Trainer Florian Kohfeldt hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt beim SV Werder Bremen noch lange nicht aufgegeben.
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Trainer Florian Kohfeldt hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt beim SV Werder Bremen noch lange nicht aufgegeben.

Kein Zweifel am Klassenerhalt von Werder Bremen

Schwarze Serie, wenig Zeit – warum Werder-Trainer Florian Kohfeldt trotzdem nicht zweifelt

Bremen – Florian Kohfeldt präsentiert sich wie immer. Smart, charmant, humorvoll. 

Wer bei Ansicht der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr, DeichStuben-Liveticker) den Ton abdreht, würde niemals auf die Idee kommen, dass der Trainer mit dem SV Werder Bremen in höchster Abstiegsgefahr schwebt.

Kohfeldt lacht zu viel, als dass man ihm die Krise ansehen könnte. Doch vor seinen Spielern, das deutet der Coach an, tritt er mittlerweile ganz anders auf. Nach der 0:3-Pleite von Werder Bremen bei RB Leipzig habe es jedenfalls eine Aufarbeitung „ohne Höflichkeitsfloskeln“ gegeben. Ob das hilft, um gegen Borussia Dortmund, den nächsten Top-Gegner, erneut zu bestehen?

Werder Bremen gelingt DFB-Pokal-Coup gegen Borussia Dortmund

Im DFB-Pokal-Achtelfinale war es vor etwas mehr als zwei Wochen gelungen. Es war ein völlig überraschendes 3:2, das weder in die Reihe der Leistungen und Ergebnisse in den Wochen davor noch in den Wochen danach passte. Denn in der Bundesliga lief – wie jeder weiß – gar nichts für Werder. Zuletzt wirkte das, was der Tabellen-17. auf den Rasen brachte, so trostlos, dass Kohfeldt sich die Frage gefallen lassen muss, was ihn bei schon fünf Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz überhaupt an den Klassenerhalt glauben lässt.

Werder Bremen: Drei Gründe für Hoffnung bei Florian Kohfeldt

Der Trainer baut als Antwort ein Haus der Hoffnung, das er auf drei Säulen stellt. Säule Nummer eins: Der Sieg im Pokal – aber nicht etwa, weil der Werder-Gegner am Samstag wieder Borussia Dortmund heißt, sondern generell. „Dieser Abend hat uns viel Zuversicht gegeben“, sagt Kohfeldt und glaubt an eine Wirkung, die auch die nachfolgenden Pleiten gegen Union Berlin (0:2) und RB Leipzig (0:3) nicht zerstören konnten. Vielleicht gibt es diese Wirkung wirklich, vielleicht auch nicht. Messbar ist dieser Faktor sowieso nicht.

Säule Nummer zwei besteht ebenfalls aus einer subjektiven Wahrnehmung. Kohfeldt nennt sie „Trainingsqualität“. Die sei wegen immer weniger Verletzten „seit einigen Wochen gesteigert. Aber ich weiß auch, dass man davon im Spiel noch nichts gesehen hat“, räumt der 37-Jährige ein und verspricht: „Auf Dauer wird sich das aber auf den Wettkampf auswirken.“ Mit der Dauer ist es jedoch so eine Sache. Auf dem Restspielplan stehen nur noch zwölf Spiele – viel „Dauer“ bleibt da nicht.

Werder Bremen: Glaube von Florian Kohfeldt „wird nie weggehen“

Und die dritte Säule ist groß mit dem Begriff „Glauben“ plakatiert. Niemand im Team und im Club zweifelt am Klassenerhalt, behauptet Florian Kohfeldt: „Trotz der vielen Negativerlebnisse, die wir hatten, und trotz der Enttäuschung, die natürlich riesig ist, im Umfeld, aber auch bei uns, ist der Glaube, diese Situation zu bewältigen, bei allen Beteiligten einfach vorhanden.“

Nun lässt sich fraglos anmerken, dass die Kohfeldt-Punkte nach acht Niederlagen in den vergangenen neun Spielen sowie der 694 Minuten ohne selbst erzieltes Bundesliga-Tor schwammig und herbeigeredet wirken. Aber es sind nunmal die „drei Hauptpunkte“, wegen der er der Meinung ist, „dass wir uns zeitnah in der Tabelle voranbewegen werden. Sie sind der Hauptnährboden für den Glauben, der nie weg war und nie weggehen wird. Aber ich weiß auch, dass wir nicht mehr viel Zeit haben“, erklärt Kohfeldt.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt bekommt Aufmunterung von Fans

Ein Dutzend Endspiele sind es, wie sie bei Werder gerne betonen, in denen es nur um eines geht: den Abstieg, sprich den größtmöglichen Schaden, am Ende irgendwie abzuwenden. Dafür ist der Verein auch auf die volle Unterstützung seiner Fans angewiesen – das weiß Kohfeldt, und das weiß auch Sportchef Frank Baumann. „Natürlich ist es im Umfeld unruhig“, sagt der 44-Jährige, dem vollkommen klar ist, was passieren muss, damit sich daran wieder etwas ändert: „Der Funke muss von der Mannschaft wieder aufs Publikum überspringen. Dann können wir uns auch dem Support unserer Fans wieder absolut sicher sein.“

Kohfeldt klingt beinahe beeindruckt, wenn er von den Werder-Fans spricht und von vielen aufmunternden Rückmeldungen berichtet: „Der Grundtenor, den ich von den Fans, die ich treffe, mitbekomme, ist klar: Nicht aufgeben, wir sind dabei!“ Und wer weiß – vielleicht trug auch diese Tatsache ihren Teil zur grundsätzlich guten Laune des Trainers während der Pressekonferenz bei. (csa/dco)

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