Sichtlich geknickt waren Niklas Schmidt und Co. nach dem Pokal-Aus von Werder Bremen gegen den VfL Osnabrück.
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Sichtlich geknickt waren Niklas Schmidt und Co. nach dem Pokal-Aus von Werder Bremen gegen den VfL Osnabrück.

0:2-Niederlage gegen VfL Osnabrück

Nach DFB-Pokal-Aus: Werder-Trainer Anfang will seinen Spielern „den Schmerz nicht nehmen“

Osnabrück – Der Stachel der Enttäuschung saß noch tief bei Markus Anfang, als der Trainer am frühen Samstagabend im Innenraum des Stadions an der Bremer Brücke mit den Bremer Journalisten über das bittere Ausscheiden seines SV Werder Bremen aus dem DFB-Pokal sprach.

Keine Frage: Dieses 0:2 beim Drittligisten VfL Osnabrück – es hatte Werder Bremen richtig wehgetan. Und genau daraus, so Anfangs Idee, soll sein Team bei allem berechtigten Ärger nun neue Stärke ziehen. „Na klar, tut das jetzt weh, aber das soll es auch“, sagte der 47-Jährige, „den Schmerz will ich den Spielern gar nicht wegnehmen“. Dieses miese Gefühl, das die Mannschaft sicherlich noch ein paar Tage mit sich herumschleppen wird, „wollen wir künftig ganz sicher nicht mehr haben“, betonte Anfang. Und das wiederum könne eine wertvolle Lehre für die nächsten Aufgaben sein.

Noch auf dem Platz, im Kreis, hatte der Coach seinen Profis das mit auf den Weg gegeben, hatte sie für die verschlafene erste Hälfte kritisiert, für den Auftritt in Durchgang zwei aber gelobt: „Ich habe den Jungs gesagt, dass die zweite Halbzeit richtig gut war, und dass der Gegner nie das Gefühl bekommen hätte, gewinnen zu können, wenn wir von Beginn an so gespielt hätten.“

Hatte Werder Bremen aber nicht. Viel zu passiv, zu unentschlossen und zu fehlerhaft war die Vorstellung vor der Pause gewesen. Anfang: „Wir müssen lernen, dass wir 90 gute Minuten brauchen, und das Woche für Woche, denn geschenkt bekommen wir gar nichts.“ Nicht in der 2. Bundesliga und auch nicht gegen ein klassentieferes Team im Pokal, das Werder die erste Niederlage in der laufenden Saison beibrachte.

Werder Bremen hatte gegen den VfL Osnabrück mit mangelnder Chancenverwertung zu kämpfen

Aus Anfangs Sicht hatte das vor allem an zwei Gründen gelegen. Erstens: Am Zulassen etlicher Osnabrücker Standardsituationen vor der Pause, von denen eine fast schon folgerichtig zum 1:0 durch Maurice Trapp führte (44.). Und zweitens: An der mangelhaften Chancenverwertung in Durchgang zwei. Werder Bremen hatte sich zwar plötzlich wie ausgewechselt präsentiert, nämlich endlich druckvoll und aggressiv (Anfang: „Es war ein Spiel auf ein Tor“) – nur Zählbares sprang dabei trotz bester Möglichkeiten nicht heraus, sodass Osnabrücks Sven Köhler per Traumtor aus der eigenen Hälfte in der Nachspielzeit den Deckel draufsetzen konnte – 2:0.

In den 48 Stunden vor der Partie hatte Werder Bremen in Josh Sargent, Yuya Osako, Johannes Eggestein und auch Kebba Badjie gleich vier Offensivkräfte abgegeben, ohne direkt für Ersatz zu sorgen. Ein dickes Problem, das durch die Schaffenskrise des letzten verbliebenen Mittelstürmers Niclas Füllkrug noch verschärft wird. Heißt: Es muss dringend Verstärkung für den Angriff her, in der Mitte und auf den Flügeln. Sportchef Frank Baumann hat für diese Woche endlich Vollzugsmeldungen angekündigt, nachdem der unmittelbar bevorstehende Sargent-Transfer (zu Norwich City) eine zweistellige Millionensumme in die Vereinskasse gespült hat. Trainer Anfang wird es ihm danken. Angesprochen auf die Sturm-Problematik sagte er: „Das ist Fakt. Da müssen wir uns nicht selbst in die Tasche lügen.“

Werder Bremen gegen den VfL Osnabrück mit drei Aluminiumtreffern

Auch die mögliche Ausrede, dass in Osnabrück mit insgesamt drei Aluminiumtreffern viel Pech dabei gewesen sei, lässt der Coach nicht gelten: „Ich will gar nicht erst anfangen, von Glück oder Pech zu sprechen, denn wir müssen das einfach beeinflussen.“ Anfang sieht es als Prozess. „Die Mannschaft hat sich in den letzten zwei Jahren nicht so viele Torchancen herausgespielt. Wann hatte Werder Bremen mal so viele Chancen in einem Spiel wie heute?“, fragte er und sah das durchaus als kleinen Lichtblick. Möglichst schon im nächsten Ligaspiel gegen den SC Paderborn (Sonntag, 13.30 Uhr) sollten daraus aber wieder Treffer werden. (mwi)

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