Luc Ihorst, Marco Grote, Markus Feldhoff und Niklas Schmidt (v.l.n.r.): Vier Ex-Bremer befinden sich mit dem Zweitligisten VfL Osnabrück auf Talfahrt in Richtung 3. Liga.
+
Luc Ihorst, Marco Grote, Markus Feldhoff und Niklas Schmidt (v.l.n.r.): Vier Ex-Bremer befinden sich mit dem Zweitligisten VfL Osnabrück auf Talfahrt in Richtung 3. Liga.

VfL-Absturz in Liga zwei

Vier Ex-Werderaner und ein Niedergang in Osnabrück 

Osnabrück/Bremen – „Brückengeflüster“ heißt er, der Podcast, in dem alles rund um den VfL Osnabrück diskutiert wird. Über Geflüster geht die neueste Ausgabe des von der „Neue Osnabrücker Zeitung“ initiierten Formats aber weit hinaus. Die Runde mit fünf ehemaligen Granden der Vereinsgeschichte wurde schon vor dem 2:2-Remis des VfL am Mittwochabend gegen den SC Paderborn zum großen Abgesang. An die Rettung des akut abstiegsgefährdeten Clubs glaubt kaum noch jemand. „Mir fehlt dafür die Fantasie“, sagt beispielsweise Ex-Profi Ansgar Brinkmann (128 Einsätze für den VfL). Auch Uwe Brunn, Kult-Keeper mit 364 Spielen im Osnabrücker Trikot, spricht nur noch von „Hoffnung, Überzeugung ist aber nicht dabei“.

Die Geschichte des VfL Osnabrück in dieser Saison ist dramatisch, nach einem guten Start legte die Mannschaft eine Serie von neun Niederlagen hin, die letzten zwölf Heimspiele gingen allesamt verloren. Und das mit den Trainern Marco Grote und Markus Feldhoff, die beide eine Vergangenheit bei Werder Bremen haben, sowie mit den Bremer Leihspielern Niklas Schmidt und Luc Ihorst, die in Osnabrück die nächsten Schritte in ihrer Karriere machen sollten, nun aber den rasanten Absturz einer Mannschaft erleben. Und das ist ihr jeweiliger Anteil daran:

Marco Grote:

Endlich Cheftrainer! Nach Jahren in der Nachwuchsabteilung des SV Werder Bremen heuerte Grote vor Saisonbeginn in Osnabrück an, wurde Nachfolger des zum Hamburger SV gewechselten Daniel Thioune. Grotes Start war bemerkenswert. Nach sieben Spieltagen war der VfL unter seiner Leitung noch ungeschlagen und Tabellenvierter. Aber war das auch Grotes Verdienst? Christian Claaßen, von 1998 bis 2004 für den VfL aktiv, sagt im Rückblick: „Die ersten zehn Spiele waren noch der Überhang aus der Zeit mit Daniel Thioune. Irgendwann hat die Mannschaft dann den Leitfaden verloren.“
Konsequenz: Vom 15. bis 21. Spieltag setzte es nur Niederlagen. Marco Grote wurde beurlaubt, der erste Versuch im Herrenbereich war für den 48-Jährigen letztlich gründlich schiefgegangen.

Markus Feldhoff:

Zwischen Oktober 2016 und Oktober 2017 war er bei Werder Bremen der Assistent von Chefcoach Alexander Nouri. Als Gespann traten die beiden auch beim FC Ingolstadt sowie später bei Hertha BSC an. In Osnabrück stellt sich Feldhoff als Grote-Nachfolger das erste Mal in die erste Reihe. Bislang mit sehr überschaubarem Erfolg. Zwar beendete der ehemalige Stürmer (der auch vier Jahre für den VfL spielte) Grotes Niederlagenserie und fuhr in den ersten drei Partien vier Punkte ein. Doch es folgten drei Heimniederlagen ohne ein eigenes Tor. Wirkung des Trainerwechsels? Verpufft. Und es gibt klare Kritik an dem offenbar zu ruhigen Feldhoff. Thomas Reichenberger, früher ein Sturmpaar mit Feldhoff, moniert beispielsweise, dass „von außen die Impulse“ für die Mannschaft fehlen. Uwe Brunn sagt: „Von draußen ist es unter Markus nicht besser geworden. Bei anderen Mannschaften brennt die Bank.“ Und für Ansgar Brinkmann ist Markus Feldhoff „nicht der Emotionalste. Du brauchst im Abstiegskampf aber Emotionen. Du musst ein Kollektiv anzünden können, notfalls eine ganze Stadt.“

Niklas Schmidt:

In seinem zweiten Jahr beim VfL hat es Momente gegeben, in denen sein persönliches Feuer erkennbar brannte. Beispielsweise beim 2:1 gegen Holstein Kiel am 14. Spieltag. In dieser Partie war Schmidt stark, aber dann verlor er die Gunst von Marco Grote, war häufig nur noch Einwechselspieler. Unter Feldhoff gab es für ihn noch nicht die Wende, bei den Heimniederlagen gegen Braunschweig, Regensburg und Düsseldorf fehlte er ganz. Möglicherweise, weil er der vom VfL namentlich nicht benannte Corona-Fall im Team ist. Am Saisonende läuft der Leihvertrag des 23 Jahre alten offensiven Mittelfeldspielers aus. Wie und wo es für ihn weitergeht, ist noch offen. An den SV Werder Bremen ist Niklas Schmidt noch bis 2022 gebunden.

Luc Ihorst:

Der Mittelstürmer ist ebenfalls eine Leihgabe vom SV Werder Bremen. In der ersten Saisonhälfte avancierte er sogar zur Stammkraft im Osnabrücker Angriff, erzielte in 17 Spielen aber nur zwei Tore. Dann brachte ihn zunächst eine Rotsperre sowie kurz darauf eine Leistenverletzung mit anschließender Operation außer Tritt. Ihorst fehlt seit Mitte Februar. Dass er in dieser Saison noch einmal auf den Platz zurückkehrt, ist unwahrscheinlich. Beim VfL Osnabrück herrscht aber die Hoffnung, dass erstens die Relegation erreicht wird und zweitens Luc Ihorst dann wenigstens als Joker zur Verfügung stünde. Ob der 21-Jährige mit dem VfL in die dritte Liga gehen würde, ist ungewiss. Bis Juni 2022 ist der Leihvertrag datiert. (csa) So könnt Ihr das DFB-Pokalspiel zwischen Werder Bremen und dem VfL Osnabrück live im TV und im Livestream sehen. Auch interessant: Trotz des erneuten Absturzes des SV Werder Bremen hält Frank Bauman erneut an Florian Kohfeldt fest.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare