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Wird sich Florian Kohfeldt ändern, um die Trendwende bei Werder Bremen zu  schaffen?

Berater Kosicke empfiehlt Konzentration aufs Wesentliche

Wird sich Werder-Trainer Kohfeldt ändern?

Bremen – Neues Jahr, neuer Kohfeldt? Nach dem Absturz des SV Werder Bremen auf einen Abstiegsplatz stellt sich auch die spannende Frage, ob sich Coach Florian Kohfeldt verändern wird, um die Trendwende zu schaffen.

Nach der 0:5-Heimklatsche gegen Mainz 05 hatte der 37-Jährige erstmals seine Spieler öffentlich kritisiert, dann folgte ein deutlicher Taktikwechsel – weg vom Offensivfußball, hin zur absoluten Sicherung des eigenen Tores. Florian Kohfeldt wollte das im letzten Hinrundenspiel gegen den 1. FC Köln als Ausnahme verstanden wissen. Denn eigentlich will er seinen Weg, der fast zwei Jahre lang bei Werder Bremen so erfolgreich war, weitergehen. Sein Berater Marc Kosicke rät ihm allerdings durchaus zu Veränderungen – und nimmt dabei auch Kohfeldts Arbeitgeber in die Pflicht.

„Florian hat einen ganzheitlichen Ansatz, aber im Moment kannst du dich nicht auch noch ums Leistungszentrum kümmern oder darum, wer die Top-Trainertalente sind, die zu Werder Bremen kommen müssen“, sagte Kosicke unlängst im Sport1-Podcast „Lieber Fußball“ und mahnte: „Es gibt Dinge, die muss man zurückstellen und sich sagen: Ich mache einerseits nur die Dinge, für die ich auch bewertet werde, und andererseits Dinge, die mir auch Energie geben. Und wenn das heißt, ich mache für ein paar Stunden das Handy aus und gehe mit einem Freund Tennis spielen oder mit meiner Tochter in den Garten.“

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Werder Bremen: Florian Kohfeldt hat eine lange Vergangenheit im Verein 

Es ist ein Appell an Kohfeldt und den Club. Der Coach sieht sich durch seine lange Vergangenheit im Verein, für den er in der dritten Mannschaft gespielt und als Jugendtrainer gearbeitet hat, in der Pflicht, sich nicht nur um die Profis zu kümmern. Er hält engen Kontakt zu den Verantwortlichen des Nachwuchsleistungszentrums, ist bestrebt, den Verein fit für die Zukunft zu machen. Gemeinsam mit Sportchef Frank Baumann hat er die Infrastruktur rund um die Mannschaft verändert. Es wurde zum Beispiel eine Arztpraxis eingerichtet, der Kabinentrakt erheblich erweitert, das Trainingsangebot speziell im kognitiven Bereich ausgebaut.

Durch seine erfolgreiche Arbeit, Werders zwischenzeitlichen Traum von Europa und sein sympathisches Auftreten wurde Kohfeldt mehr und mehr zum Gesicht des Vereins – und auch zu einem Sprecher des Clubs. Der 37-Jährige äußerte sich zu vielen Themen, während andere Verantwortliche lieber im Hintergrund blieben. Der DFB-Trainer des Jahres 2018 war auch begehrter Gast bei internen und externen Veranstaltungen des Clubs – und auch in der Zusammenarbeit mit Sponsoren nicht ganz unwichtig. Kurz gesagt: Kohfeldt ist Werders Allzweckwaffe.

Werder Bremen: Klassenerhalt steht über allem

„Seit er Cheftrainer war, ging es ja eigentlich nur bergauf“, meinte Kosicke nun: „Aber ich sage immer: Augen auf bei der Berufswahl. Florian ist fokussiert und nimmt sich nicht so wichtig. Es geht nicht um ihn, es geht darum, dass Werder Bremen in der Bundesliga bleibt und gesichert wird.“ Das heißt: Gerade in schwierigen Zeiten ist es oft entscheidend, dass sich alle Mitarbeiter wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und die Protagonisten nicht mit Aufgaben überlastet werden. Der Klassenerhalt als Ziel steht dabei über allem.

Marc Kosicke, Berater von Werder-Coach Florian Kohfeldt.

Für Kohfeldt beginnt dabei nun eine gute Zeit – fernab von Bremen. Im Trainingslager auf Mallorca hat er seine Mannschaft neun Tage lang rund um die Uhr um sich, kann seine Ideen wieder 24 Stunden lang ohne große Ablenkung umsetzen. Das hat schon vor zwei Jahren im spanischen Algorfa bestens funktioniert, das war auch vor einem Jahr in Johannesburg in Südafrika von Erfolg gekrönt.

Marc Kosicke zieht Vergleich zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund

Kosicke, der mit seiner Agentur Projekt B zahlreiche Trainer betreut, erinnert die aktuelle Werder-Situation an die Saison 2014/15 und seinen prominentesten Klienten Jürgen Klopp. Der war mit Borussia Dortmund ebenfalls in der Hinrunde übel abgestürzt. „Jürgen hat damals gesagt: ,Ich will einfach nur irgendwie in die Winterpause kommen. Weil ich weiß, dann haben wir Urlaub, Sonne, trainieren noch mal in der Sonne und können Dinge wieder drehen.’ Und so ist das bei Florian auch. Der konzentriert sich jetzt auf das, was wichtig ist, und dann gehen die in die Rückrunde und es gibt hoffentlich wieder eine andere Werder-Mannschaft.“ Und vielleicht auch einen anderen Trainer... (kni)

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