Für den SV Werder Bremen geht im Endspiel gegen Borussia Mönchengladbach um den Klassenerhalt - und noch mehr.
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Für den SV Werder Bremen geht im Endspiel gegen Borussia Mönchengladbach um den Klassenerhalt - und noch mehr.

Werder-Finale: Abstieg oder Klassenerhalt?

Ehre, Zukunft, Fan-Glück und ganz viel Geld: Für Werder Bremen steht viel auf dem Spiel

Bremen – Abstieg oder Klassenerhalt? Diese Frage hat Werder Bremen in den vergangenen Jahren immer wieder durch die Bundesliga begleitet. Bisher hieß die Antwort jeweils: Klassenerhalt! Sollte es dieses Mal anders ausgehen und Werder absteigen, würde das die Probleme der Bremer potenzieren – vor allem wirtschaftlich. Aber es geht auch um andere Aspekte. 

Was am Samstag für Werder Bremen im Abstiegskampf-Finale gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Spiel steht.

Die Ehre eines Vereins: Der SV Werder kann eigentlich stolz auf sich sein: Mit 1933 Spielen in der Bundesliga sind die Bremer der Rekordhalter in Deutschland. Doch damit wäre es bei einem Abstieg sicher vorbei. Der FC Bayern - aktuell bei 1907 Spielen - würde in der kommenden Saison vorbeiziehen, um dann in allen Kategorien der „Ewigen Tabelle“ ganz vorne zu stehen: Die meisten Spiele, die meisten Punkte, die meisten Tore, die meisten Siege. Werder Bremen bliebe dann nur noch eine Erinnerung an die Ehre, selbst mal ein „Ewiger Bester“ gewesen zu sein.

Werder Bremen droht der Abstieg - und dann?

Das Glück der Fans: 41 Jahre ohne Abstieg – was der Gang in die Zweite Liga bei den Fans auslösen würde, ist leicht vorstellbar. Tränen, Enttäuschung, Wut und Melancholie. Um einen kleinen Ausblick auf die Gefühle beim Abstieg zu geben, reicht ein Satz von Dr. Franz Böhmert. „Alles liegt wie im Koma“, sagte der damalige Vereinsvorsitzende, als Werder Bremen 1980 runter musste in Liga zwei.

Ganz viel Geld: Genau beziffern lässt es sich noch nicht, wie teuer Werder der Abstieg de facto käme, aber dass es sehr, sehr, sehr teuer wird, ist schon klar. Allein die TV-Gelder würden um cirka 30 Millionen Euro zurückgehen, sich damit in etwa halbieren. Die Summe der Sponsorengelder schmilzt zudem um zehn Millionen Euro. Und wenn die Zuschauer wieder ins Stadion dürfen, bringt das auch nicht mehr die aus Liga eins gewohnten Umsätze. Insgesamt rechnet Werder Bremen mit einem Einnahmeverlust von 40 Prozent.

Eine ganze Mannschaft: Die Werder-Mannschaft wird bei einem Abstieg auseinanderbrechen. Jiri Pavlenka, Marco Friedl, Ludwig Augustinsson, Milos Veljkovic, Leonardo Bittencourt, Maximilian Eggestein, Milot Rashica und Sargent – sie alle werden nicht zu halten sein, müssen sogar verkauft werden, um fehlende Millionen irgendwie wieder einzutreiben. Auch der Verbleib von Ömer Toprak sowie von jungen Spielern wie Romano Schmid, Johannes Eggestein (Rückkehr nach Leihe an Linzer ASK) und Manuel Mbom wäre nicht sicher.

Was ein Abstieg für den SV Werder Bremen bedeuten würde

Die Zukunft: Sagen wir es so: Werder Bremen würde vermutlich einen etwas längeren Anlauf benötigen, um wieder in die Bundesliga zurückzukehren. Der Verein muss Verbindlichkeiten von 75 Millionen Euro abbauen, muss eine neue Mannschaft aufbauen. Dass das nicht mal eben so geht und am Ende wie selbstverständlich die Rückkehr in die Bundesliga steht, dürfte jedem klar sein.

Und dann ist da auch noch diese nur wenig Mut machende Statistik: In den vergangenen elf Jahren schafften nur acht von 24 Erstliga-Absteigern die sofortige Rückkehr in die Bundesliga – also nur jeder dritte. Der Hamburger SV ist mittlerweile im dritten Anlauf seit dem Abstieg gescheitert, das zeigt, wie schwer es ist, sich aus Liga zwei wieder nach oben zu arbeiten. Beispiele wie die des 1. FC Kaiserslautern und 1860 München zeigen zudem, dass Anläufe Richtung Bundesliga auch dauerhaft in Liga drei enden können. (csa)

 Die Aufstellung von Werder Bremen im Abstiegskampf-Finale gegen Gladbach – so dürfte die Werder-Startelf aussehen!

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