Werder Bremen hat in der Relegation den Klassenerhalt gefeiert. Wie geht in Zukunft weiter? Viele Clubs, zeigt die Statistik, sind nach solchen Situationen stark zurückgekommen.
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Werder Bremen hat in der Relegation den Klassenerhalt gefeiert. Wie geht in Zukunft weiter? Viele Clubs, zeigt die Statistik, sind nach solchen Situationen stark zurückgekommen.

Vorbilder für Werder

Erst am Abgrund, dann mit Aufschwung: Viele Clubs starten nach überstandener Relegation durch - und Werder?

Bremen – Bei aller Freude über den erreichten Klassenerhalt und bei aller damit verbundenen Erleichterung – diesen einen Hinweis konnte sich Frank Baumann nach dem 2:2 von Werder Bremen im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Heidenheim dann doch nicht verkneifen.

„Selbst nach einem Abstieg wäre es für uns weitergegangen“, sagte der Sportchef des SV Werder Bremen in einer kleinen Medienrunde. „Dass haben vergleichbare Clubs ja auch geschafft. Köln, Hertha, Stuttgart“, zählte Baumann auf – und kam zu dem Schluss: „Man hat auch nach einem Abstieg die Möglichkeiten, zurückzukommen und erfolgreich zu sein in der Bundesliga.“ Werder – nun glücklicherweise ohne den Umweg durchs Unterhaus – möchte das bereits in der kommenden Saison wieder schaffen, dieses Erfolgreichsein in der Bundesliga, und zumindest statistisch gesehen sind die Bremer da auf einem guten Weg.

Der Blick in die jüngere Bundesliga-Geschichte zeigt, dass jene Vereine, die die Relegation erfolgreich überstanden haben, in der Folgesaison nicht abgestiegen sind. Und mehr noch: Viele von ihnen machten in der Tabelle einen großen Sprung nach oben. Das mit Abstand deutlichste Beispiel dafür liefert Borussia Mönchengladbach, das in der Spielzeit 2010/2011 als Bundesliga-16. in die Endscheidungsrunde musste, dort den VfL Bochum knapp bezwang (1:0, 1:1) – um nur eine Saison später völlig überraschend als Tabellenvierter in die Champions League zu stürmen.

Werder Bremen-Vorbilder: Clubs klettern nach Relegation oft viele Plätze in Folgesaison

Der VfL Wolfsburg musste zwar zweimal hintereinander in die Relegation (2017 und 2018), sprang dann aber um zehn Plätze in der Tabelle nach oben und trug seinen Teil zu folgendem Schnitt bei: Seit der Wiedereinführung der Relegation im Jahr 2009 verbesserten sich die geretteten Erstligisten in der Saison danach durchschnittlich um 6,25 Plätze.

Die Gründe dafür dürften zum einen darin liegen, dass viele Profis mental gefestigt aus dem Stahlbad Relegation gekommen sind. Zum anderen aber natürlich auch daran, dass die jeweiligen Clubs ganz offensichtlich die richtigen Schlüsse aus ihren schlimmen Saisons gezogen haben. Genau das hat Werder Bremen in den vergangenen Tagen auch versucht.

Werder Bremen kündigt nach Klassenerhalt in Relegation Veränderungen an

Die angekündigte Großanalyse der zweitschlechtesten Saison der Vereinsgeschichte (nur getoppt vom Abstiegsjahr 1980) ist seit Mittwoch abgeschlossen, Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Baumann bleiben bei Werder Bremen. Dem Gladbacher Beispiel von 2012 – aus der Relegation direkt in die Königsklasse – wird bei Werder trotzdem niemand ernsthaft nacheifern. Aber ein bisschen entspannter, ein bisschen erfolgreicher darf die Spielzeit 2020/2021 an der Weser gerne werden.

„Wieso? Ich fand den Klassenerhalt relativ souverän“, hatte Baumann in Heidenheim gesagt – und laut gelacht. Dann, ernster: „Es passt zu unserer Saison, dass wir bis zur letzten Sekunde zittern mussten, dass wir uns das Leben selbst schwer gemacht haben.“ Und genau so etwas soll in der neuen Spielzeit nicht wieder passieren. (dco)

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