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Happy Birthday: Viktor Skripnik, Ex-Profi und Trainer des SV Werder Bremen, feiert seinen 50. Geburtstag.

Ex-Profi und -Trainer von Werder Bremen

Viktor Skripnik feiert 50. Geburtstag: In der Heimat auf Champions-League-Kurs

Bremen – Ob sie daran gedacht haben, ist nicht überliefert. Es spielt allerdings auch keine große Rolle, denn fest steht: Vladen Yurchenko und Vladyslav Kochergin haben Viktor Skripnik vor einigen Tagen so oder so eine große Freude bereitet.

Ihm – wenn man so möchte – ein vorgezogenes Geschenk gemacht: mit ihren Toren. Yurchenko in der 30. Minute, Kochergin in der Nachspielzeit, 2:0 gegen Kolos Kovalivka, womit die Siegesserie von Sorja Luhansk auf vier Spiele angewachsen ist. Eine tolle Geschichte ist es, die Skripnik, der Trainer, seit Sommer in seiner Heimat schreibt. In der Ukraine scheint er sein sportliches Glück endlich wiedergefunden zu haben. Am Dienstag feiert der ehemalige Profi und Trainer von Werder Bremen seinen 50. Geburtstag.

Werder Bremen: Skripnik und Kohfeldt erlebten bewegende Jahre

Skripniks Telefon dürfte sich im Laufe des Tages also mehrfach melden, und vermutlich wird irgendwann auch Florian Kohfeldt eine Nachricht schicken oder in der Leitung sein. Bei Werder Bremen haben die beiden Männer schließlich bewegte Jahre gemeinsam erlebt. Skripnik als Cheftrainer, Kohfeldt als sein Assistent, als „unser Student“, wie der Ältere den Jüngeren ob dessen Analyse-Fähigkeit gerne nannte. 

Es war Skripniks erste Trainerstation im Profibereich, nach 138 Bundesligaspielen für Werder sprang der U23-Trainer im Oktober 2014 als Nachfolger von Robin Dutt auf den Bundesliga-Chefsessel. Kurz zusammengefasst: 70 Spiele, guter Beginn, böses Ende. Im Herbst 2016 musste Skripnik, der Double-Sieger von 2004, gehen. Eine bittere Erfahrung, die bei Werders heutigem Chefcoach Kohfeldt bis in die Gegenwart nachwirkt. „Was mit Viktor passiert ist, gerade in den letzten Monaten seiner Amtszeit, hat mich beschäftigt. Viktor ist ein sehr guter Trainer und ein sehr starker Mensch, aber wie er am Ende unter den ausbleibenden Ergebnissen litt, hat mich sehr nachdenklich gemacht“, sagte Kohfeldt einmal gegenüber dem Fußballmagazin „11 Freunde“.

Werder Bremen: Viktor Skripnik verschwand von der öffentlichen Bildfläche

Skripnik verschwand danach von der öffentlichen Bildfläche, machte sich rar. Medienwirksame Auftritte waren schon zu Amtszeiten nie seine Sache gewesen. Erst im Juli 2018 der nächste Job, FC Riga, erste lettische Liga. In nur sieben Monaten holt Skripnik das zweite Double seiner Karriere, Meisterschaft und Pokal, wird zu Lettlands Trainer des Jahres gewählt – und trotzdem ersetzt. „Das war so abgesprochen“, sagte er im Sommer 2019 gegenüber der DeichStube, kurz nachdem er bei Sorja Luhansk angeheuert hatte.

Viktor Skripnik holte 2004 mit Werder Bremen den Meistertitel und den Pokal.

Der Verein, der wegen des Ost-Ukraine-Konflikts nicht in der eigenen Stadt spielen kann, stattdessen in Saporischja am Dnjepr ein Exil gefunden hat, hat ein großes Ziel: Sorja will hinter Donezk und Dynamo Kiew dauerhaft die dritte Kraft des Landes werden. „Und vielleicht können wir Schachtar und Dynamo auch ein bisschen ärgern“, erklärte Skripnik. Bisher hat das zumindest mit Kiew ganz gut geklappt. Aktuell belegt Luhansk den zweiten Tabellenplatz hinter Donezk, das mit zwölf Punkten Vorsprung längst enteilt ist. Kiew ist allerdings nur Vierter, weist einen Zähler weniger als Skripniks Mannschaft auf. Das Hinspiel endete im September 2:2. Sollte es Luhansk gelingen, Rang zwei bis zum Ende der Saison – das heißt auch in der folgenden Meisterschaftsrunde der ersten sechs Teams – zu verteidigen, dürfte der Verein an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen. Es wäre ein großer Erfolg, nachdem Luhansk im Sommer bereits die Quali zur Europa League gespielt hatte, dort aber an Espanyol Barcelona gescheitert war. Mit Skripnik winkt nun der nächste Schritt.

Viktor Skripnik kann zufrieden auf die vergangenen Monate zurückblicken

An seinem 50. Geburtstag hat der Ex-Bremer also allen Grund, zufrieden auf sein Wirken in den vergangenen viereinhalb Monaten zurückzublicken. Und wer weiß? Vielleicht bereiten ihm Vladen Yurchenko und Vladyslav Kochergin ja auch ein nachträgliches Geschenk. Am Samstag gastiert Sorja Luhansk beim Tabellenfünften PFK Olexandrija. (dco)

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