Eren Dinkci und der SV Werder Bremen haben das erste Testspiel im Jahr 2022 gegen Viktoria Berlin souverän gewonnen.
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Eren Dinkci und der SV Werder Bremen haben das erste Testspiel im Jahr 2022 gegen Viktoria Berlin souverän gewonnen.

Werder schlägt Berlin klar

Ole Werner mit dem Auftakt zufrieden: Werder Bremen feiert souveränen Testspiel-Erfolg gegen Drittligist Viktoria Berlin

Bremen – Nun ist ein Test eben nur genau das: ein Test. Er ist wichtig, soll dann aber in der Regel doch nicht überbewertet werden. Und dennoch: Das eine oder andere Indiz liefert solch eine Begegnung dann doch. Werder Bremen jedenfalls hat die erste Prüfung des Jahres problemlos gemeistert und den Drittligisten Viktoria Berlin im Stadion „Platz 11“ sicher mit 3:0 (3:0) bezwungen. Und tatsächlich: Ein paar brauchbare Hinweise gab es auch noch.

Denn da ist ja dieses kleine Problem in der Defensive. Weil sich Marco Friedl und Milos Veljkovic coronabedingt in Quarantäne befinden, werden für das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am 15. Januar zwei neue Nebenleute von Ömer Toprak benötigt. Gegen die Berliner schickte Ole Werner Anthony Jung und Lars Lukas Mai an die Seite des Abwehrchefs, an der bewährten Dreierkette wurde also nicht gerüttelt. Und dem Coach des SV Werder Bremen gefiel durchaus, was er zu sehen bekam. „Wir haben zu null gespielt – das ist dann schon immer ein ganz gutes Indiz dafür, dass alles in Ordnung war“, sagte Ole Werner nach dem Schlusspfiff. „Mir haben die Drei in der ersten Halbzeit gut gefallen. Wir haben vor dem Test jetzt auch nicht allzu viel Zeit in die Gegnervorbereitung investiert, insofern hat es vielleicht ein paar Minuten gedauert, bis Räume im eigenen Ballbesitz klarer wurden.“

Trotzdem hätte Werder Bremen beinahe schnell geführt. Die Partie war keine zwei Minuten alt, als Eren Dinkci völlig allein vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht war, den Ball dann jedoch gegen den Pfosten gesetzt hatte. Es folgte die besagte Phase, in der auch die Gäste etwas mehr probierten – weil die Bremer Fehler im Aufbau machten. Drittligist Viktoria Berlin spielte dabei durchaus unangenehm, forderte wie gewünscht den Favoriten, der letztlich trotz Wind und Regen aber alles unter Kontrolle hatte.

(Verfolgt auch das Testspiel Werder Bremen gegen Hannover 96 im Live-Ticker der DeichStube!)

Werder Bremen feiert Testspiel-Sieg gegen Viktoria Berlin: Kyu-hyun Park, Eren Dinkci und Marvin Ducksch treffen

Nach etwas mehr als einer Viertelstunde war es schließlich an der Zeit für das 1:0. Nach einer schönen Kombination landete der Ball bei Nicolai Rapp, der viel Übersicht bewies und noch einmal auf Kyu-Hyun Park ablegte. Der südkoreanische Linksverteidiger traf ohne Probleme (16.). Und Werder Bremen blieb am Drücker. Erst bediente Lasse Mai den lauffreudigen Felix Agu, der jedoch am Keeper scheiterte (26.), dann vergab erneut Dinkci nach einer Vorlage von Marvin Ducksch (34.). Der Bremer Topstürmer war es kurz darauf höchstselbst, der das 2:0 besorgte. Agu war bei einem Laufduell im Strafraum gefoult worden, Ducksch verwandelte den fälligen Elfmeter souverän (37.). Bevor es in die Kabine ging, gab es noch ein weiteres Schmankerl. Quasi mit dem Pausenpfiff schickte Niklas Schmidt mit einem herrlichen Pass Agu auf die Reise. Die folgende Hereingabe wurde zwar abgewehrt, landete aber genau vor den Füßen von Dinkci – 3:0 (45.).

„Die Bedingungen waren von der Witterung und den Platzverhältnissen her sicherlich gerade zu Beginn nicht optimal, aber die Jungs haben das gut angenommen und gut Zug im Spiel gehabt, lobte auch Werder-Sportchef Frank Baumann den Auftritt. „Aus meiner Sicht gab es auch eine gute Staffelung im Spiel und viele gute Aktionen.“ Für die zweiten 45 Minuten galt das dann allerdings nur noch bedingt. Ole Werner hatte zum Wiederanpfiff ordentlich durchgewechselt. Aus der bisherigen Dreierkette wurde so kurz eine Viererreihe mit Mai, Fabio Chiarodia, U23-Akteur Tim-Justin Dietrich und Oscar Schönfelder. Auch Romano Schmid und Christian Groß durften ran, neben Dinkci stürmte nun Roger Assalé. Nach den personellen Veränderungen lahmte das Spiel des SV Werder Bremen auf dem immer schlechter werdenden Rasen etwas, Höhepunkte blieben lange Zeit Mangelware.

Werder Bremen siegt mühelos gegen Viktoria Berlin: Luca Plogmann entschärft einzige Großchance

Nach 65 Minuten setzte immerhin Tim van de Schepop aus der U23 ein Zeichen, als er nur kurz nach seiner Einwechslung ganz knapp am Tor vorbeizielte. Wenig später war die Gelegenheit für den Angreifer sogar noch größer, als er nach Doppelpass mit Assalé frei auf das Tor zulief, den Ball aber in die Wolken jagte (74.). Werder Bremen spielte inzwischen wieder mit einer Dreierkette, nachdem auch Lasse Mai Zeit zum Verschnaufen bekommen hatte. Die Berliner drückten in der Schlussphase zwar noch einmal, Torhüter Luca Plogmann war allerdings nur bei einem Schuss von Moritz Seiffert noch einmal ernsthaft gefordert (89.). Folglich urteilte Ole Werner über seine zweite Abwehrformation: „Ich fand, dass die Youngster das in der zweiten Halbzeit auch gut gemacht haben.“

Aber eben nicht nur sie. „Insgesamt bin ich zufrieden. Für uns ging es darum, dass wir diese Dynamik, die wir vor der Winterpause hatten, nun auch als Gruppe in den Testspielen wieder haben“, meinte der Cheftrainer des SV Werder Bremen. „Wir wollen als Gruppe spürbar auf dem Platz sein, geschlossen stehen. Das haben wir getan. Auch von der Ordnung und der Organisation her haben wir viele Dinge schon ganz ordentlich gemacht. Sicherlich haben wir noch die eine oder andere Gelegenheit mehr auf ein Tor gehabt, aber trotzdem bin ich mit beiden Halbzeiten zufrieden.“ Und mehr kann man von einem Test doch eigentlich wirklich nicht erwarten. (mbü)

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