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Gegen Schalke 04 spielte Werder im 4-4-2 mit Max Kruse auf der Zehn und Claudio Pizarro und Milot Rashica als Stürmer: doch wie sieht der Werder-Sturm in Zukunft aus? - Wir haben für euch auf die Startelf-Chancen aller Bremer Angreifer geschaut.

Welche Stürmer haben die besten Karten auf die Startelf?

Rushhour im Werder-Sturm: Bremer Angriff im Startelf-Check

Bremen – Als Florian Kohfeldt am Freitagabend in Gedanken die Ereignisse beim 4:2-Sieg über Schalke 04 sortierte, fiel ihm auf: „Es war ein Spiel mit vielen schönen, kleinen Geschichten.“ Stimmt, das war‘s. Und die vielen schönen, kleinen Geschichten waren vor allem von Stürmern geschrieben worden.

Zwei Tore Milot Rashica, Comeback Fin Bartels nach 454 Tagen, Comeback und Tor Martin Harnik – jede Story für sich eine persönliche Erfolgsgeschichte. Doch rührt man alles zusammen, schmeißt auch noch Namen wie Yuya Osako, Josh Sargent, Johannes Eggestein und Claudio Pizarro oder auch Aron Johannsson mit in den Topf, dann kommt die Frage auf: Wie geht‘s eigentlich weiter im personell prall gefüllten Bremer Angriff?

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Härtefallentscheidungen sind in den kommenden Wochen unumgänglich, schon gegen Schalke saß in Josh Sargent ein Spieler auf der Tribüne, den alle eigentlich auf dem Platz sehen wollen. Möglich also, dass die Abteilung Attacke bis Saisonende zwar weitere schöne, kleine Geschichten produzieren wird, aber eben auch persönliche Enttäuschungen. Die Anwärter auf die Plätze in der Startelf stehen Schlange, und es ist beinahe unmöglich – mit der Ausnahme des gesetzten Max Kruse – klare Favoriten auf einen Stammplatz herauszufiltern. 

Für wen der acht Kandidaten steht in der Rushhour im Werder-Sturm die Startelf-Ampel in den kommenden Wochen also auf Grün, auf Gelb oder Rot?

Milot Rashica

Natürlich ist er ob seiner Rückrundenquote in der Pole Position. Sechs Pflichtspieltore in diesem Kalenderjahr – da reicht kein anderer Bremer heran. Aber: Rashica kann auch ganz anders. Auffällig vor allem die Leistungsunterschiede in Heim- und Auswärtsspielen. Daheim sind in der Rückrunde bislang zweimal die DeichStuben-Note „1“ (mit den Tor-Doppelpacks gegen Augsburg und Schalke) sowie einmal die „2,5“ zusammengekommen. Für die vier Partien in der Fremde bekam der 22-Jährige dagegen einmal die „3“ (wegen des Treffers in Hannover) und dreimal die „5“. Nur Zufall? Psycho-Blockade? Oder Folge verstärkter Defensivanforderungen in fremden Stadien? Klar ist: Unumstritten macht dieses Gefälle auch ihn nicht – vor allem bei Auswärtsspielen.

Startelf-Ampel: Grün

Martin Harnik

Nach vier Spielen Zwangspause hat er sich gegen Schalke zurückgemeldet und die sich abzeichnende Situation im Sturm gleich mal gut beschrieben: „Ich muss jeden Einsatz und jede Kadernominierung rechtfertigen.“ Mit dem Tor zum 4:2 hat er das geschafft – wie in fast jedem seiner Rückrundeneinsätze. Vier Spiele, vier Scorerpunkte – das sind aktuell seine Argumente für Einsätze auch von Beginn an. Die Erfahrung des 31-Jährigen ist ein weiterer, immer geltender Trumpf. Zudem ein Top-Anwärter, wenn Werder mit Raute im 4-4-2 spielt.

Startelf-Ampel: Gelb

Yuya Osako

Stammspielerpotenzial – das ist der Begriff, den Florian Kohfeldt im Zusammenhang mit dem Japaner immer wieder benutzt. Was Osakos bevorstehende Rückkehr auf den Platz zusätzlich spannend macht. Schafft er es nach eineinhalb Monaten Pause seit dem Ende des Asien-Cups tatsächlich direkt zurück ins Team? Auf jeden Fall kann Osako, der seine Rückenprobleme auskuriert hat, in dieser Woche im Mannschaftstraining angreifen, er soll das komplette Programm absolvieren. Was ihn natürlich zu einem Herausforderer macht. Vorerst steht die Ampel auf Gelb, Grün ist aber die Perspektive.

Startelf-Ampel: Gelb

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Johannes Eggestein

Er hatte eine schöne Serie hingelegt. Der 20-Jährige kam auf sechs Einsätze in Folge, bis er gegen Schalke komplett auf der Bank schmorrte. Ganz offensichtlich schon als Opfer des durch die Comebacks von Harnik und Bartels verschärften Konkurrenzkampfs. Für Eggestein beginnt nun mehr denn je die Zeit, die Älteren verdrängen zu müssen. Sein Vorteil: Die Vielseitigkeit als Achter, als Außenspieler rechts oder links sowie als zentraler Stürmer. Das macht wenigstens dauerhafte Berufungen in den 18er-Kader für ihn sehr wahrscheinlich.

Startelf-Ampel: Gelb

Claudio Pizarro

25 Spieltage, 25 Kadernominierungen, 20 Einsätze, drei davon von Beginn an – das Ganze garniert mit drei Toren. Diese Zwischenbilanz hätte so wohl niemand erwartet. Sie zeigt, wie hoch die Wertschätzung für Pizarro und dessen Fähigkeiten immer noch ist. Spiele von Beginn an werden jedoch die Ausnahme bleiben. Auf die Qualitäten des 40-Jährigen als zentraler Stürmer sowie den „Pizarro-Effekt“ bei Einwechslungen wird Trainer Kohfeldt allerdings nicht freiwillig verzichten.

Startelf-Ampel: Rot

Josh Sargent

Gegen Stuttgart in der Startelf, zwei Wochen später gegen Schalke nur auf der Tribüne – so wie es Sargent ergangen ist, kann es grundsätzlich jedem aus der Offensive künftig ergehen. Wobei bei dem US-Nationalspieler noch das Pizarro-Problem hinzukommt. Muss die Entscheidung über einen Platz im Kader zwischen dem 19-Jährigen und dem 40-Jährigen fallen, gewinnt derzeit noch der mehr als doppelt so alte Pizarro. Dennoch bleibt Sargent fest am Bundesliga-Team angedockt. Eine Rückkehr in die U23, um Spielpraxis zu sammeln, ist für den Mittelstürmer nicht vorgesehen.

Startelf-Ampel: Rot

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Fin Bartels

Welcome back! Gegen Schalke stand er erstmals seit Dezember 2017 wieder in einem Bundesliga-Spiel auf dem Platz. Doch nach der sehr langen Pause gibt es für Bartels zeitnah keine Garantie auf weitere Berufungen oder gar Einsätze. Er steht erstmal hinten an, befindet sich noch in der Phase derv fußballerischen Resozialisierung. Möglich sogar, dass er am Samstag nochmal für die U 23 gegen den SSV Jeddeloh statt am Sonntag gegen Bayer Leverkusen aufläuft.

Startelf-Ampel: Rot

Aron Johannsson

Noch steht er nicht wieder zur Verfügung, ab April könnte es aber soweit sein. Und nur zur Erinnerung: Als Johannsson vor etwas mehr als einem Jahr zuletzt eine mehrwöchige Phase ohne Verletzungsprobleme erlebte, ließ Kohfeldt den ehemaligen US-Nationalspieler auch spielen – als Rechtsaußen mit Tordrang. Vielleicht wird der 28-Jährige, dessen Vertrag ausläuft und sicher nicht verlängert wird, im Saisonendspurt noch zur Überraschung.

Startelf-Ampel: Rot

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