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Ein typischer Schmidt: Ball am Fuß, das Spiel vor sich – und dann kommt der öffnende Pass.

Werders Riesentalent darf sich beweisen

Wird Schmidt richtig fit, dann winkt der große Schritt

Bremen - Werder Bremen erwartet von Niklas Schmidt den nächsten Schritt, traut ihm den Durchbruch in der neuen Saison zu. Ein Problem muss das Riesentalent aber in den Griff kriegen.

Das Sommerloch wird medial schon lange zugeschüttet – da macht auch der SV Werder mit. So werden in diesen Tagen regelmäßig Filme von der Profi-Mannschaft veröffentlicht, die schon vor dem Saisonende produziert worden sind. Da gibt es zum Beispiel einen Freistoß-Wettbewerb – und das mit einem ziemlich interessanten Protagonisten: Niklas Schmidt. Dem 19-jährigen Supertalent wird in der neuen Saison der Durchbruch zugetraut, wenn er ein Problem endlich los wird.

„Wir erwarten schon von Niklas den nächsten Schritt“, sagt Sportchef Frank Baumann: „Er soll Stück für Stück an den Bundesliga-Kader heranrücken und dann in ein, zwei Jahren eine Alternative sein.“ Warum noch nicht in dieser Saison? „Wir hätten natürlich nichts dagegen“, antwortet Baumann, „aber Niklas kommt jetzt erst in sein erstes Herren-Jahr. Das sollte man nicht vergessen.“

Schmidt kehrte nach Bundesliga-Debüt zur U23 zurück

Bei Schmidt ist das allerdings etwas schwierig. Schließlich hat der 19-Jährige einfach mal einen Jahrgang übersprungen. Statt U19 spielte er in der abgelaufenen Spielzeit schon in der U23 – und das in der Dritten Liga. Außerdem trainierte er zu Beginn der Saison regelmäßig bei den Profis mit und feierte am fünften Spieltag sein Bundesliga-Debüt. Nicht nur das: Er war mit einem Assist maßgeblich am 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg beteiligt. Das roch alles nach mehr, doch es gab keine Zugabe. Schmidt kehrte in die U23 zurück, spielte dort insgesamt 32 Mal, erzielte zwei Tore und gab vier Vorlagen.

Es war keine einfache Saison für den Mittelfeldspieler. „Er hatte sehr gute Phasen, aber auch einige nicht so gute“, sagt Baumann. Der Sportchef möchte nicht zu viel in der Öffentlichkeit über einen jungen Spieler sagen. Da geht es auch um Schutz. Im Fall Schmidt ist das besonders wichtig. Denn er fällt nicht nur durch seine wirklich außergewöhnlichen Fähigkeiten auf, sondern auch durch seine Statur. Schmidt wirkt alles andere als austrainiert, trägt das eine oder andere Kilo zu viel mit sich herum. Das ist nicht neu. Der Club hat da in der Vergangenheit schon viel versucht. Doch gebracht hat es kaum etwas.

Das Talent muss an seinem Fitness-Rückstand arbeiten

Das Problem: Schmidt war auch so immer einer der besten Spieler auf dem Platz. In der Jugend und zum Teil auch in der Dritten Liga machte sein Talent den Fitness-Rückstand wett. Da fehlte vielleicht auch die Motivation, sich in diesem Bereich verbessern zu wollen. Doch in die Bundesliga wird es Schmidt so nicht schaffen. „Eine gewisse Fitness gehört im Profi-Fußball dazu“, sagt Baumann ganz vorsichtig: „Niklas muss da wie jeder andere Spieler auch viel investieren. Ich bin überzeugt, dass er das macht.“

Dieses Vertrauen kann Schmidt schon früh bestätigen. Er darf Anfang Juli mit den Profis ins Zillertal reisen. Da wird es ordentlich zur Sache gehen – und Schmidt kann eine Duftmarke setzen. Der 19-Jährige ist ein Spieler, der extrem Einfluss auf ein Spiel nimmt, er lenkt es. Gerne mit langen Pässen, die punktgenau am Zielort landen. Baumann sieht ihn als offensiven Mittelfeldspieler, der sich aber auch gerne mal fallen lässt. Bei Schmidt wirkt vieles einfach intuitiv, wie er den Ball annimmt, verarbeitet, weiterleitet – oder wie er mit dem Körper den Ball genau im richtigen Moment zur Angriffseite des Gegners abschirmt. „Es ist hinlänglich bekannt, dass er über ein sehr, sehr großes Potenzial verfügt“, sagt Baumann.

Wer sich selbst davon ein Bild machen will, dem sei im Internet auf Youtube Werders Film über den Freistoß-Wettbewerb, die sogenannte Freekick-Challenge, empfohlen. Da stellt Schmidt zwei Profis ziemlich in den Schatten – und nicht irgendwelche: Freistoß-Spezialist Zlatko Junuzovic und Thomas Delaney, der mit dem ruhenden Ball auch sehr gut umgehen kann. Demnächst darf sich Schmidt dann nicht nur bei Freistößen mit den Bundesliga-Stars messen, sondern in jedem Training – und vielleicht dann auch irgendwann im Spiel.

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