Der SV Werder Bremen um Niklas Moisander reiste im Winter-Trainingslager 2019 nach Südafrika - eine für diesen Winter angedachte Fernreise nach Vietnam oder Kanada will der Bundesligist aber wohl nicht antreten.
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Der SV Werder Bremen um Niklas Moisander reiste im Winter-Trainingslager 2019 nach Südafrika - eine für diesen Winter angedachte Fernreise nach Vietnam oder Kanada will der Bundesligist aber wohl nicht antreten.

Im Winter eher keine Fernreise

Kein Vietnam, kein Kanada: Werder Bremen verzichtet wohl auf große Winter-Reise

Bremen – Die Koffer waren zwar noch nicht gepackt, über eine große Reise nachgedacht hat der SV Werder Bremen aber längst. Im Winter, wenn der Bundesliga-Spielbetrieb wegen der Weltmeisterschaft in Katar eine riesige Pause einlegt, wäre Zeit. Doch statt neue Märkte in Südostasien oder Nordamerika zu erschließen, bleiben die Grün-Weißen wohl doch eher in der Heimat.

„Wir haben uns mit verschiedenen Optionen, darunter Vietnam, beschäftigt“, sagte Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, gegenüber der „Bild“. „Ich gehe aber eher davon aus, dass wir hierbleiben werden und in Deutschland einige Spiele bestreiten werden, ehe die Spieler in den Urlaub gehen.“ Konkret pausiert die Bundesliga vom 13. November bis 20. Januar, für die Reise wären dem Bericht zufolge die ersten ein bis anderthalb Wochen nach Beginn der Pause infrage gekommen.

Doch bisher sieht es nicht danach aus, dass die Rahmenbedingungen der Fernreise stimmen. „Das Gesamtpaket muss passen, das ist derzeit nicht der Fall“, so Baumann über Vietnam. „Weil der Spielbetrieb dort noch läuft, ist es schwierig, passende Gegner zu finden und TV-Präsenz zu erzielen.“ Ähnlich sieht es in Nordamerika aus, Kanada war da im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, soll aber laut dem Sportchef des SV Werder Bremen bis Anfang September fallen.

Keine Reise nach Vietnam oder Kanada: Werder Bremen verzichtet wohl auf Winter-Trainingslager im Ausland

Bei so einer Fernreise, zu der auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) motiviert, geht es freilich in erster Linie um wirtschaftliche Interessen. Im Video-Format „Butter bei die Fische“ hatte Klaus Filbry, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, erst kürzlich über die Zielmärkte Vietnam und Kanada gesprochen: „Beides sind Märkte, die wichtig sind für die Deutsche Fußball-Liga, für die Internationalisierung.“ Gerade Küstenstaat Vietnam mit fast 100 Millionen Einwohnern habe „ein unheimliches Wirtschaftspotenzial“. Durch sein Engagement will Werder seine Bekanntheit im Ausland steigern, im besten Fall bringt das neue Sponsoren, die DFL zahlt reisenden Vereinen außerdem nicht unerhebliche Summen, schließlich soll die Bundesliga in Zukunft noch besser vermarktet werden. Vietnam und Kanada sind dabei gerade Länder, die noch nicht so stark angesteuert werden wie etwa die USA oder China. „Wir wollten nicht in die Regionen, die von den großen Clubs der Topligen schon überschwemmt werden“, hatte Klaus Filbry der DeichStube bereits 2020 gesagt.

Werder-Bremen-Geschäftsführer Klaus Filbry über Vietnam und Kanada: „Beides sind Märkte, die wichtig sind für die Internationalisierung“

Das Thema gibt es schon länger. Mehrfach war Werder Bremen in den vergangenen Jahren bereits weit gereist. 2014 ging es nach China, Anfang 2019 wurde das Winter-Trainingslager in Südafrika abgehalten. In Vietnam engagiert sich Werder bereits seit einigen Jahren sozial, hat über seine CRS-Abteilung „schon einige Aktivitäten gestartet“, sagt Klaus Filbry: „Insofern ist Vietnam natürlich ein spannendes Land – sowohl für uns als auch für die Liga.“ Das Thema wird also im Blickfeld bleiben. Und wenn nicht im Winter, dann könnten die Koffer zu einem anderen Zeitpunkt gepackt werden. (han)

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