Der SV Werder Bremen will in Zeiten der Coronavirus-Krise aufklären und helfen.
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Der SV Werder Bremen will in Zeiten der Coronavirus-Krise aufklären und helfen.

Profi-Fußball in Zeiten von Corona

Werder will in der Krise helfen: Sportvideos, Blutspende-Aktion und Aufklärung

Bremen – Möglicherweise existenzbedrohende finanzielle Verluste, dazu die Ungewissheit, wann und ob es überhaupt mit der sportlich verkorksten Saison weitergehen kann – den SV Werder Bremen plagen wegen der Corona-Pandemie derzeit die größten Sorgen seiner 121-jährigen Vereinsgeschichte.

Und trotzdem ist sich der Club auch in dieser schweren Zeit weiterhin seiner sozialen Verantwortung bewusst. In den kommenden Tagen möchte Werder Bremen mehrere Hilfsangebote auf die Beine stellen, um in der Krise einen Beitrag zu leisten.

In vier Arbeitsgruppen erarbeiten die Angestellten des Vereins derzeit Ideen, wie Werder Bremen helfen kann. Die Gruppe „Aktivierung der Menschen“ produziert Videos, mit denen die Grün-Weißen ihr Sportangebot in die Wohnzimmer der Menschen bringen möchte. Beispielsweise zeigen die Trainer aus dem Leistungszentrum Übungen vor der Kamera. Die Filme, die sich ausdrücklich auch an Kinder richten, sollen dann über die digitalen Kanäle des Vereins verbreitet werden – und natürlich zum Mitmachen animieren. 

Vereine wie Basketball-Bundesligist Alba Berlin oder prominente Sportler wie Fußball-Weltmeister Toni Kroos waren in diesem Punkt mit gutem Beispiel vorangegangen, stellen schon seit einigen Tagen vergleichbare Videos ins Netz. „Auch wir wollen unsere Expertise aus den Hallen und von den Plätzen zu den Leuten nach Hause bringen“, erklärt Michael Rudolph, bei Werder Bremen als Direktor für den Bereich „Kommunikation“ zuständig.

Werder Bremen plant große Blutspende-Aktion im Weserstadion

Eine weitere Arbeitsgruppe trägt den Namen „Nachbarschaftshilfe“ und kümmert sich unter anderem darum, möglicherweise eine große Blutspende-Aktion im Weserstadion zu organisieren. „Das Stadion bietet dafür die nötige räumliche Weite“, sagt Rudolph. Derzeit führe Werder Bremen in dieser Sache Gespräche mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Ein weiteres Thema der „Nachbarschaftshilfe“ ist die Idee, dass Werder seine Ressourcen im Stadion eventuell zur Verfügung stellen könnten, um bedürftige Menschen mit Essen zu versorgen. Durch Corona gebeutelte Organisationen wie die Tafeln oder die Obdachlosenhilfe könnten davon profitieren. „Wir sind gerade dabei, den Bedarf für ein solches Angebot zu ermitteln“, berichtet Rudolph. Auch sei es denkbar, dass Werder seine Fahrzeugflotte aus dem Nachwuchsleistungszentrum – sprich mehrere Kleinbusse – für dringende Fahrten zur Verfügung stellt.

Werder Bremen will in Zeiten von Corona den Menschen etwas Ablenkung verschaffen

Die Gruppe „Aufklärung und Information“ arbeitet derweil unter anderem an Grafiken, die das richtige Händewaschen oder die Aufforderung „#stayathome“ zum Thema haben. Unter dem Motto „Danke. An alle Helden da draußen. Wir sind eure Fans.“ gingen bereits entsprechende Danksagungen an zum Beispiel Ärzte, Krankenpfleger und Supermarktmitarbeiter raus. Sämtliche Aktionen der Bundesregierung in diese Richtungen will Werder zudem aufgreifen und über seine eigenen Kanäle verlängern. „Wir haben eine große Reichweite. Das wollen wir einfach nutzen“, sagt Rudolph.

Und noch etwas möchte Werder Bremen in der Krise: Den Menschen etwas Ablenkung und Zerstreuung verschaffen. Dafür zuständig ist die Arbeitsgruppe „Unterhaltung/Entertainment“. Sogenannte Challenges in Sozialen Netzwerken, an denen sich auch die Profis beteiligen, dazu Abstimmungen und sogar Twitter-Fußballspiele wie jenes vor wenigen Tagen gegen den SC Freiburg (Werder gewann knapp mit 5:4) – mit solchen Ideen möchten die Bremer bei ihren Fans für Abwechslung sorgen. „Insgesamt ist es uns sehr wichtig, in diesen schweren Zeiten so viel Solidarität wie möglich zu zeigen“, betont Rudolph. (dco)

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