Rund um den SV Werder Bremen gibt es einige Aufregung vor der Mitgliederversammlung samt Wahl eines neuen Aufsichtsrats.
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Rund um den SV Werder Bremen gibt es einige Aufregung vor der Mitgliederversammlung samt Wahl eines neuen Aufsichtsrats.

Vor Werder-Mitgliederversammlung

Wirbel um Aufsichtsrat: Werder Bremen wehrt sich

Bremen – Nur noch wenige Tage bis zur Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen, der wohl wichtigsten seit langer Zeit. Der Traditionsverein steckt nach dem Abstieg und wegen großer finanzieller Probleme in der Krise, erholt sich gerade erst mühsam davon.

Da kommt der Wahl des Aufsichtsrates eine besondere Bedeutung zu. Sieben Kandidaten gibt es für vier freie Plätze. Der „Weser Kurier“ berichtete nun von angeblichen Problemen beim prominentesten Bewerber, Harm Ohlmeyer, der als Finanzvorstand bei adidas arbeitet. Zudem soll bei den Wahlen zum Aufsichtsrat in der Vergangenheit ein Satzungsverstoß vorgelegen haben – mit gravierenden Folgen, so die Zeitung. „Die Wirksamkeit sämtlicher Entscheidungen – auch die der Geschäftsführung – wären dann anfechtbar“, heißt es in einer Kolumne. Das hätte dramatische Folgen haben können. Werder Bremen widerspricht dieser Darstellung in einer Stellungnahme energisch. Recherchen der DeichStube ergaben, dass Werder in diesem Bereich nachträglich wohl kein Unheil droht.

Es geht um die Länge der Legislaturperiode des Aufsichtsrats seit seiner Einführung 2003. Die Mitglieder des Kontrollgremiums wurden bislang im Spätherbst für vier Jahre gewählt, ihre Amtszeit wird aber laut Satzung erst ab Beginn des neuen Geschäftsjahres berechnet. Die nächste Wahl wäre demnach erst genau vier Jahre später fällig gewesen, erfolgte aber immer schon sieben Monate zuvor. „Dieser Fehler fiel erstmals Anfang 2021 in den Gremien auf und wurde einstimmig durch die Hauptversammlung korrigiert“, berichtet Club-Sprecher Michael Rudolph: „Der SV Werder hatte in allen Jahren einen funktionierenden Aufsichtsrat, der durch den Verein und die Mitgliederversammlung legitimiert und auch im Einvernehmen mit allen Gremien jeweils entlastet wurde. Die Geschäftsführer waren überdies für alle transparent im Handelsregister eingetragen. Die Legitimation von Entscheidungen anzuzweifeln, wirkt an dieser Stelle sehr konstruiert.“

Werder Bremen sieht keine Probleme bei der Aufsichtsrats-Kandidatur von Harm Ohlmeyer

Letztlich handelt es sich nur um eine Formalie, die nun ganz offensichtlich bewusst kurz vor der Versammlung lanciert und damit öffentlich gemacht wurde, um für Unruhe zu sorgen. Das ist keine Überraschung, denn im Hintergrund tobt weiterhin ein Machtkampf. Es geht darum, wer künftig das Sagen bei Werder Bremen hat. Die Besetzung des Aufsichtsrats ist dabei natürlich entscheidend. Es gibt viel Kritik an der Kandidatenliste, die der Wahlausschuss aufgestellt hat. Deswegen werden die Bewerber von vielen Beobachtern sehr kritisch unter die Lupe genommen – auch Harm Ohlmeyer. Die Kandidatur des adidas-Finanzvorstands sei laut „Weser Kurier“ aufgrund der Satzung eigentlich nicht möglich. Es dürfe niemand in das Kontrollgremium gewählt werden, „der berufliche Beziehungen zu mehreren Vereinen der 1. und 2. Bundesliga unterhält, auch im Bereich der Vermarktung“. Adidas ist Anteilseigner beim FC Bayern und Ausrüster einiger Clubs.

Werder Bremen sieht dagegen keinen Verstoß gegen die Satzung. „Das Engagement von adidas bei anderen Clubs ist wirtschaftlich nicht erheblich in Relation zum Gesamtumsatz dieser Clubs“, heißt es in einer Mitteilung. Zur Sicherheit sei Ohlmeyers Kandidatur der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zur Prüfung vorgelegt worden. Es habe keine Bedenken gegeben. Ohlmeyer bleibt also einer von sieben Kandidaten, die sich am Sonntag zur Wahl stellen. (kni) Update (3. September 2021): Werder Bremen reagiert auf Vorwürfe vor Aufsichtsrats-Wahl - Ulrike Hiller ersetzt Oliver R. Harms auf Wahlliste!

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