Noch einmal im Weserstadion von Ex-Club Werder Bremen am Ball: Marko Marin beim Abschiedsspiel von Claudio Pizarro. Inzwischen arbeitet er als Technischer Direktor bei Roter Stern Belgrad.
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Noch einmal im Weserstadion von Ex-Club Werder Bremen am Ball: Marko Marin beim Abschiedsspiel von Claudio Pizarro. Inzwischen arbeitet er als Technischer Direktor bei Roter Stern Belgrad.

Vor Duell der Ex-Vereine Werder und Gladbach

Funktionär statt Dribbelkönig: Ex-Werder-Spieler Marko Marin arbeitet nun für Roter Stern Belgrad - auch an Transfers

Bremen – Es war ein Treffer, wie er nicht alle Tage fällt. Marko Marin stand fast schon an der Seitenlinie, als er den Ball per Freistoß flach vor das gegnerische Tor brachte. Die Kugel hüpfte und rollte und wurde einfach nicht mehr berührt. Erst das Netz stoppte den Schuss – und der SV Werder Bremen führte schon nach fünf Minuten gegen Borussia Mönchengladbach. Am Ende hieß es 4:1 für die Bremer, auch weil Marin gegen seinen Ex-Verein noch einen Treffer von Aaron Hunt vorbereitete.

Das alles ist ziemlich lange her, im Oktober 2010 war das, um genau zu sein. Marko Marin ist längst nicht mehr bei Werder Bremen – allenfalls noch zu Besuch. So wie am vergangenen Wochenende, als er während des Abschiedsspiels von Claudio Pizarro noch einmal in die Atmosphäre eintauchte, die in ähnlicher Ausprägung auch beim nächsten Vergleich seiner beiden früheren Clubs Werder und Gladbach (Samstag, 18.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) herrschen dürfte.

Werder Bremen-Ex-Profi Marko Marin arbeitet als Technischer Direktor von Roter Stern Belgrad auch an Transfers mit

Und der inzwischen 33-Jährige wurde sehr herzlich begrüßt. Direkt wurden Erinnerungen an die Vergangenheit wach. „Bremen ist immer besonders. Ich war ein paar Jahre hier, und es war eine schöne Zeit“, erzählt Marko Marin im Gespräch mit der DeichStube und sagt über den warmen Empfang: „Ich kenne die Fans hier, also hat es mich nicht verwundert, dass Werder so gute Fans hat.“ Zwischen 2009 und 2012 jubelten sie ihm regelmäßig zu. „Da war der Verein noch etwas erfolgreicher als jetzt“, blickt Marin zurück. „Es waren aber auch ganz andere Zeiten. Wir waren auf einem anderen Niveau. Es war wirklich schön – vor allem für mich als junger Spieler, der in eine Mannschaft voller Stars kam.“

Vor etwas mehr als zehn Jahren verließ der Offensivakteur Werder Bremen dann also. Im Sommer 2012 wechselte er in die Premier League zum FC Chelsea – und startete so seine ganz persönliche Odyssee durch die Fußballwelt. Denn in den Folgejahren spielte er für diverse Vereine, so schmücken der FC Sevilla, AC Florenz, RSC Anderlecht, Trabzonspor, Olympiakos Piräus, Roter Stern Belgrad, Al-Ahli SC, Al-Raed und Ferencvaros Budapest seine Vita. Beim ungarischen Traditionsverein hat er nun vor einigen Monaten seine Karriere beendet. Jetzt probiert sich der 33-Jährige in einem Alter, in dem andere Profis noch einmal um den letzten großen Vertrag pokern, als Funktionär aus. „Ich bin jetzt Technischer Direktor bei Roter Stern Belgrad“, erklärt Marko Marin. „Ich habe das Scouting neu aufgestellt und bin jetzt voll dabei. Es geht auch nicht nur ums Scouting, sondern auch um die Transfers und die Kaderplanung.“

Marko Marin beobachtet als Funktionär von Roter Stern Belgrad die Arbeit von Werder Bremen genau

Der serbische Topclub besitzt eine ereignisreiche Historie mit großen Erfolgen auf internationaler Bühne und schwierigen Jahren kurz vor der Jahrtausendwende – auch bedingt durch den Zerfall Jugoslawiens. Die enthusiastischen Fans sind immer geblieben, auf nationaler Ebene ist der Verein inzwischen wieder Abonnent auf den Meistertitel. 2018 gelang erstmals seit Einführung der Champions League die Qualifikation für die Gruppenphase. Und Marko Marin war hautnah dabei, erzielte bei einem 1:6 gegen Paris St. Germain sogar den ersten Treffer seines Arbeitgebers Roter Stern Belgrad in diesem Wettbewerb. Solche Ereignisse verbinden. „Ich war ja zwei Jahre lang da, habe mit dem Verein Champions League gespielt und war Kapitän“, schildert der Ex-Profi von Werder Bremen. Deshalb kam jetzt im Sommer auch das Jobangebot. „Es gab immer einen sehr guten Austausch. Die Chance hat sich ergeben, dann habe ich mich dazu entschlossen, als Spieler aufzuhören und mit der neuen Aufgabe weiterzumachen.“

Und aus der Entfernung beobachtet Marko Marin – auch aus beruflichem Interesse – genau, wie seine Ex-Kollegen Frank Baumann und Clemens Fritz bei Werder Bremen arbeiten. „Wir hatten schon Kontakt“, verrät Marin. „Mit Clemens ist der Kontakt nie abgebrochen. Es ist schön, dass Werder wieder aufgestiegen ist und jetzt wieder in der Bundesliga spielt - da, wo der Verein hingehört. Die beiden machen das gut.“ Und wer weiß, vielleicht begegnen sich alle Drei ja demnächst nicht bei einem Abschiedsspiel, sondern tatsächlich am Verhandlungstisch wieder. (mbü/kni) Schon gelesen? So sehen Fans das Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach live im TV und im Livestream!

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