Das Weserstadion von außen, das Flutlicht ist an, Zuschauer ziehen in der Dämmerung verschwommen vorbei.
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Mit viel Geld müssen die Stadt und Werder Bremen die Bremer Weserstadion GmbH (BWS) retten.

Bremer Senat macht Weg für Unterstützung frei

Der SV Werder Bremen und die Stadt retten das Weserstadion vor der Pleite

Bremen – Der SV Werder und die Stadt Bremen lieben ihr Weserstadion am Osterdeich, obwohl es eine ziemlich teure Liebe ist und seit über einem Jahr aus finanziellen Gründen einen anderen Vornamen tragen muss. Nun drohte in der Coronavirus-Krise sogar die Insolvenz der Bremer Weserstadion GmbH (BWS), die je zur Hälfte Werder Bremen und der städtischen Wirtschaftsförderung Bremen gehört.

Beide Gesellschafter werden nun jeweils 3,5 Millionen Euro bereitstellen, um die Liquidität der BWS zu sichern – mindestens bis Mitte des nächsten Jahres. Bei seiner Sitzung am Dienstag stimmte der Senat einer entsprechenden Vorlage zu. Werder Bremen hatte schon zuvor seine Zusage gegeben.

Wegen der Geisterspiele in der Corona-Pandemie war die BWS in große finanzielle Schwierigkeiten geraten. In der Kasse fehlten nun Anteile aus den Zuschauereinnahmen und dem Verkauf an den Kiosken im Weserstadion. Die Erlöse aus der Bandenwerbung fließen dagegen normal weiter. Dazu zahlt seit August 2019 die Wohninvest Holding GmbH aus Fellbach jährlich drei Millionen Euro, damit die Arena nun offiziell „wohninvest Weserstadion“ heißt. Der Vertrag läuft bis 2029.

Werder Bremen: Auf dem Weserstadion liegen 70 Millionen Euro Schulden

Auf dem Stadion liegt nach diversen Umbauten noch eine Schuldenlast von etwa 70 Millionen Euro, die erst 2051 getilgt sein wird. Vorausgesetzt, es kommen durch größere Maßnahmen für Instandhaltung oder Modernisierung keine neuen Schulden dazu.

„Die BWS hat unverschuldet mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen und hat dadurch signifikante Einnahmeverluste erlitten. Aufgrund der dynamischen Pandemiesituation ist es schwierig vorherzusagen, wann diese Einnahmen wieder eintreten werden“, lässt sich Werder-Boss Klaus Filbry zitieren und weiter: „Von daher freut es uns, dass wir uns mit der Stadt Bremen auf eine partnerschaftliche Lösung zur Stabilisierung der BWS verständigen konnten.“ (kni)

Zur ersten Meldung vom 24. Oktober 2020:

Keine Fans bei Heimspielen des SV Werder Bremen: Weserstadion GmbH droht Zahlungsunfähigkeit

Bremen - Wegen der fehlenden Zuschauereinnahmen bei den Heimspielen von Werder Bremen während der Corona-Pandemie droht der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) die Zahlungsunfähigkeit.

Ein Senatssprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag einen entsprechenden Bericht des „Weser-Kurier“. Die Zeitung zitiert aus einer Entscheidungsvorlage für die Sitzung des Bremer Senats am kommenden Dienstag, in der es heißt, dass die BWS ohne finanzielle Unterstützung „zum Jahresende zahlungsunfähig und zum Ende des Geschäftsjahres bilanziell überschuldet“ wäre.

Die Stadion-GmbH gehört je zur Hälfte dem Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und der städtischen Wirtschaftsförderung Bremen. Beide Gesellschafter sollen nun jeweils 3,5 Millionen Euro bereitstellen, „um die Weserstadion GmbH liquide zu halten“. (dpa)

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