Länderspiele im Weserstadion? Das könnte für Werder Bremen bald wieder möglich sein, wenn es nach Frank Baumann geht.
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Länderspiele im Weserstadion? Das könnte für Werder Bremen bald wieder möglich sein, wenn es nach Frank Baumann geht.

Füllkrug mit wichtiger Rolle?

Nach DFB-Bann: Der SV Werder Bremen hofft wieder auf Länderspiele im Weserstadion

Bremen – Der 29. Februar 2012 ist ein besonderer Tag in der Bremer Fußball-Geschichte: Da fand mit dem 1:2 gegen Frankreich das bis dato letzte Länderspiel im Weserstadion statt. Wer hätte das damals gedacht? Zwei Jahre später wollte die DFB-Auswahl eigentlich an der Weser gegen Gibraltar spielen, doch die Partie in der EM-Qualifikation wurde nach Nürnberg verlegt. Eine Folge des Polizeikosten-Streits zwischen dem Land Bremen, dem SV Werder Bremen und der Deutschen Fußball-Liga (DFL), in dem nun auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitmischte. Seitdem macht die Nationalmannschaft einen großen Bogen um die Hansestadt. Doch das will Werder nun ändern und gibt sich zuversichtlich.

Das Momentum ist durchaus auf Bremer Seite, Werder-Profi Niclas Füllkrug hat der Nationalmannschaft bei der WM in Katar mit seinen beiden Toren ordentlich geholfen. Wenngleich auch das nicht zum Weiterkommen reichte. Aber der 29-Jährige ist schon so etwas wie der Hoffnungsträger im Sturm des viermaligen Weltmeisters – gerade mit Blick auf die Heim-EM in rund 18 Monaten. Da würde eine Aufhebung des Länderspiel-Banns für Werder Bremen durchaus passen. „Ich glaube nicht, dass diese Entscheidung von den sportlichen Leistungen von Niclas Füllkrug abhängig ist“, sagt Werder-Sportchef Frank Baumann auf Nachfrage der DeichStube: „Es war ja eine sportpolitische Entscheidung des DFB, dass es keine Länderspiele mehr in Bremen gab.“

Streit zwischen dem Land Bremen und der DFL - Werder wurden die Länderspiele entzogen

Die Bremer Landesregierung hatte 2014 beschlossen, die DFL an den zusätzlichen Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen im Weserstadion zu beteiligen. Daraufhin entzog der DFB dem SV Werder Bremen die Partie gegen Fußball-Zwerg Gibraltar, obwohl es sich nun wahrlich nicht um ein Hochrisikospiel handelte. Das DFB-Präsidium entschied aus Solidarität zur DFL später sogar, bis auf Weiteres keine Länderspiele mehr in Bremen zu veranstalten.

Seit Jahren schon streiten sich das Land Bremen und die DFL in der Sache vor Gericht. Bisher ging stets das Land als Sieger hervor. Als nächsten (und finalen) Schritt kündigte die DFL im Frühjahr an, vor das Bundesverfassungsgericht ziehen zu wollen, weil die Dachorganisation des deutschen Profi-Fußballs die betreffende Regelung des Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetzes unverändert für verfassungswidrig hält. Seit 2015 schickt das Land Bremen Rechnungen an die DFL, die bereits 1,5 Millionen Euro überwiesen hat. Davon musste der SV Werder Bremen die Hälfte tragen, über die Zahlung der anderen Hälfte wird noch gestritten. Zudem stehen noch Rechnungen in Höhe von 835 000 Euro aus.

Neue Protagonisten im Konflikt - Können Werder Bremen und Frank Baumann den DFB überzeugen?

Unabhängig davon setzt Werder Bremen beim Thema Länderspiele auf einen neuen Dialog, schließlich haben die Protagonisten gewechselt. „Jetzt hat der DFB in Bernd Neuendorf einen neuen Präsidenten, und auch bei der DFL gab es an der Spitze personelle Veränderungen. Deswegen sind wir da im Austausch und versuchen, ein Frauen- oder ein Männer-Länderspiel nach Bremen zu bekommen – am besten natürlich beides“, sagt Baumann und wirkt dabei durchaus zuversichtlich. Er selbst hat bei zwei der bislang zehn Länderspiele im Weserstadion auf dem Platz gestanden. Beim 2:0-Sieg am 29. Mai 2001 gegen die Slowakei glänzte der Mittelfeldspieler sogar als Torschütze. Am 30. April 2003 war Baumann dann auch beim 1:0-Erfolg gegen Serbien mit dabei. Ob es schon im neuen Jahr zum Länderspiel-Comeback im Weserstadion kommen wird, ist offen. Der DFB sucht noch nach Testspielgegnern, als EM-Gastgeber stehen keine Pflichtspiele an. Spieltermine wurden noch nicht veröffentlicht. (kni)

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