kohfeldt vorerst weiter so vor: Überprüfend nach innen, überzeugend nach außen. „Es ist wichtig, in so einer Phase souverän zu bleiben“, sagt der 36-jährige Coach von Werder Bremen und sieht die Serie an Verletzungen als „Herausforderung. Es ist das erste Mal, dass ich vor so einer Situation stehe. Aber ich habe immer noch genug gute Spieler in der Kabine. Meine Aufgabe ist es jetzt, eine Lösung zu finden. Schlaflose Nächte habe ich wegen der Ausfälle jedenfalls nicht.“

Die gesunden, fitten Spieler selbst offenbar auch nicht. Jedenfalls hat Florian Kohfeldt keine Verunsicherung bei ihnen festgestellt. „Die Jungs haben Vertrauen zu uns und zu ihrem eigenen Körper“, sagt er und probiert es trotz der ernsten Lage mit einem Scherz: „Es hat noch keiner gesagt, dass er nicht trainieren will, weil er Angst hat, sich zu verletzen.“ (csa)

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Zur letzten Meldung vom 22. August 2019:

Viele Verletzte bei Werder Bremen, aber Kohfeldt sieht kein generelles Problem

Nun auch noch Milot Rashica. Die Verletztenliste des SV Werder Bremen wird immer länger. Und das ausgerechnet in der Saison, in der in diesem Bereich alles viel besser werden sollte. Werder hat viel investiert in das Thema Gesundheit. Chefcoach Florian Kohfeldt sieht den Club dabei trotz der Ausfälle auf dem richtigen Weg.

„Wir denken über jede einzelne Verletzung nach – und erörtern die Hintergründe“, sagt Kohfeldt. Doch bei den Ausfällen in diesem Sommer sei kein klares Muster erkennbar. Unter die Rubrik Muskelverletzungen fallen zwar mit Rashica, Benjamin Goller und Sebastian Langkamp gleich drei Spieler, doch Langkamp zähle nicht wirklich dazu, so Kohfeldt. Der Abwehrspieler habe sich gleich im ersten Training, also direkt nach dem Urlaub verletzt.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt sieht „kein generelles Problem“ 

Ludwig Augustinsson hat seine Knieprobleme von den Länderspielen im Juni aus Schweden mitgebracht. Ähnlich erging es dem Serben Milos Veljkovic mit seinem gebrochenen Zeh. Zusammenfassend stellt Kohfeldt deshalb fest: „Ein generelles Problem kann ich daraus noch nicht ableiten.“

Werder Bremen hatte im Sommer Dr. Benjamin Schnee als Nachfolger vom bisherigen Mannschaftsarzt Dr. Philip Heitmann vorgestellt. Dabei ging es dem Bundesligisten vor allem darum, dass die Profis nun rund um die Uhr versorgt werden. Heitmann konnte das neben der Arbeit in seiner Praxis nicht leisten. Zuvor war schon die Zahl der Physiotherapeuten bei Werder erhöht worden. Und Axel Dörrfuß als Leiter Athletik und Performance und Fitnesscoach Günter Stoxreiter kümmern sich um die Belastungssteuerung jedes einzelnen Profis. Damit soll Verletzungen vorgebeugt werden. Trotzdem hat es Milot Rashica im Spiel gegen Düsseldorf erwischt. Die Adduktoren streikten, der Stürmer fällt mehrere Wochen aus. Alles kann offenbar nicht verhindert werden. (kni)

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