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Werder Bremen kämpft gegen den Abstieg - aber nicht jeder kämpft gleich.

Die Protagonisten unter der Lupe

Wer kämpft wie für Werder Bremen?

Bremen – Jetzt sind es schon acht Punkte bis zum rettenden Ufer: Für den am Wochenende zur Tatenlosigkeit verurteilten SV Werder Bremen hat sich die Lage im Abstiegskampf weiter verschärft, weil die Konkurrenz punkten konnte.

Der Tabellen-17. muss nun vier Zähler gutmachen, um Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz einzuholen, doppelt so viele sind es sogar bis zum ersten Nicht-Abstiegsplatz (Mainz 05). Immerhin hat Werder Bremen durch die Absage des Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt noch eine Partie mehr als die Konkurrenz zur Verfügung. Jetzt muss gekämpft werden, intern und gewiss auch öffentlich, um die Stimmung zu beeinflussen. Wer macht das wie bei Werder? Die DeichStube nimmt die grün-weißen Protagonisten unter die Lupe.

Florian Kohfeldt: „Der Positive“

Wenn einer kämpft, dann gewiss der Trainer. Es gibt sogar Stimmen, die behaupten, Florian Kohfeldt sei am Spielfeldrand engagierter als seine Spieler. Das gehört freilich in die Rubrik Fußball-Polemik. Fakt ist: Der 37-Jährige gibt alles, sucht nach Lösungen, arbeitet fast rund um die Uhr. „Er wohnt mittlerweile fast im Weserstadion“, meinte neulich Kapitän Niklas Moisander in einem „Bild“-Interview. Aber Kohfeldt ist dabei nicht verbissen, sondern bleibt stets positiv. Er nimmt sich auch für die Öffentlichkeit viel Zeit, um die Situation zu erklären. Und fast immer enden diese Gespräche mit dem Versprechen, dass Werder Bremen den Klassenerhalt schaffen wird.

Frank Baumann: „Der Sachliche“

Wenn sich der Sportchef öffentlich über Missstände aufregt, dann klingt das so emotional wie die Bekanntgabe der Gewinnzahlen vom Wochenende. Frank Baumann verlässt nur ungerne die sachliche Ebene. Er argumentiert lieber, als verbal anzugreifen. Wie zuletzt bei der für Werder so unglücklichen Absage des Heimspiels gegen Frankfurt. So war Baumann schon als Profi. Intern soll er anders auftreten – auch jetzt als Sportchef. Immerhin: Baumann ist niemand, der sich versteckt, er stellt sich den Medien immer wieder zur Verfügung. Ihm ist vielleicht nicht immer anzuhören, wie sehr er sich für Werder einsetzt, aber es ist ihm zumindest anzusehen...

Klaus Filbry: „Der Diplomat“

Als die Spielabsage gegen Frankfurt drohte, da gab der Werder-Boss eines seiner seltenen Statements ab, die sich direkt mit dem sportlichen Bereich beschäftigen. Denn diesen Part überlässt Klaus Filbry eigentlich immer seinem Geschäftsführer-Kollegen Baumann – absprachegemäß, wie es heißt. Im Konflikt mit der DFL machte Filbry das, was er gerne in solch nicht ganz einfachen Situationen macht: Er gab den Diplomaten und nicht den Kämpfer.

Er wünschte sich eine Beibehaltung des Termins, zeigte Verständnis für die Eintracht und hoffte auf ein faires Urteil der Deutschen Fußball-Liga (DFL). In deren Vorstand der 53-Jährige übrigens lange Zeit gesessen hat. Für den aktuellen Fall brachte das Werder Bremen nichts – und bei der kritischen Bewertung der Entscheidung überließ Filbry wieder Baumann das Wort. Typisch für einen Diplomaten, der gerne im Hintergrund arbeitet. Eher ungewöhnlich dagegen für einen Clubchef. Untätig ist Filbry freilich nicht, er bereitet Werder – wie es sein Arbeitsbereich vorsieht – finanziell auf den Abstieg vor.

Hubertus Hess-Grunewald: „Der Stille“

Er hat gleich zwei Jobs: Geschäftsführer neben Baumann und Filbry sowie Präsident des Vereins. Und nicht nur wegen dieser Doppelfunktion hat Dr. Hubertus Hess-Grunewald durchaus etwas zu sagen und scheut grundsätzlich auch nicht die Medien. Doch in der sportlich schwierigsten Phase des SV Werder seit 40 Jahren ist vom 59-Jährigen auffällig wenig zu hören.

Auch er überlässt offenbar wie Filbry den medialen Umgang mit dem drohenden Fiasko der sportliche Leitung Baumann und Kohfeldt. Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer hat diese Zurückhaltung seines Nachfolgers vergangene Woche öffentlich kritisiert. Seine Vorgehensweise war immer eine andere gewesen, er nutzte für seine Interessen gerne die Medien. Hess-Grunewald scheint für sich, einen anderen Weg gewählt zu haben.

Marco Bode: „Der Unterstützer“

Ein Aufsichtsratschef soll sich eigentlich nicht ins operative Geschäft einmischen. Diese Grundregel aus der Wirtschaft hält Marco Bode grundsätzlich auch im Sport für wichtig. Doch im Fußball ist dann doch alles anders. Bode unterstützt Baumann und Kohfeldt, die drei sind längst ein Team geworden, sprechen sehr viel ab, bestimmen die Zukunft des Bundesligisten.

Die Meinung des Ex-Profis ist gefragt. Auch bei den Medien. Damit hat Bode kein Problem, dosiert seine öffentlichen Aussagen allerdings. Der Ankündigung Ende der Hinrunde, mit Kohfeldt notfalls auch in die Zweite Liga zu gehen, folgten nicht mehr so viele spektakuläre Aussagen in diese Richtung. Das passt zu Bode, der zwar keine Angst vor der Öffentlichkeit hat, sich dort als Person durch zu viel Präsenz aber auf keinen Fall verbrennen lassen will.

Die Spieler: „Die Verunsicherten“

Ja, sie kämpfen. Doch Kleinigkeiten reichen, dann schleicht sich sofort wieder die Verunsicherung in die Körper der Werder-Profis. Nichts geht mehr. Selbst der Kampfeswille geht flöten. So kassieren Kapitän Niklas Moisander und Co. inzwischen eine Niederlage nach der anderen. Immerhin suchen sie die Schuld bei sich, kämpfen zumindest verbal für ihren Trainer. Viele Profis stellen sich den aktuell eher unangenehmen Fragen der Journalisten, aber eben nicht alle, die es von ihrem Status als Führungsspieler machen könnten, eigentlich sogar müssten. Wo ist zum Beispiel ein Nuri Sahin? Auch ein Ömer Toprak mag nur in Ausnahmefällen sprechen.

Die Fans: „Die Gespaltenen“

So uneinig wie jetzt waren sich die Werder-Fans wohl noch nie. Es gibt die Kohfeldt-Anhänger, die nichts auf den Trainer kommen lassen. Es gibt die Kohfeldt-Sympathisanten, die ihn zwar immer noch mögen, aber ihn nicht mehr als den richtigen Coach ansehen. Und es gibt die Kohfeldt-Gegner, die ihn für einen Blender halten.

Für ihre Haltung, dass ein guter Trainer nicht gefeuert werden sollte, würden einige Fans sogar den Abstieg in Kauf nehmen. Andere glauben schon gar nicht mehr an die Wende – Trainer hin oder her. Das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt war von Fans und Club dazu auserkoren worden, sich gegenseitig Hoffnung zu machen. Auch deshalb ist die Absage so bitter. Und das nächste Heimspiel gegen Bayer Leverkusen findet ausgerechnet an einem Montag (16. März) statt. Die Ultras boykottieren diesen Spieltermin, haben Werder Bremen vor vier Jahren im Abstiegskrimi gegen den VfB Stuttgart sogar alleine kämpfen lassen. (kni)

Netzreaktionen zur Spielabsage #SVWSGE: Wenn man nicht spielt, kann man wenigstens nicht verlieren

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