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Werder-Profi Max Kruse

Werder droht mit unpopulären Entscheidungen

Wegen Polizeikosten: Kein neuer Vertrag für Kruse?

Bremen – Er ist der Mann der Stunde in der Fußball-Bundesliga: Max Kruse. Dank ihm darf Werder von Europa träumen. Aber möglicherweise müssen die Bremer dann ohne ihren Star auf der internationalen Bühne auskommen.

Der Vertrag des 31-Jährigen läuft im Sommer aus. Er selbst zögert noch mit einer Vertragsverlängerung – und nun auch Werder. Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald bringt die Personalie Kruse in Verbindung mit den Polizeikosten, die der Bundesligist künftig wohl bei Hochrisikospielen zum Teil mittragen dürfte.

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Populistische Drohkulisse

„Man muss sehen, ob wir vielleicht mit Max Kruse nicht verlängern, damit wir diese Kosten bezahlen können“, sagte Hess-Grunewald im NDR-Sportclub. Der 58-Jährige kündigte auch an, das soziale Engagement des Vereins, „in das wir sehr viel Geld stecken“, zu überdenken: „Es gibt da eine Reihe unpopulärer Maßnahmen.“ Das hatte schon etwas von einer etwas populistischen Drohkulisse, die Hess-Grunewald da aufbaute.

Werder-Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald

Werder fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit in der Bundesliga. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte am Freitag entschieden, dass das Bremer Gesetz zur Beteiligung des Bundesligisten an den zusätzlichen Kosten bei Hochrisikospielen grundsätzlich rechtens ist. Allerdings müsse noch bei der Berechnung der tatsächlichen Kosten nachgebessert werden. Deswegen wurde das Verfahren an das Oberverwaltungsgericht Bremen zurückverwiesen. Die Klage des Landes Bremen richtet sich zwar gegen die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die hat aber bereits angekündigt, die Kosten komplett an Werder weiterzureichen. Der Bundesligist hat deshalb vorsorglich schon eine Rückstellung in der Bilanz in Höhe von einer Million Euro vorgenommen. 

Bislang hat das Land Bremen sieben Gebührenbescheide erstellt – mit einem Gesamtvolumen von über zwei Millionen Euro. Pro Saison rechnet Werder mit Zusatzkosten zwischen einer und zwei Millionen Euro.

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Mäurer schlug Fonds aller Bundesligisten vor

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer betonte stets, nicht Werder schaden zu wollen, sondern ausschließlich die DFL zur Kasse zu bieten. Es könnte nun aber ganz anders kommen. Vielleicht auch deshalb schlug Mäurer einen Fonds aller Bundesligisten vor. Doch Hess-Grunewald sieht dafür keine Akzeptanz in der Liga. Vor dem Mainz-Spiel habe er zum Beispiel mit den Verantwortlichen der Rheinhessen gesprochen, und die hätten verwundert abgelehnt. Bei ihnen gäbe es doch überhaupt keine Hochrisikospiele, warum sollten sie dann in einen Fonds zahlen. In Bremen ist das anders. Spätestens, wenn der Hamburger SV in der nächsten Saison wieder in der Bundesliga spielt, steht das nächste Hochrisikospiel mit zusätzlichen Kosten an. Dann reichen nicht mehr wie gegen Mainz 250 Polizisten, um für die Sicherheit im und um das Weserstadion zu sorgen, dann ist wohl wie in der Vergangenheit die vierfache Menge an Beamten nötig. Ein Max Kruse könnte vor Ort von alledem nichts mehr mitbekommen, wenn Werder die Ankündigung von Hess-Grunewald tatsächlich umsetzt.

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