Melvyn Lorenzen (hier im Trikot von ADO Den Haag), ehemaliger Bundesliga-Profi des SV Werder Bremen, hat auch nach 14 Monaten ohne Verein den Traum vom Profifußball nicht aufgegeben.
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Melvyn Lorenzen (hier im Trikot von ADO Den Haag), ehemaliger Bundesliga-Profi des SV Werder Bremen, hat auch nach 14 Monaten ohne Verein den Traum vom Profifußball nicht aufgegeben.

14 Monate ohne Verein

Ex-Werder-Spieler Melvyn Lorenzen glaubt noch an einen persönlichen Karriere-Neustart

London/Bremen – In seinen Internet-Profilen wirkt einiges trostlos. Seit 14 Monaten ist Melvyn Lorenzen vereinslos, einen Berater beschäftigt er offenbar auch nicht mehr und seine letzte Station war Karpaty Lwiw in der Ukraine, alles andere als ein Fußball-Hotspot in Europa. Obwohl er erst 26 Jahre alt ist, scheint es doch so, als sei seine Karriere bereits im Nichts angekommen. Momentan gibt es auch wenig, dass diesem Eindruck entgegenwirken könnte. Doch der Stürmer, der aus der U23 des SV Werder Bremen stammt und von Oktober 2013 bis April 2016 zu 14 Bundesliga-Einsätzen für die Bremer gekommen war, hat in einer durch die Corona-Pandemie zusätzlich verkomplizierten Situation weder Mut noch Selbstvertrauen verloren und glaubt weiter an eine Fortsetzung seiner Profi-Laufbahn.

„Für mich persönlich ist es ein ständiger interner Kampf, nicht aufzugeben und darauf zu vertrauen, dass die richtige Gelegenheit kommt“, sagt Melvyn Lorenzen im Interview mit „transfermarkt.de“ und räumt ein, dass dieser Kampf an manchen Tagen „ganz und gar nicht einfach“ ist: „Seit längerer Zeit verfolge ich kaum bis gar keine Fußballspiele mehr, da es mich extrem frustrieren kann, Spiele zu sehen, in denen ich ohne Weiteres mitwirken könnte.“ Aber niemand lässt den ehemaligen Profi des SV Werder Bremen mitspielen.

Ein Job-Angebot aus Skandinavien platzte im vergangenen Frühjahr, weil der Corona-Lockdown dazwischenkam, seither hält er sich irgendwie fit. Kurzzeitig bei seinem Heimatverein Holstein Kiel, seit geraumer Zeit aber in Eigenregie und mit anderen vertragslosen Profis in London, wo ein Teil von Lorenzens Familie lebt. „Seit einem langen Zeitraum bin nur ich es, der sich täglich morgens motiviert und sich nicht hängen lässt“, sagt er.

Werder Bremen: „14 Monate ohne Club nicht geschadet“ - Melvyn Lorenzen gibt Traum vom Profifußball nicht auf

Bei Werder Bremen hatten die Verantwortlichen ihm 2016 einen Wechsel nahegelegt. Er blieb trotzdem noch ein Jahr, „rückblickend ein Fehler“, wie Melvyn Lorenzen einräumt. Weiter ging‘s zu Ado Den Haag in die niederländische Eredivisie, 45 Spiele, drei Tore. Danach Karpaty Lwiw, ein Schlag ins Wasser. Nach zehn Wochen wurde der Vertrag aufgelöst, weil es dem Verein finanziell schlecht ging. Seither nichts mehr. Lorenzen, früher eine große Hoffnung bei Werder, ist raus aus dem Geschäft. Vorübergehend? Der Traum, dass die Karriere noch mal Fahrt aufnimmt, ist noch da. „Ich kann an nichts anderes denken, als wieder auf dem Platz zu stehen, meinem Team zu helfen und erfolgreich meinen Beruf auszuüben“, erklärt er und würde gerne allen zeigen, dass „ich mittlerweile bedeutend besser bin als der Melvyn, der damals 14-mal in der Bundesliga zum Einsatz kommen durfte.“

Wo oder in welcher Liga er das zeigen darf, wäre ihm schlussendlich egal. „Fremde Kulturen und Spielweisen wirken auf mich sehr reizvoll. Ich kann mir aber auch vorstellen, wieder in Deutschland zu spielen, wo ich bei vielen in Vergessenheit geraten bin. Dort noch mal groß aufzuspielen und für eine Überraschung zu sorgen, erfüllt mich mit viel Motivation.“ Die 14 Monate ohne Club und Vertrag hätten ihm nicht geschadet, behauptet Melvyn Lorenzen und sieht sogar Verbesserungen bei sich. „Meiner Qualitäten und welchen Sprung ich in den letzten Jahren durch viel Einzeltraining gemacht habe, bin ich mir bewusst. Von daher habe ich keine Sorge, dass ich selbst über Umwege wieder zum Spitzenfußball finden kann.“ (csa)

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