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Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry

Wettanbieter „Heji18“ ist nur der Anfang

Filbry freut’s: Erster China-Deal perfekt

Bremen - Die Geheimhaltungsstufe war plötzlich aufgehoben. Nach der Pressekonferenz, auf der die Verpflichtung des Chinesen Yuning Zhang bekanntgegeben worden war, saßen noch wenige Journalisten im Medienraum des Weserstadions. Dennoch rückte das Umbaukommando an und tapezierte die Werbeflächen auf und hinter dem Podium mit chinesischen Schriftzeichen und dem Logo des asiatischen Wett- und Online-Gaming-Anbieters „Heji18.com“.

Kurz darauf verbreitete der SV Werder die entsprechende Meldung. Heji18 steigt für zwei Jahre als Sponsor ein und zahlt den Bremern pro Saison 800 000 Euro.

Der Presseraum wird für die Vorstellung des neuen Sponsors vorbereitet

Dafür erhalten die Chinesen Werberechte auf LED-Banden im Weserstadion sowie auf den „Cam carpets“, den Werbeteppichen direkt neben den Toren. Die Kuriosität an der Sache: Deutsche Wettkunden können mit Heji18 kaum etwas anfangen, und die Chinesen werben ausschließlich deshalb bei Werder, um das Werbeverbot, dem sie auf ihrem Zielmarkt unterworfen sind, zu umgehen. Via Bundesliga-Berichte im chinesischen TV und in sozialen Medien will das Unternehmen in die Köpfe der wettwütigen Chinesen gelangen. Von China über Deutschland zurück nach China – so funktioniert es mittlerweile im Fußball.

"wichtiger Schritt im Internationalisierungsprozess"

Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, freut sich, dass Werder nun ganz direkt von diesen Entwicklungen profitiert. „Die Partnerschaft ist nicht nur eine weitere starke Ergänzung unserer Sponsorenpyramide, sondern auch für Werder Bremen ein wichtiger Schritt im Internationalisierungsprozess“, erklärte er in einer Mitteilung des Clubs.

Dass Werder an einem Tag erst einen chinesischen Spieler und dann einen chinesischen Sponsor präsentiert, wird von den Grün-Weißen als unabhängig voneinander und purer Zufall bezeichnet. Aber mag man daran wirklich glauben?

Keane Wong, Repräsentant von Heji18, ließ sich in der Mitteilung freudigst zitieren, „dass sich sogar chinesische Spieler entscheiden, ihre Karriere bei diesem attraktiven Verein zu entwickeln“. Gemeint ist natürlich Yuning Zhang, der Werder stärker in den Fokus chinesischer Sport-Medien rücken wird und Heji18 damit mehr Präsenz garantiert. Die chinesischen Rädchen – sie greifen bei Werder gut ineinander.

Wettanbieter „Heji18“ ist nur der Anfang

Heji18 wird zudem nicht der einzige Geldgeber aus China bleiben. Ein weiterer Abschluss ist in Arbeit. Möglicherweise kommt dann wieder Yuning Zhang, beziehungsweise sein Club West Bromwich Albion ins Spiel. Der Club gehört der chinesischen Unternehmensgruppe Yunyi Guokai Sports Development Limited, zu der Werder gute Beziehungen unterhält. Und der nächste Wurf wird ein deutlich größerer sein. Mehrere Millionen Euro sind für Werder drin.

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