Werder-Trainer Florian Kohfeldt arbeitet mit seiner Mannschaft im Trainingslager intensiv am Feinschliff.
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Werder-Trainer Florian Kohfeldt arbeitet mit seiner Mannschaft im Trainingslager intensiv am Feinschliff.

Pizarro kommt zu früh an

Werder will sich in Grassau den Feinschliff holen

Grassau - Ups, wer kommt denn da mit zwei Rollkoffern und ohne Mannschaft im Schlepptau? Claudio Pizarro war am Samstagmittag der erste Werder-Profi im Trainingslager in Grassau am Chiemsee.

Der Peruaner durfte direkt von seinem Wohnort München anreisen. Wenig später trafen auch die Kollegen im schmucken Hotel „Golf Resort Achental“ ein. Dort will Trainer Florian Kohfeldt seinem Team den Feinschliff für die Saison verpassen.

„Hier ist es aber auch nicht kälter als bei uns“, seufzte der Coach. Das Thermometer zeigte da schon lange weit über 30 Grad an. Die erste Trainingseinheit wurde auch deshalb erst um 16.30 Uhr angesetzt. Die Wege sind dabei sehr kurz. Vom Hotel ist es nur einen Steinwurf bis zur Sportanlage des ASV Grassau. Der Club bietet gleich drei bestens präparierte Rasenplätze.

Zuständig dafür sind Platzwart Willi und seine Helfer. Seit Wochen leben sie praktisch auf dem Gelände, sind von früh morgens bis spät abends da. Denn ihre Anlage ist ziemlich begehrt. In diesem Sommer waren schon Schachtjor Donezk aus der Ukraine, der FC Brentford aus der zweiten englischen Liga und bis am Freitag noch der VfB Stuttgart vor Ort. Dazwischen absolvierten die deutschen Top-Schiedsrichter wie in jedem Jahr ihr Trainingslager in Grassau. „Die machen mehr als die Profis“, meint Willi. Nach der Woche mit Werder ist für ihn längst noch nicht Schluss. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat sich schon angekündigt.

Gespannt ist Willi aber vor allem auf Werder – die Bremer sind zum ersten Mal in Grassau zu Gast. „Wir haben extra grüne Sachen angezogen“, sagt Willi und lacht. Dann unterhält er sich schon wieder mit ein paar Werder-Fans. Einige sind schon eingetroffen. So viele wie im Zillertal, wo vor drei Wochen fast 1.000 Grün-Weiße vorbeigeschaut hatten, werden es gewiss nicht werden. Denn diesmal gibt es keine offizielle Fan-Reise.

Platzwart Wilfried „Willi“ Strauß macht den Rasen schön.

Dabei könnte es im Training noch viel interessanter werden. Kohfeldt will, dass sich sein Team jetzt einspielt. Bis zur Generalprobe am Samstag im Weserstadion gegen den FC Villarreal aus Spanien soll alles einstudiert sein. Das wird nicht nur für die Beine, sondern auch für die Köpfe der Profis anstrengend. Aber im „Golf Resort Achental“ können sie sich dann ganz gut erholen. Das Hotel besitzt einen schönen Spa-Bereich. Außerdem hat Werder selbst ausreichend Personal mitgenommen, das sich um die Mannschaft kümmern wird. Der Werder-Tross besteht aus gut 50 Personen – inklusive der 26 Profis.

Die Anreise war dabei etwas beschwerlich. Denn nach dem Flug nach München dauerte die Busfahrt länger als geplant. Statt um 12 Uhr traf der Bus erst um 13 Uhr ein. Zum Glück für Pizarro, der kam dadurch nicht zu spät, sondern zu früh. Um 12.30 Uhr war er aus seinem Wagen gestiegen, auch er hatte im Stau gestanden. „Aus München wollen am Wochenende alle zum Chiemsee“, stöhnte der 39-Jährige, um dann umgehend sein berühmtes Lächeln aufzusetzen. Jetzt war er ja da, jetzt kann es losgehen mit Werders heißer Vorbereitungsphase, die in Grassau übrigens kein Spiel vorsieht.

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