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Wissenswertes vor dem Heimspiel von Werder Bremen gegen Union Berlin: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett vor Werder gegen Union

Notizen vor Werder gegen Union: Hitziges Spiel, eigener Flieger und Gegner im Formcheck

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 21. Spieltag geht es um Union Berlin.

Spruch von Union-Profi Robert Andrich

„Warum? Sieht es so scheiße aus?“

Robert Andrich auf die Frage, ob er eine Wette verloren habe, weil er seine Haare blondiert hat.

Union Berlin: Winter-Neuzugang Yunus Malli

Etwas überraschend kam dieser Transfer schon: Yunus Malli verstärkt Union in der zweiten Saisonhälfte. Der Wolfsburger wird bis zum Saisonende ausgeliehen. „Ich war mit meinen Einsatzzeiten unzufrieden“, haderte der 27-Jährige über das letzte halbe Jahr bei den Niedersachsen, für die der frühere Mainzer seit Januar 2017 agiert hat.

 Zuletzt war der türkische Nationalspieler beim neuen Trainer Oliver Glasner lediglich noch in zwei Partien der Europa League zum Einsatz gekommen. Malli trägt die Nummer 18. In dem Leihvertrag ist keine Kaufoption vorhanden. Die „Eisernen“ freuen sich auf einen variablen und kreativen Mittelfeldspieler, wie Oliver Ruhnert, der Geschäftsführer Profifußball, betonte. Der Ex-Wolfsburger spielte in der Liga zweimal.

Hitziges Hinspiel von Werder Bremen gegen Union Berlin

Hitzig und rasant, von der ersten Sekunde an umkämpft und hektisch, so gestaltete sich die Partie an der Alten Försterei. Im Mittelpunkt: Tobias Welz, der Unparteiische aus Wiesbaden, überfordert mit der Spielleitung, ungenügend im Zusammenspiel mit dem Video-Assistenten Sebastian Dankert. So war der erste Elfmeter, den Davy Klaassen zum 1:0 verwandelte, unberechtigt. Der Niederländer hatte leicht früh abgehoben im Duell mit Union-Keeper Gikiewicz. Beim Strafstoß der Berliner, von Andersson vollstreckt, soll Groß Hand gespielt haben, eine Szene, die einen Eingriff durch den VAR nicht zwingend vorschrieb, weil zuvor keine klare Fehlentscheidung. 

Kurios danach, dass die Abwehraktion von Lenz mit gehobenem linken Arm und Vergrößerung der Körperfläche trotz VAR keinen Elfer erbrachte. Nach der Pause gab es den dritten Elfmeter: Klaassen scheiterte. Wenig später gelang Niklas Füllkrug das Tor zur erneuten Führung und zum 2:1-Endstand. Werder bangte bis zum Schluss dieser harten Auseinandersetzung, in der es gegen Ende noch zweimal die Ampelkarte für Neven Subotic und Nuri Sahin gab, zwei überzogene Maßnahmen des überforderten Unparteiischen.

Verfolgt den Abstiegskracher zwischen Werder Bremen und Union Berlin in der DeichStube!

Bestwerte bei Union Berlin

Die Zahlen beweisen, welche Bedeutung dieser Spieler für den Aufsteiger hat. Christopher Trimmel ist stark im Zweikampf (65,1 Prozent) und herausragend im Passspiel (88,6 Prozent). In beiden Kategorien führt er das Ranking bei Union an. Die weiteren Spitzenreiter: Christopher Lenz mit 66 Ballkontakten pro Spiel sowie Joshua Mees mit 13,6 km Laufstrecke.

Sebastian Andersson - der große Gewinner

Besser kann es nicht laufen in der Debüt-Saison: Sebastian Andersson lief gleich mal zur Hochform auf. Acht Treffer gelangen dem introvertierten Schweden – damit ist er Unions bester Schütze zum Ende der Halbserie. Was ihn auszeichnet? Gute Technik und imponierende Kopfballstärke. Fähigkeiten, die ihn zu dem Zielspieler im Angriff des Neulings machen.

Union Berlin - die Überraschung der Saison

Bei der Umfrage des „Kicker“ unter den Profis wurde die Leistung des Aufsteigers gewürdigt. In der Rubrik „Positive Überraschung“ landete Union auf dem dritten Rang. 17,2 Prozent der teilnehmenden 239 Spieler gaben ihr Votum für die Berliner ab. Vor Union landeten der SC Freiburg (41,8 Prozent) und Mönchengladbach (26,8 Prozent).

Statistik von Werder Bremen gegen Union Berlin

Erst zweimal standen sich die Clubs gegenüber. Beide Male siegten die Bremer, die das Hinspiel in der Bundesliga mit 2:1 gewannen. Die erste Partie gegen Union Berlin fand am 2. Auguist 2009 statt. Erste Runde im DFB-Pokal, souveräner 5:0-Sieg von Werder. Je zwei Tore steuerten Boubacar Sanogo und Marcelo Moreno bei, einmal war Naldo erfolgreich. In der Bremer Elf standen zwei Spieler, die heute entscheidende Funktionen bei dem Bundesligisten bekleiden: Kaderplaner Clemens Fritz und Assistenztrainer Tim Borowski.

Christopher Trimmel: Verlängerung mit Kapitän

Schon im letzten Frühjahr deutete sich an, dass die Zusammenarbeit längerfristig angelegt ist: Der neue Vertrag, so gab Union in einer Pressemitteilung bekannt, habe eine Laufzeit bis zu zwei Jahren und sei sowohl für die Bundesliga als auch für die 2. Liga gültig. Sollte sagen: Christopher Trimmel hatte in dem Kontrakt festgeschrieben, dass eine Verlängerung an eine bestimmte Anzahl von Spielen gekoppelt ist. „Unabhängig von einer möglichen Option“, so nun die Mitteilung des Clubs, ist der Vertrag in der Winterpause verlängert worden. Der Verteidiger, seit 2014 für die „Eisernen“ im Einsatz, seit 2018 Kapitän der Truppe, gilt als Muster an Zuverlässigkeit. Der Nationalspieler aus Österreich kommentierte: Er fühle sich hier extrem wohl, mit dem Aufstieg habe er sich einen Traum erfüllt, die Verlängerung sei nun „der nächste logische Schritt.“

Ex-Bremer Anthony Ujah hat keinen leichten Stand

Im Sommer kam er mit großen Erwartungen nach Berlin, Anthony Ujah wollte sich beim Neuling als Stammspieler etablieren. Doch dem Nigerianer, von 2015 bis 2016 bei Werder mit 32 Spielen im Einsatz, wobei ihm elf Tore glückten, gelang dies nicht. Nun startet 29-Jährige einen neuen Anlauf in Köpenick. Ein schweres Unterfangen, denn Sebastian Andersson ist als Mittelstürmer gesetzt. Und mit Sebastian Polter und Marcus Ingvartsen stehen weitere Rivalen in Lauerstellung. „Ich will da sein, wenn Mannschaft und Trainer mich brauchen“, hat Ujah angekündigt.

Langzeitverletzte kehren bei Union Berlin zurück

Beim Trainingsauftakt meldeten sich zwei Verletzte zurück, beide waren mit Knieverletzungen lange ausgefallen: Grischa Prömel seit Ende August sowie Keven Schlotterbeck, seit Ende November. „Beide sind auf dem Weg zurück“, freute sich Trainer Urs Fischer über den Zuwachs in seinem Kader. Schlotterbeck hat sich schon wieder einen Stellenwert erarbeitet, Prömel kam im Pokal als Einwechselspieler zu einem Einsatz.

Das ist die mögliche Aufstellung von Werder Bremen im Heimspiel gegen Union Berlin

Auch Union Berlin steht im DFB-Pokal-Viertelfinale

Einmal durften sich die Eisernen als Pokalsieger feiern lassen. 1968 noch zu DDR-Zeiten, als sie mit 2:1 gegen FC Carl Zeiss Jena den FDGB-Cup holten. Auf gesamtdeutscher Ebene hatten die Berliner ihren großen Auftritt in der Spielzeit 2000/2001, als sie erst im Finale gestoppt wurden: 0:2 gegen Schalke 04 für die Mannschaft des Trainers Georgi Wassilew. Seitdem hatten sie nie mehr das Viertelfinale erreicht, was ihnen nun am Mittwoch beim 1:0 in Verl glückte. Andrich mit einem Traumtor erzielte das Goldene Tor beim Erfolg über den Favoritenschreck. 

Nach dem Pokalspiel in Verl ist Union nicht wieder nach Berlin zurückgekehrt. Das ist der Plan für die Vorbereitung der Liga-Partie bei Werder. Folge dieser Maßnahme: Die Größe des Kaders, ansonsten bei 20 Akteuren, ist auf 23 aufgestockt worden. So hofft auch der Ex-Bremer Felix Kroos darauf, rechtzeitig wieder fit zu werden und ins Aufgebot zu rücken. Kroos laborierte zuletzt an muskulären Problemen.

Vertragspoker mit Union-Keeper Gikiewicz

Längst hat er begonnen, der Vertragspoker bei Torwart Rafal Gikiewicz. Der Keeper hat sich einen Namen gemacht und ist umworben. Nun hat die Nummer eins, dessen Kontrakt bis zum Sommer befristet ist, seinen Abgang in Aussicht gestellt. „Das erste Angebot kann ich nicht akzeptieren“, ließ sich der 32-Jährige in einem Interview der polnischen Tageszeitung „Przeglad Sportowy“ zitieren. Es geht natürlich wie immer um Geld und um die Laufzeit des neuen Vertrags.

Gikiewicz: „Ich muss auch auf die finanzielle Seite schauen. Wenn man gute Leistungen bringt, muss man auch so einen Vertrag bekommen.“ Doch das größte Problem: Das Arbeitspapier soll für die erste und zweite Liga gelten, was nicht im Sinne des Schlussmanns ist, der erstklassig bleiben möchte. Für den Neuling könnte sich schlimmstenfalls erst im Mai entscheiden, in welcher Klasse er in der kommenden Spielzeit spielen darf. So lange wollen die Bosse nicht warten, sie erwarten eine Entscheidung Ende März. Möglich: Gikiewicz geht, Union muss einen neuen Keeper suchen.

Abgehoben: Union Berlins eigene Maschine

Abgehoben sind sie schon immer, die Eisernen halten sich für etwas Besonderes. Ein permanenter Höhenflug, der nun auch im wahrsten Sinne des Wirtes stattfindet. Jüngst durfte sich der Aufsteiger über ein eigenes Flugzeug freuen, das die Stars des Clubs, die eigentlich keine sein wollen, zu den Auswärtsspielen bringt. Der Regionalflieger vom Typ Q-400 brachte die Berliner schon zu den letzten Partien in der Fremde. Auf dem Rumpf der Maschine prangte das Vereinslogo sowie der Schriftzug „Mannschaftstransport“. Alles geht auf den seit Oktober bestehenden Kooperationsvertrag mit der Zeitfracht Gruppe zurück, dessen Gesellschaft German Airways nun die Köpenicker in die Luft bringt.

Form von Union Berlin

In der Liga läuft es vor allem auswärts nicht. Zwei Niederlagen bei schweren Gegnern: 1:3 in Leipzig sowie das ernüchternde 0:5 in Dortmund am letzten Spieltag. Dafür landete Union zuhause einen wichtigen Sieg am 18. Spieltag: 2:0 gegen Augsburg. Zwischenstand: Mit 23 Punkten liegt das Team auf dem 12. Rang, punktgleich mit  Hertha und Köln, mit gewissem Abstand zu den vier arg bedrohten Clubs, zu denen auch Werder zählt.

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