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So sieht der erste Entwurf des neuen Nachwuchsleistungszentrums vom SV Werder Bremen in der Pauliner Marsch aus.

Bauauflagen und Mitspracherecht der Anwohner erschweren Planung

Weiter Weg zum NLZ-Neubau für Werder Bremen

Bremen – Die Zukunft von Werder Bremen spielt in der Pauliner Marsch. Doch die Gebäude auf Platz 11 neben dem Weserstadion sind für ein Nachwuchsleistungszentrum ziemlich marode und in einem desolaten Gesamtzustand. Schon seit Jahren wirbt der Bundesligist deshalb für einen Neubau, vor zehn Monaten wurden der Öffentlichkeit erste Konzeptpläne in einer Beiratssitzung vorgestellt.

Doch bei dem höchst umstrittenen Projekt geht es offenbar nicht wirklich voran. Die DeichStube hat bei Dr. Hubertus Hess-Grunewald, dem Präsidenten und Geschäftsführer des SV Werder Bremen, nachgefragt, wie der Stand der Dinge und wie groß vor allem noch die Geduld des Clubs ist.

Werder Bremen: Anwohner am Osterdeich besitzen besonderes Mitspracherecht bei Bebauung

„Fünf Jahre können wir sicherlich nicht warten“, sagt Hess-Grunewald, hält aber überhaupt nichts von einer Deadline: „Nur, wenn wir das Gefühl haben, dass wir die Probleme nicht gelöst bekommen, werden wir über eine Alternative nachdenken.“ Werder Bremen sucht weiterhin den Konsens in der Pauliner Marsch. Anders geht es auch nicht in dem sensiblen Bereich direkt an der Weser. 

Zum einen ist es ein Überflutungsgebiet mit entsprechenden Bauauflagen, zum anderen besitzen einige Anwohner am Osterdeich ein besonderes Mitspracherecht. „Wir versuchen gerade, unsere eigenen Planungen schnellstmöglich abzuschließen. Das soll in den nächsten zwei, drei Wochen passieren, um dann wieder in den Dialog nach außen zu treten“, sagt Hess-Grunewald und erklärt die nicht ganz einfache Planung: „Durch die Neuwahlen wurden die politischen Ansprechpartner und auch die politischen Spitzen in den Genehmigungsbehörden neu besetzt. Es gab eine Zeit lang ein politisches Vakuum, das sich jetzt nach der Sommerpause wieder füllt. Jetzt kommen wir in eine Phase in der wir für alle Seiten mehr Verbindlichkeit in das Projekt bekommen werden. Daran wird sich ein sachlicher Austausch mit allen Interessengruppen anschließen.“

Werder Bremen: Mehrere Probleme beim NLZ-Neubau 

Es gibt mehrere Probleme: In einem Überschwemmungsgebiet dürfen zum Beispiel nicht einfach Flächen überbaut werden. Die Pläne von Werder Bremen beinhalten deshalb auch eine Spielstätte mit einer Kapazität von 5000 Besuchern, die bei extremen Hochwasser der Weser geflutet werden könnte, ohne die Deichsicherheit zu gefährden. Die Gebäude sollen sich der Umgebung bestmöglich anpassen. Trotzdem gab es viel Kritik. Und die nimmt Hess-Grunewald sehr ernst. „Wir wollen die Bedenken richtig einordnen und gute Lösungen finden. Diese Zeit nehmen wir uns, wir verlieren sie auch nicht, denn der spätere Genehmigungsprozess kann sich dadurch beschleunigen.“ Der Werder-Präsident hofft darauf, „dass wir Mitte nächsten Jahres eine Planungsreife haben“.

Mit einem Baubeginn ist aber nicht vor 2021 zu rechnen. Als Bauzeit wurden bislang mindestens zwei Jahre veranschlagt. Es wird also noch dauern, bis das Nachwuchsleistungszentrum von Werder Bremen diesen Namen auch vom räumlichen Angebot her wieder verdient hat. Wenn es denn überhaupt gebaut wird, sicher ist das längst nicht. (kni)

Weitere News zum SV Werder Bremen 

Neuzugang Michael Lang sucht die Gründe für das Verletzungspech bei Werder Bremen - und der Abwehrchef Niklas Moisander könnte noch länger fehlen. Außerdem wurde vor dem Bremer Weserstadion ein umstrittenes Bein entfernt. Nächster Rückschlag für Werder Bremen: Yuya Osako verletzte sich im Geheim-Training am Mittwoch schwer am Oberschenkel.

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