+
Felix Wiedwald verlässt Werder Bremen.

Torwart verlässt die Bremer

Offiziell: Felix Wiedwald wechselt zu Leeds United

Bremen - Nun ist es also offiziell: Der bisherige Werder-Torwart Felix Wiedwald schließt sich dem englischen Zweitligisten Leeds United an. Das bestätigten die Clubs am Freitagnachmittag.

„Felix ist vor einigen Tagen mit dem Wechselwunsch an uns herangetreten. Daraufhin haben wir die Gespräche aufgenommen und konnten uns mit Leeds United einigen. Wir bedanken uns bei Felix und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und viel Erfolg“, sagte Werder-Sportchef Frank Baumann auf der Vereinshomepage.

Wie hoch die Ablösesumme ist, die Werder für den Keeper kassiert, verriet der Club nicht. Sie dürfte aber zwischen den im Vorfeld gehandelten 500.000 und einer Million Euro liegen. Da Wiedwald an der Weser keinen langjährigen Vertrag bekam und Werder ihm mit Jiri Pavlenka eine neue Nummer eins vor die Nase setzte, verlässt der in Thedinghausen geborene und in Achim aufgewachsene Wiedwald nun den Verein, unterschrieb bei Leeds einen Dreijahresvertrag.

Wiedwald dankt Bruns und Vander - nicht Nouri

Wiedwald habe es stolz gemacht, für Werder gespielt zu haben: „Es ist ein großer Kindheitstraum in Erfüllung gegangen", schrieb der 27-Jährige auf seiner Facebook-Seite. „Meine Karriere werde ich nun bei einem anderen großen Traditionsverein in England fortführen: Leeds United! Darauf freue ich mich sehr.“

Bezeichnend: Wiedwald dankte ausdrücklich Torwarttrainer Christian Vander und dem ehemaligen Co-Trainer Florian Bruns. Alexander Nouri erwähnte er mit keiner Silbe. Der Cheftrainer galt nicht gerade als großer Wiedwald-Fan. Beeindruckend aber: Trotz des Misstrauensvotums von Seiten der Bremer Verantwortlichen unterschrieb Wiedwald seinen Facebook-Post mit „Lebenslang grün-weiß“.

In der vergangenen Saison hatte Wiedwald keinen leichten Stand bei den Hanseaten. Ex-Trainer Viktor Skripnik degradierte den Torwart früh in der Saison, auch sein Nachfolger Alexander Nouri setze zunächst auf den erfahrenen Jaroslav Drobny. Erst wegen einer Verletzung und einer Rot-Sperre des Tschechen rotierte Wiedwald wieder zwischen die Pfosten - und überzeugte. In der Rückrunde rettete er Werder den einen oder anderen wichtigen Punkt - unter anderem mit einem gehaltenen Elfmeter in der Nachspielzeit beim 1:1 gegen Leverkusen. Die zuletzt starken Auftritte bliesen aber offensichtlich nicht die Zweifel bei den Verantwortlichen davon.

Als Neunjähriger war Wiedwald zum SV Werder gekommen und durchlief die Jugend-Teams des Bundesligisten. 2011 verließ er die Bremer zum ersten Mal, kam nach Stationen beim MSV Duisburg und bei Eintracht Frankfurt zur Saison 2015/16 als Nummer eins zurück an die Weser. Jetzt steht sein zweiter Abschied fest.

Felix Wiedwald - seine Karriere in Bildern

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald ist ein echtes Werder-Eigengewächs. Das in Thedinghausen geboren und in Achim aufgewachsene Torwart-Talent kam im Alter von neun Jahren zum SVW, durchlief dort die Jugend-Teams, spielte auch in der A-Junioren-Bundesliga (Foto). © imago
Felix Wiedwald
Wiedwald nahm auch als Nachwuchsspieler gelegentlich am Profi-Training teil und fuhr mit ins Trainingslager. © nordphoto
Felix Wiedwald
Im Februar 2010 erhielt Wiedwald seinen ersten Profivertrag bei Werder, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. © nordphoto
Felix Wiedwald
2011 zog Wiedwald weiter: Beim MSV Duisburg war er zunächst zweiter Torwart hinter Florian Fromlowitz, verdrängte ihn aber im Laufe der Saison und wurde erstmals Stammkeeper einer Profimannschaft. © nordphoto
GER, 2.FBL, 1. FC Union Berlin, MSV Duisburg
Als Duisburg 2013 keine Lizenz für die Zweite Liga bekam und in die Dritte Liga zwangsabsteigen musste, verließ Wiedwald den Verein und schloss sich Bundesligist Eintracht Frankfurt an. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald war die Nummer zwei hinter Kevin Trapp - bis sich Trapp im September 2014 einen Syndesmose-Riss zuzog. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald machte seine Sache als Ersatzmann gut, musste nach Trapps Genesung aber wieder Platz machen. Immerhin hatte er die Aufmerksamkeit anderer Clubs auf sich gezogen... © nordphoto
Felix Wiedwald
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik. © nordphoto
Felix Wiedwald
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor... © nordphoto
Felix Wiedwald
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance? © nordphoto
Felix Wiedwald
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen. © nordphoto
Felix Wiedwald
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat. © nordphoto

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare