Rune Bratseth (r.) kennt Fredrik Aursnes von Molde FK aus der norwegischen Liga. Die Legende des SV Werder Bremen würde sich über einen Wechsel nach Deutschland freuen.
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Rune Bratseth (r.) kennt Fredrik Aursnes von Molde FK aus der norwegischen Liga. Die Legende des SV Werder Bremen würde sich über einen Wechsel nach Deutschland freuen.

Klappt der Werder-Wechsel?

Werder Bremen will Aursnes – und Bratseth freut sich schon

Bremen – Obwohl er noch gar nicht beim SV Werder Bremen ist, besitzt Fredrik Aursnes in Bremen schon einen Spitznamen: der Unaussprechliche. Dieser norwegische Nachname des potenziellen Werder-Neuzugangs von Molde FK hat es wirklich in sich – vor allem für Deutsche. Wer kann da besser helfen als Rune Bratseth? Die DeichStube hat die Werder-Legende aus Norwegen angerufen und den 60-Jährigen nicht nur gefragt, wie dieser Fredrik Aursnes denn nun wirklich ausgesprochen wird, sondern auch, wie gut der 25-jährige Mittelfeldspieler ist – und zudem, ob sich Bratseth eine Zukunft im Aufsichtsrat der Grün-Weißen vorstellen kann.

„Ich bin in meiner Hütte in den norwegischen Bergen“, entschuldigt sich Rune Bratseth erst einmal. Für unseren erwünschten Rückruf habe er einfach keine Zeit gehabt. „Ich bin zwar im Urlaub, aber die Hütte muss gemalt werden“, erklärt der Ex-Profi des SV Werder Bremen. Als wir ihm am Ende des Gesprächs noch viel Spaß beim Streichen wünschen, da lacht er laut: „Streichen heißt das ja, nicht malen. Diese Feinheiten in der deutschen Sprache kann ich nicht mehr, dafür bin ich zu lange weg.“

Von 1987 bis 1994 hat Bratseth für Werder Bremen gespielt und Kult-Status erlangt. Nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge (zwei Mal Meister und Pokalsieger sowie Europapokalsieger der Pokalsieger), sondern auch wegen seines Charakters als sehr ehrlicher Mensch und fairer Sportsmann. Ganz offen gibt er deshalb auch zu: „Natürlich kenne ich Fredrik Aursnes, aber ein richtiges Urteil über ihn kann ich mir nicht erlauben, dafür habe ich ihn zu selten gesehen.“ Denn Bratseth guckt vorwiegend die Spiele der Champions League oder der deutschen Bundesliga, weil er das für seinen Job als TV-Experte braucht. In der heimischen Liga habe er eigentlich nur noch Zeit für Rosenborg Trondheim. Das ist sein Club, für den hat er gespielt, später war er dort Sportchef, nun gehört er immerhin noch zum Vorstand.

Werder Bremen-Legende Rune Bratseth über Wunsch-Transfer Fredrik Aursnes: „Passt charakterlich sehr gut nach Bremen“

Aber zurück zu Fredrik Aursnes: Bratseth will trotzdem helfen, dass wir etwas mehr über den möglichen Bremer Neuzugang erfahren. Wie ist das also mit dem Namen? „Ganz einfach“, sagt der Norweger – und wir hören etwas, das wir nicht aufschreiben können. Buchstabensalat im deutschen Ohr. Doch Bratseth ist ein geduldiger Mensch, wiederholt immer wieder und wieder, bis er mit unserem „Örschnes“ als vorgetragene Lautschrift zufrieden ist. Wäre das also geklärt.

„Es wird sehr positiv über Fredrik in Norwegen gesprochen“, versucht sich Bratseth nun auch an einer sportlichen Analyse: „Er hat seine Sache zuletzt sehr gut gemacht und es in die Nationalmannschaft geschafft.“ Am 6. Juni war das gewesen – beim Freundschaftsspiel gegen Griechenland, als Einwechselspieler. Ein Anfang, mehr noch nicht. „In Qualifikationsspielen dürfte er es schwerer haben“, glaubt Bratseth: „Aber er ist noch jung, sehr laufstark und soll auch ein guter Typ sein, sehr angenehm. Als Norweger passt er charakterlich bestimmt sehr gut nach Bremen.“

Transfers: Werder Bremen ist sich schon lange mit Fredrik Aursnes von Molde FK einig

Mit Fredrik Aursnes ist sich Werder Bremen schon lange einig – eigentlich schon seit Winter. Doch die Zusage galt nur für die 1. Liga. Nach dem Abstieg wurde neu verhandelt. Mit Erfolg. Doch Molde FK will seinen Leistungsträger nicht ziehen lassen. Noch nicht. Die Saison, die im Kalenderjahr gespielt wird, ist in vollem Gange. Molde hat gerade durch einen 2:0-Sieg im Spitzenspiel gegen Bodö/Glimt die Tabellenführung übernommen. Mitte/Ende Juli stehen die Playoffs zur neuen Europa Conference League gegen Servette Genf an. Und neue Spieler darf Molde erst ab dem 1. August verpflichten.

Natürlich geht es auch ums Geld. Die Norweger fordern eine Ablöse von einer Million Euro, Werder Bremen will weitaus weniger zahlen. Schließlich läuft der Vertrag des Spielers schon Ende des Jahres aus. Es wird weiterhin verhandelt, eine Lösung gibt es zwar noch nicht, aber sie soll absolut möglich sein, heißt es. „Ich würde mich freuen, wenn wieder ein Norweger in Bremen spielen würde“, sagt Bratseth. Neben ihm haben auch seine Landsleute Vegard Skogheim (1988 bis 1989) und Havard Flo (1996 bis 1998) für die Grün-Weißen gespielt. „Und Niklas Andersen“, ergänzt Bratseth: „Das ist der Sohn von Jörn Andersen.“ Weil Andersen junior in Deutschland geboren ist, wird er in den Statistiken allerdings nicht als Norweger aufgeführt. Eine Randgeschichte, zumal Niklas Andersen nur einen Bundesliga-Einsatz für Werder verbuchte, 2009 war das gewesen.

Rune Bratseth über Aufsichtsrat von Werder Bremen: „Es wird schwierig, Marco Bode zu ersetzen“

Kein Vergleich zu Rune Bratseth. 230 Bundesliga-Spiele stehen auf seinem Konto – natürlich alle für Grün-Weiß. „Der Verein und die Stadt sind etwas ganz Besonderes für mich, hier sind auch meine drei Kinder auf die Welt gekommen“, schwärmt der 60-Jährige. Dass sich sein guter Freund Marco Bode bald aus dem Aufsichtsrat zurückziehen will, findet er mehr als schade: „Das macht mich sehr traurig. Ich kann Marco verstehen, es war eine sehr anstrengende Zeit, da verliert man irgendwann vielleicht auch die Energie.“ Allerdings sei es gerade für Vereine wie Werder sehr wichtig, Kontinuität auf bestimmten Positionen zu haben und nicht immer gleich alles zu ändern, weil es mal nicht so läuft. „Mit Marcos Rückzug geht sicher nicht alles verloren, aber eine ganze Menge. Es wird schwierig, ihn zu ersetzen“, sagt Bratseth über seinen ehemaligen Mitspieler.

Dass er selbst in Bremen als möglicher Nachfolger gehandelt wird, ehrt ihn zwar, doch der 60-Jährige stellt unmissverständlich klar: „Ich sitze im Vorstand von Rosenborg, das reicht. Und ich kann nicht 30 Jahre von Werder weg sein und dann zurückkehren. Das geht nicht und das will ich auch nicht.“ Der Norweger möchte lieber in der Rolle des Beobachters bleiben – und dabei gerne bald in Fredrik Aursnes einen Landsmann im Weserstadion sehen. (kni) Auch interessant: Wechsel nach England? Der FC Chelsea beschäftigt sich mit Jiri Pavlenka! Alle Werder-Transfer-News gibt es hier!

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