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Fin Bartels im Zweikampf mit Daniel Barth

Werder verliert gegen Wolverhampton

0:1 - und Nouri will den neuen Stürmer

Zell am Ziller - Zwei Alu-Treffer von Zlatko Junuzovic – aber sonst? Werder Bremen hat am Mittwoch im zweiten Testspiel der Saisonvorbereitung viel Magerkost geboten.

Bei der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den englischen Zweitligisten Wolverhampton Wanderers boten die Bremer wenig Unterhaltung für die knapp 1 200 Zuschauer im Parkstadion von Zell am Ziller, ihrem Trainer Alexander Nouri lieferten sie aber „wichtige Erkenntnisse“, so der Coach.

Eine nannte Nouri selbst: „Unsere Defensivorganisation klappt in den meisten Phasen schon ganz gut.“ Allerdings hat Werder in der ersten Halbzeit auch nichts anderes gewollt, als zu verteidigen. Nouri reagierte schnell auf drei Spitzen bei Wolverhampton, machte die Dreierkette zur Viererkette und ließ auch die Außen oft weit zurückgezogen agieren. Von dem „Vollgas“-Fußball, den Nouri am Tag vor dem Spiel gesprochen hatte, war nichts zu sehen. 

Es gab sogar Momente, in denen Werder im 6-3-1 auf dem Platz stand – so, als wäre der Gegner ein Spitzenteam und nicht ein englischer Mittelklasse-Zweitligist. „Wir wollen in dieser Vorbereitung an unserer Flexibilität arbeiten. Dafür sind Testspiele da. Der Fokus lag in der ersten Halbzeit klar auf der Defensive“, erklärte der 37-Jährige.

Werder machte den Laden dicht

Werder ließ entsprechend wenig zu. Nur nach einem Fehler von Innenverteidiger Jesper Verlaat kam „Wolves“-Stürmer Ivan Cavaleiro zu einer Chance (7.), ebenso Willy Boly per Kopf nach einem Eckball (11.). Danach war der Laden dicht bei Werder. Selbst kamen die Bremer bis zur Pause aber auch nur zu einem Torabschluss. Ulisses Garcia probierte es hart, aber erfolglos aus der Distanz.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel einmal auf links gezogen. Werder mit neuem Personal und neuer Ausrichtung. Jetzt war im 4-4-2 Offensive angesagt. Das Tor machte aber direkt Wolverhampton. Ein Missverständnis zwischen Junuzovic und Ludwig Augustinsson nutzte Nouha Dicko zum Treffer des Tages. Sein Schuss ins lange Ecke war für Werder-Keeper Jiri Pavlenka (spielte durch) unhaltbar (50.).

Den Bremern fehlt ein Stürmer 

Werder mühte sich in der Folge, zum Ausgleich zu kommen. Aber – und das war die zweite wichtige Erkenntnis des Spiels – es fehlt den Bremern an einem Stürmer, der in einem vor Verteidigern nur so wimmelnden Strafraum Durchsetzungsvermögen beweist, Bälle behauptet und zum Abschluss kommt. Weil es den nicht gibt im aktuellen grün-weißen Kader führten gefühlte 80 Prozent Ballbesitz zu nullkommanichts. Nouri: „Wir wollen im Strafraum mehr Präsenz zeigen. Da würde ein Spieler guttun, der die Attribute eines Mittelstürmers mitbringt.“ Dieser Satz darf durchaus als Aufforderung an Sportchef Frank Baumann verstanden werden, den gesuchten Angreifer nun auch zu präsentieren.

Testspiel im Zillertal

Während in der ersten Halbzeit Max Kruse im Grunde den Alleinunterhalter im Sturm gespielt hatte, waren es im zweiten Spielabschnitt Johannes Eggestein (der gegen Ajax noch einen schönen Treffer erzielt hatte) und zunächst Yuning Zhang, die für Gefahr sorgen sollten. Zhang wurde aber nach nur 22 Minuten wieder ausgewechselt. Ousman Manneh kam. Eine Reaktion auf die Leistung des Chinesen war es aber nicht, so Nouri: „Beide sollten Spielpraxis bekommen, das war so abgesprochen.“ Und beide zeigten, dass sie aktuell nicht die Lösung für das Bremer Mittelstürmer-Problem sein werden.

Torgefährlich wurde Werder nur durch Freistöße von Zlatko Junuzovic. Der erste Versuch landete an der Latte (82.), der zweite am Innenpfosten (88.). Dass zweimal nur Zentimeter zum 1:1 fehlten ärgerte Nouri dann – Testspiel hin oder her – dann doch: „Es war ein interessantes Spiel. Wir hätten das Ergebnis aber natürlich gerne anders gestaltet.“

Werder: Pavlenka - Bauer, Sane, Verlaat (46. Veljkovic), Garcia (46. Augustinsson) - M. Eggestein (46. Bargfrede), Bartels (46. J. Eggestein), Delaney (46. Kainz), Gondorf (67. Schmidt), Gebre Selassie (46. Junuzovic) - Kruse (46. Zhang/67. Manneh).

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