Trotz des Anheizers und Physiotherapeuten Claas Bente unterliegt Werder Bremen am Sonntagnachmittag gegen den VfL Wolfsburg.
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Trotz des Anheizers und Physiotherapeuten Claas Bente unterliegt Werder Bremen am Sonntagnachmittag gegen den VfL Wolfsburg.

Claas Bente, eine Metallkiste und ein Gummihammer

Hör mal, Werder hämmert

Bremen - Dass den Händen von Claas Bente bei Werder Bremen eine besondere Bedeutung zukommt, ist keine neue Erkenntnis.

Schließlich kümmert er sich als Physiotherapeut schon seit längerer Zeit um die Muskeln und Sehnen der Spieler. Während des Heimspiels des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg (0:1) wurden Bentes Hände nun auch einem größeren TV-Publikum bekannt - in gänzlich anderem Zusammenhang allerdings.

Die Linke stützte einen Metalkoffer, der zwischen den Füßen des Physios stand. Und die Rechte hielt einen handelsüblichen Gummihammer, wie er normalerweise auf Baustellen zum Einsatz kommt. Bente jedoch wurde durch das Werkzeug zum Taktgeber auf der Tribüne. Immer wieder schlug er beherzt auf den Koffer ein und schrieb somit das nächste Kapitel im „Krach um den Krach“, den die Bremer Ersatzbank seit einigen Spieltagen während der Geisterspiele veranstaltet. Nur dass es dieses Mal hinterher - fast schon mysteriös war das - gar keinen Krach gab!

Werder Bremen: Im Vorfeld des Spiels gab es Kritik von Oliver Glasner

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner, ein Sieger-Trainer an diesem Tag, war nach der Partie nämlich gar nicht mehr nach Kritik zu Mute - im Gegenteil. „Es war absolut top, wie sich jeder im Stadion verhalten hat. Ich habe gar nichts zu beanstanden“, sagte der 45-Jährige, was nicht weiter verwunderlich gewesen wäre, wenn er Werder Bremen vor dem Duell ob der lautstarken Auftritte ihrer Bank nicht „mangelnde Solidarität“ vorgeworfen hätte.

Im Vergleich zum 0:3 gegen Frankfurt, nachdem auch Eintracht-Trainer Adi Hütter über die Werder-Fans in Trainingsanzügen wortreich die Nase gerümpft hatte, schienen diese akustisch sogar noch eine Schippe draufgelegt zu haben - Stichwort: Gummihammer! By the way, wo hatte Claas Bente den eigentlich her? Und wie konnte er den an der Security vorbeischleusen? Ungeklärt! Glasner störte das Bumm, Bumm, Bumm vor Ort jedenfalls nicht mehr, er ruderte nach dem Spiel sogar zurück.

„Das Wort Solidarität hat bei meiner Aussage nicht so gepasst“, sagte er über seine Konzertkritik, noch ehe er eine Vorstellung in Bremen besucht hatte, „es war eher eine Geschichte des Fairplay“. Mit Werders Sportchef Frank Baumann und Cheftrainer Florian Kohfeldt habe er das Thema vor dem Anpfiff besprochen und aus der Welt geschafft. Dann kam Bentes Hammer. Und am Ende blieb die - zugegeben: nicht überlebenswichtige - Frage, wie Wolfsburgs Trainer wohl nach einer Auswärtsniederlage seiner Mannschaft über das Thema... ach, lassen wir das. (dco)

Zur letzten Meldung vom 6 Juni 2020:

Werder Bremen gegen Wolfsburg - das Vorspiel: Baumann nennt Glasners Vorwürfe „befremdlich“

Bremen – Der Krach um den Krach geht weiter! Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, hat sich am Samstag mit deutlichen Worten gegen die Kritik von Wolfsburgs Coach Oliver Glasner gewehrt.

Vor dem Gastspiel des VfL Wolfsburg am Sonntag im Weserstadion (13.30 Uhr) hatte der Österreicher das Verhalten der Bank des SV Werder Bremen bei Geisterspielen indirekt als unsolidarisch bezeichnet. Baumann reagierte ungewöhnlich scharf darauf. „Oliver Glasner hat sportlich und menschlich einen guten Ruf. Aber seine Aussagen kann ich so nicht stehen lassen“, erklärte er und bezeichnete die Vorhaltungen des Wolfsburger Trainers mehrfach als „abenteuerlich und absurd“.

Werder Bremen wehrt sich gegen Vorwürfe von VfL Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner

Konkret hatte Glasner moniert, die Bremer Reservisten und Staff-Mitglieder seien nicht nur zu laut, sondern würden damit auch versuchen, die schwierige Situation mit den Geisterspielen zu einem Vorteil für sich zu machen. „Gerade Werder Bremen hat während der Coronavirus-Pause sehr häufig von Solidarität gesprochen, weil sie sehr lange Zeit nur in kleinen Gruppen hatten trainieren dürfen. Deshalb wäre es jetzt auch ein Zeichen der Solidarität, die Atmosphäre in den Stadien nicht zu den eigenen Gunsten auszunutzen.“

Punkt 1 in Baumanns Verteidigungsrede betrifft Glasners Solidaritätsthema. „Da wird in Zusammenhang gebracht, was nicht zusammengehört. Dass wir uns für einen ligaweit einheitlichen Einstieg ins Gruppentraining ausgesprochen haben, war nur fair und legitim. Aber eine Unterstützung durch die Bank für die Spieler auf dem Feld zu kritisieren, ist schon sehr abenteuerlich und ein Stück weit absurd.“

Werder Bremen „schmunzelt“ über Kritik an Atmosphäre bei Geisterspielen im Weserstadion

Punkt 2: Baumann sagt, er müsse darüber „schmunzeln“, dass gegnerische Trainer nun auch bei Geisterspielen von der Atmosphäre im Weserstadion beeindruckt seien. Aber natürlich versuche Werder Bremen mit der Anfeuerung des eigenen Teams für einen eigenen Vorteil zu sorgen. „Das ist auch legitim, wir brauchen diese Leidenschaft, wollen sie von der Bank auf das Feld projizieren“, meint der Manager und sagt Richtung Glasner: „Die Unterstützung zu kritisieren, ist befremdlich. Es kommt doch auch niemandem in den Sinn, bei einem normalen Spiel bei Borussia Dortmund die Südtribüne zu bitten, leiser zu sein.“

Stimmt wohl. Dennoch ist Glasner mit seiner Meinung nicht allein. Auch Frankfurts Trainer Adi Hütter hatte nach dem 3:0 seines Teams am Mittwoch im Weserstadion Verhalten und Vorgehen der Bremer Co-Trainer und Ersatzspieler beklagt. Unter anderem ging es ihm um eine versuchte Einflussnahme auf den Schiedsrichter.

Werder Bremen: Bank soll auch gegen VfL Wolfsburg lautstark unterstützen

Baumann wehrt jedoch auch diesen Vorwurf mit dem ihm höchstmöglichen Grad der Empörung ab: „Wir haben uns vor Beginn der Geisterspiele bewusst entschieden, Schiedsrichter-Entscheidungen nicht während des Spiels zu kommentieren. Das ist uns bis auf ein, zwei Situationen auch gelungen. Obwohl es nicht immer leicht war. Wir haben aber auf keinste Weise versucht, den Schiedsrichter zu beeinflussen, sondern uns aus meiner Sicht in bestimmten Situationen auch vorbildlich verhalten.“ Damit meinte Baumann vor allem die Haltung von Trainer Florian Kohfeldt nach knappen und teils strittigen Entscheidungen gegen den SV Werder Bremen.

Aber wie geht der Club nun weiter um mit den Vorwürfen der Konkurrenten? Wie viel Getrommel und Gebrüll ist am Sonntag bei Werder Bremen gegen Oliver Glasner und den VfL Wolfsburg erlaubt? Antwort: Es ändert sich nichts! „Wir werden nach wie vor auf dem Platz und auch außerhalb diese Leidenschaft dokumentieren. Aber es wird alles im Rahmen bleiben – wenn auch lautstark. Ich kann daran auch nichts Schlechtes finden“, wiederholt Frank Baumann und kontert noch mal in Richtung des VfL-Coaches: „Es zu kritisieren, ist schon sehr komisch.“ (csa)

Oliver Glasner, Coach des VfL Wolfsburg, ist es beim SV Werder Bremen zu laut.

Zur letzten Meldung vom 5. Juni 2020:

Krach zwischen Wolfsburg und Werder Bremen: VfL-Trainer Oliver Glasner vermisst Solidarität

Bremen – Jetzt gibt es einen ordentlichen Krach beim Thema Geisterspiele: Oliver Glasner, der Trainer des VfL Wolfsburg, attackiert seinen nächsten Gegner SV Werder Bremen, weil es ihm im Weserstadion zu laut ist.

Die Bremer Ersatzbank macht bei Heim-, aber auch bei Auswärtsspielen immer ordentlich Stimmung, um die eigene Mannschaft anzufeuern. Oliver Glasner hält das für übertrieben und fordert von Werder Bremen mehr Solidarität.

„Die Gesamtkonstellation ist in Bremen einfach so, dass sie sehr aggressiv spielen und alles versuchen, um es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen: auf dem Platz und auch abseits des Platzes. Da machen sie ein ziemliches Tohuwabohu und einen ziemlichen Radau“, sagte Glasner am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Gastspiel am Sonntag in Bremen: „Ich denke, sie versuchen, die eigene Mannschaft zu pushen, aber auch den Gegner etwas zu nerven.“ 

Das sei auch ihr gutes Recht, meinte Glasner und machte zunächst den Eindruck, er würde sich damit abfinden. Doch weit gefehlt, der 45-Jährige legte noch nach: „Gerade Werder Bremen hat während der Coronavirus-Pause sehr häufig von Solidarität gesprochen, weil sie sehr lange Zeit nur in kleinen Gruppen hatten trainieren dürfen. Deshalb wäre es jetzt auch ein Zeichen der Solidarität, die Atmosphäre in den Stadien nicht zu den eigenen Gunsten auszunutzen.“

Bei Werder Bremen galten in der Coronavirus-Pause deutlich strengere Regeln

Den indirekten Vorwurf, sich unsolidarisch zu verhalten, dürfte den Werder-Verantwortlichen ziemlich sauer aufstoßen. Denn für die Anfeuerung von der Ersatzbank gibt es kein Verbot, für das Training zu Beginn der Coronavirus-Pandemie dagegen schon. Allerdings wurde dies in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. In Bremen galten da weitaus strengere Regeln.

Um Chancengleichheit zu gewährleisten, hatte Werder deshalb tatsächlich an die Solidarität der übrigen Bundesligisten appelliert. Vergeblich. Zahlreiche Clubs trainierten schon viel früher in größeren Gruppen, einige sollen sich dabei auch gar nicht an die Regeln gehalten und hinter verschlossenen Türen ganz normal trainiert haben. Das hatte innerhalb der Deutschen Fußball-Liga (DFL) mit ihren 36 Bundesligisten für sehr viel Ärger gesorgt.

Werder Bremen: Ärger wegen Torwarttrainer Christian Vander

Nun herrscht erneut Unfrieden – ausgelöst von Oliver Glasner. Allerdings hatte sich auch Frankfurts Adi Hütter (siehe letzte Meldung) am Mittwoch nach dem 3:0-Sieg in Bremen kritisch über das Verhalten der Werder-Bank geäußert. Ihm missfiel vor allem das Verhalten von Christian Vander. Der Torwarttrainer hatte während des Spiels lautstark reklamiert. „Jeder kämpft für seinen Verein, aber man muss nicht bei jeder Entscheidung hochspringen. Das hat etwas mit Respekt zu tun. Und die Grenze ist dann überschritten, wenn Torwarttrainer und Co-Trainer so aufmüpfig sind“, monierte Hütter.

Werder-Sportchef Frank Baumann ließ die Kritik anschließend gegenüber der DeichStube abprallen: „Das ist ein Thema, das mich überhaupt nicht interessiert.“ Und er machte sich auch keine Sorgen, dass die Anfeuerung der Reservisten künftig nicht mehr erlaubt sein dürften. „Ich sehe da überhaupt kein Problem“, meinte Baumann und nahm Philipp Bargfrede und Co., die auch mal auf einen leeren Sitz gehämmert hatten, in Schutz: „Es ist doch alles im Rahmen.“ Wolfsburgs Coach Glasner sieht das offenbar ganz anders. (kni)

Zur letzten Meldung vom 4. Juni 2020:

Frank Baumann interessiert die Kritik von Eintracht-Trainer Adi Hütter an Werder Bremen nicht

Bremen – Nicht nur auf dem Platz ging es zwischen dem SV Werder Bremen und Eintracht Frankfurt ordentlich zur Sache, sondern auch am Spielfeldrand und nach der Partie. Dabei knöpfte sich Eintracht-Coach Adi Hütter Werders Bank vor, kritisierte das Bremer Verhalten später auch öffentlich – und kassierte dafür einen Konter von Werder-Sportchef Frank Baumann.

„Das ist ein Thema, das mich überhaupt nicht interessiert“, meinte Frank Baumann auf Nachfrage der DeichStube. Den Hinweis, dass der Ärger an der Seitenlinie von einem Frankfurter Spieler ausgegangen sei, konnte sich der Ex-Profi dann aber doch nicht verkneifen. „Der will zwei Mal ein Foul ziehen und reklamiert dann auch noch“, erinnerte sich Baumann, ohne den Namen des Spielers zu nennen. Es handelte sich um Andre Silva, der sich mit Marco Friedl verbissene Zweikämpfe direkt vor der Trainerbank des SV Werder Bremen geliefert hatte. Von dort gab es dann lautstarke Proteste. „Was ist denn mit dem?“, brüllte zum Beispiel Coach Florian Kohfeldt, aber auch andere Bremer waren sehr laut geworden.

Werder Bremen-Zoff: Frank Baumann interessiert Adi Hütters Kritik nicht

Genau das missfiel Adi Hütter. „Jeder kämpft für seinen Verein, aber man muss nicht bei jeder Entscheidung hochspringen. Das hat etwas mit Respekt zu tun“, ereiferte sich der 50-Jährige bei Sky. Er war darauf angesprochen worden, warum er nach der Pause auf dem Weg zu seiner Coaching-Zone einen Stopp vor der Bank des SV Werder Bremen eingelegt hatte. 

Die Ersatzbank des SV Werder Bremen hat auch beim Geisterspiel gegen Eintracht Frankfurt mächtig Lärm gemacht. Das gefiel SGE-Trainer Adi Hütter nicht. Frank Baumann interessiert dessen Kritik allerdings herzlich wenig.

Dabei ging es ihm nicht um Florian Kohfeldt, mit dem er nach dem Spiel noch locker plauschte: „Mit ihm war alles in Ordnung. Aber die Grenze ist dann überschritten, wenn Torwarttrainer und Co-Trainer so aufmüpfig sind. Ich würde das nicht dulden, wenn sie so weit vorne in der Coaching-Zone stehen. Aber das muss jeder selbst wissen.“ Gemeint war Christian Vander, Werders-Torwarttrainer. Eigentlich ein eher zurückhaltender Zeitgenosse, doch auf der Bank kann er auch schon mal lauter werden.

Werder Bremen: Ersatzbank macht gegen Eintracht Frankfurt Alarm - Adi Hütter gefällt das nicht!

Das passt aktuell auch ins Werder-Bild. Die Ersatzspieler, die in Zeiten von Corona wegen der Abstandsregel oberhalb der Reservebank auf der Tribüne sitzen, machten auch gegen Eintracht Frankfurt wieder jede Menge Lärm – allen voran diesmal Philipp Bargfrede. Das Werder Bremen-Urgestein hämmerte so heftig auf eine Sitzschale neben sich ein, dass schon ein unerlaubt eingeschlichener Trommler im fast leeren Weserstadion vermutet wurde. Von Frankfurter Seite gab es dafür viele böse Blicke. 

Den Bremern war es egal, denn von dieser Unterstützung hatte die Mannschaft in den letzten drei Spielen profitiert und zwei Siege sowie ein Unentschieden eingefahren. Gegen Frankfurt brachte das kleine Spektakel neben dem Platz diesmal nichts ein – außer einer Schelte von Adi Hütter. Wenngleich Frank Baumann ausdrücklich betonte, dass es eigentlich nur um die Unterstützung der eigenen Mannschaft gehe – und nicht um die Konfrontation mit dem Gegner. Deshalb glaubt der Sportchef auch nicht, dass sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) einschalten und mehr Ruhe einforden könnte. „Ich sehe da überhaupt kein Problem“, meinte Baumann: „Es ist doch alles im Rahmen.“ (kni)

Letzte Meldung vom 27. Mai 2020:

Werder Bremens neuer „12. Mann“: Ohne Kutte, aber laut und leidenschaftlich

Sagen wir es so: In einem leeren Fußballstadion wird schon jeder Vogelpieps zur Geräuschkulisse. Wenn dann aber ein gutes Dutzend, Ersatzspieler und Teambetreuer 90 Minuten lang brüllt, anfeuert, unterstützt, dann fühlt sich ein Geisterspiel schon gar nicht mehr so gespenstisch an, wie man meinen möchte - so gesehen beim SV Werder Bremen.

Bei Werder Bremen geben die wenigen Leute auf der Tribüne und Trainerbank jedenfalls alles, um die Akteure auf dem Platz nicht mit der Stille eines Spiels alleinzulassen. Oder anders gesagt: Der Werder-Staff macht auf Bank und Tribüne mächtig Alarm. Und das ist möglicherweise auch ein Grund, weshalb die Mannschaft trotz der besonderen aktuellen Umstände zielstrebig den Weg aus der Krise sucht und offenbar auch findet.

„Wenn sonst niemand da ist, helfen auch mal zehn oder elf Leute“, sagt Werder-Trainer Florian Kohfeldt und lacht zufrieden über die Anfeuerung von den eigentlich ja leeren Rängen. Hinter der Trainerbank sitzen aber die Ersatzspieler und Betreuer – dort, wo sonst langjährige Dauerkarteninhaber ihren Platz haben. Zwischen ihnen der Corona-Sicherheitsabstand von zwei, drei Sitzschalen verfolgen sie das Spiel und brüllen trotz Maskenpflicht, was das Zeug hält. Aber nie prollig oder pöbelnd dem Gegner oder Schiedsrichter gegenüber, sondern immer positiv für das eigene Team.

Werder Bremen-Support: Tim Barten sah im Spiel gegen Freiburg Gelb

Okay, einer hat es auch mal übertrieben. Teammanager Tim Barten hatte sich in Freiburg bei einer Schiedsrichterentscheidung wohl „etwas im Ton vergriffen“, so Sportchef Frank Baumann. Dafür gab‘s Gelb für Barten und von Werder Bremen die Aufforderung, bei nächster Gelegenheit mal einen springen zu lassen. „Dafür muss er einen ausgeben“, schmunzelt Baumann.

Für Florian Kohfeldt ist es aber das Bedeutendste, „dass wir es geschafft haben, bei wirklich allen, die zu unserer Gruppe gehören, Leben reinzubringen“. Gegen Gladbach sei auch „nichts Negatives, nichts Aggressives“ dabei gewesen: „Es ist immer eine positive Ansprache den eigenen Mitspielern gegenüber. Es ist gut, dass es so ist, denn es hilft uns. So geht‘s, und so muss es sein“, meint Kohfeldt.

Christian Groß, in Freiburg noch Brüller und gegen Gladbach Spieler, bestätigt die motivierende Wirkung des Supports. „Man spürt es auf dem Platz, es hat uns ein Kribbeln gebracht. Schon in Freiburg haben wir gesehen, wie wichtig es ist, zusammenzustehen und Teamgeist zu leben – und zwar nicht nur von den Spielern, sondern auch im Staff und Trainerteam.“

Werder Bremen: Stefanos Kapino der Lauteste der „Fans“

Der Lauteste auf der Tribüne war am Dienstag fraglos Ersatzkeeper Stefanos Kapino, gefolgt von Sebastian Langkamp. Immer wieder hallten die Aufforderungen „Come on!“ und „Weiter so!“ durch das leere Weserstadion, aber es wirkte nicht eingeübt oder stereotyp, sondern leidenschaftlich, voller Feuer. Das ist Florian Kohfeldt auch ganz wichtig: „Es muss von innen kommen. Wenn man das einfordert, wäre das sehr aufgesetzt. Wir haben über das Thema zwar gesprochen, aber es gibt keine Anordnung von mir nach dem Motto: ,So, Jungs, jetzt mal Kutte an und los!‘“

Gegen Bayer Leverkusen, in Spiel eins nach der Coronavirus-Pause der Liga, war es noch sehr ruhig gewesen im „Werder-Block“. Gegen Gladbach waren die Bremer aber schon klarer Punktsieger im Anfeuerungscontest. „Wir haben dazu gelernt“, lobt Kohfeldt auch diesen Bereich. Und was sonst den Fans in der Ostkurve zugeschrieben wird, gilt fortan wohl für die paar Handvoll Betreuer und Ersatzspieler des SV Werder Bremen: Die Nummer 12, das sind WIR! (csa)

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