Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen den FSV Mainz 05: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.
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Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen den FSV Mainz 05: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett zum 33. Spieltag

Notizen vor Mainz: Schiedsrichter-Ärger, Torwart-Wechsel und Trainer-Comeback?

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 33. Spieltag geht es um den FSV Mainz 05.

Verfolgt das Spiel von Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05 im Live-Ticker der DeichStube! Anpfiff ist am Samstag um 15.30 Uhr. Eine Stunde vorher kommen die Aufstellungen von Werder und Mainz.

Spruch von Charly Körbel

„Höchstens als Karnevalsprinz.“

Frankfurts Legende Charly Körbel auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, als Trainer nach Mainz zu gehen.

Ex-Bremer Levin Öztunali studiert

Zweigleisig fährt Levin Öztunali. Der frühere Werder-Profi hat zeitgleich neben seiner Karriere als Fußballprofi ein Studium abgeschlossen. Im Alter von 23 Jahren hat der Enkel der Legende Uwe Seeler an der ESM-Akademie am Ende des letzten Jahres die Prüfung zum Sportmanager bestanden.

Torwartwechsel bei Mainz 05

Seinen Status als absolute Nummer 1 hatte Robin Zentner untermauert. Besonders freute sich der Schlussmann beim 2:1-Sieg im Hessen-Derby gegen Eintracht Frankfurt. Der 25-Jährige ist im Rheingau geboren, einer Gegend, in der die Eintracht-Fans dominieren. „Die sind jetzt hoffentlich still“, meinte Zentner nach der Partie, die diese Besonderheit aufwies: Auch im zwölften Spiel in Mainz blieben die Frankfurter ohne Sieg. Es ist die Saison für Zentner, der am vierten Spieltag zwischen die Pfosten rückte, dabei vom Verletzungspech seines Konkurrenten Florian Müller profitierte, als dieser sich eine Blessur am Handgelenk zugezogen hat. Zentner hatte sich bewährt, bevor auch ihn das Schicksal ereilte: Ein Kreuzbandriss stempelte ihn zu einem Langzeitverletzten. So gab es den erneuten Wechsel zwischen den Pfosten. Der eigentlich chancenlose Müller kehrte wieder zurück.

Bestwerte bei Mainz 05

Gleich zweimal setzte er sich an die Spitze in der vereinsinternen Hierarchie zur Pause. Daniel Brosinski darf sich mit 57,5 Prozent der besten Zweikampfquote rühmen, zudem weist er die meisten Ballkontakte auf (70). Als sicherer Passspieler hat sich Edmilsion Fernandes (88,6 Prozent) bewährt, als laufstärkster Spieler Youngster Jonathan Burkardt (13,37 km).

0:13! Mainz-Angstgegner RB Leipzig

Rasensport Leipzig avancierte in dieser Saison zum Angstgegner für die Mainzer. Zwei Spiele, zwei saftige Niederlagen, 0:8 in der Hinserie, 0:5 in der Rückrunde. Nach der zweiten Pleite gegen die Sachsen Ende Mai führte Moussa Niakhaté die vielen individuellen Fehler, die zu der Gegentorflut geführt hatten, und die Tatsache, dass sich die Mannschaft immer mehr zu einer Schießbude der Liga wandelt, auf diesen Umstand zurück: „Es ist schwer, eine Antwort zu finden. Vielleicht ist ein Ansatz, dass wir eine junge Mannschaft sind, nicht über ganz so viel Erfahrung verfügen und dementsprechend den einen oder anderen Fehler machen.“

Schiedsrichter-Ärger bei Mainz 05

Nach dem unglücklichen 0:1 gegen Hoffenheim haderten die Rheinhessen mit dem Schiedsrichter. Sascha Stegemann hatte ihnen nach ihrer Auffassung einen Elfmeter verwehrt. Manager Rouven Schröder beschwerte sich öffentlich: „Ich bin total angefressen.“ Und auch Trainer Achim Beierlorzer schimpfte: „Ein klarer Elfer.“ Was war passiert? Hoffenheims Keeper Baumann war mit Taiwo Awoniyi kollidiert, obwohl er noch versucht hatte, die Aktion abzubrechen. „Er hat nicht den Ball berührt, sondern nur mein Bein“, schilderte der Mainzer Offensivmann. Doppeltes Pech für Awoniyi, dem Stegemann zuvor ein Tor aberkannt hatte. Der Unparteiische hatte ein Offensivfoul von Karim Onisiwo an Baumann gesehen und abgepfiffen. Eine Entscheidung, mit der die Mainzer noch leben konnten, doch nicht mit der zweiten Maßnahme bei der Strafstoßsituation. Der Zorn der Mainzer wurde noch gesteigert durch den Ablauf: Stegemann sah sich die Szene in der Review-Area an, blieb aber bei seiner Meinung.

Ex-Mainzer Sandro Schwarz vor Trainer-Comeback?

Lange hielt er sich zurück, verschwand aus der Öffentlichkeit. Nun meldete sich Sandro Schwarz, der im November beurlaubte Trainer, zurück. Er habe erst einmal Abstand gewinnen müssen, drückte der Vorgänger von Achim Beierlorzer seine herbe Enttäuschung über seine erste Beurlaubung als Trainer in einem Interview aus. Wörtlich: „Das war sehr emotional. Das fühlt sich an wie eine persönliche Niederlage.“ Erst im neuen Jahr, so der 41-Jährige weiter, habe er angefangen, die aktuelle Saison, seine Arbeit und die letzten beiden Jahre als Cheftrainer zu reflektieren. Von 2017 bis 2019 hatte Schwarz die Rheinhessen betreut, zuvor war er im Nachwuchsleistungszentrum tätig, erst bei der U19, danach bei der Reserve. Als Spieler absolvierte er 101 Spiele für 05. Zudem spielte er für RW Essen und für den SV Wehen Wiesbaden bis 2009. Dort war er zunächst als Teamchef und später als Co-Trainer engagiert, bevor das Abenteuer in Mainz begann. Neu in der Gerüchteküche: Schwarz wird als Nachfolger von Alfred Schreuder in Hoffenheim gehandelt.

Werder Bremen, Mainz 05 und die Lage im Abstiegskampf

Fünf Spiele ohne Sieg, Mainz rutschte so wieder in Abstiegsgefahr, vor allem nach der 0:1-Niederlage gegen Hoffenheim zuhause, der zweiten Heimniederlage in Folge. Trainer Achim Beierlorzer, seit dem elften Spieltag im Amt, nachdem er kurz zuvor beim 1. FC Köln entlassen worden war, feuerte daraufhin seine Truppe an. „Wir müssen nun liefern.“ Der Coach beklagte besonders die ungenügende Chancenverwertung und die „mangelnde Entschlossenheit“ seiner Schützlinge. Dennoch gab sich Manager Rouven Schröder recht kämpferisch: „Wir haben alles noch selbst in der Hand.“ Die Lage hat sich zwischenzeitlich verschärft, selbst nach dem überraschenden 2:0-Erfolg im Main-Derby in Frankfurt, der etwas Luft verschaffen hatte. 0:1 zuhause gegen den FC Augsburg, Mainz wieder in großer Gefahr, bis abermals auswärts ein Befreiungsschlag glückte: 2:0 in Dortmund, ein Dreier, der Gold wert sein könnte. Die Ausgangslage vor dem Werder-Gastspiel: sechs Punkte Vorsprung auf Bremen, fünf auf Düsseldorf, zudem die beste Tordifferenz.

Hinspiel zwischen Werder Bremen und Mainz 05: Tiefpunkt der schwachen Saison

Es war der Tiefpunkt in der Hinserie, diese Schlappe im eigenen Stadion: 0:5 gegen Mainz 05, wahrlich keine Übermannschaft. Werder ohne Gegenwehr an diesem 16. Spieltag, so dass die gleichermaßen cleveren wie nicht geforderten Gäste schon zur Halbzeit 4:0 führten. Quaison servierte Werder in der ersten Hälfte ab mit einem Dreierpack. Ein unglückliches Eigentor von Jiri Pavlenka kam hinzu. Mateta stellte schließlich den Endstand her, nachdem zuvor ein Treffer von Claudio Pizarro wegen eines vorausgegangenen Handspiels nicht anerkannt worden ist.

Statistik von Werder Bremen gegen Mainz 05

Ausgeglichen ist die Bilanz von Werder in Mainz: Fünf Siege und fünf Niederlagen bei vier Remis bei den Gastspielen in Mainz in der Liga. Insgesamt sieht die Bundesliga-Bilanz so aus: 13 Erfolge, acht Niederlagen, sechs Unentschieden. Auch die Bestandsaufnahme einschließlich der Pokalspiele sieht die Norddeutschen klar im Vorteil: 15 Siege, neun Niederlagen, sechs Remis.

Vier der letzten fünf Auswärtsspiele gewonnen

Das letzte Spiel in Mainz ging zwar mit 1:2 verloren, doch die vier Begegnungen davor endeten allesamt erfolgreich für Werder: 2:1, 2:0, 3:1 und 2:1 – vier Auswärtssiege von 2015 bis 2018.

Bestwerte

Robin Quaison, der Mann des Hinspiels, weist eine eine herausragende Quote gegen Bremen auf. In fünf Partien hat er mitgewirkt. Fünf Tore stehen auf seinem Konto.

Werder Bremen gegen Mainz 05: Meiste Spiele

Zwei Akteure aus dem aktuellen Werder-Kader stehen ganz oben auf der Liste, in der die Spieler aufgeführt sind, die die meisten Partien gegen Mainz absolviert haben. Theo Gebre Selassie kommt wie auch Clemens Fritz, der Chef des Scoutings, auf 14 Einsätze, Philipp Bargfrede auf 13. Auf der Gegenseite machte Nikolce Noveski (16 Spiele) die meisten Partien.

Mainz 05 mit starkem Zeichen gegen Rassismus

Mainz 05 setzte eine starkes Zeichen gegen Rassismus: Ein Mitglied hatte gekündigt und seinen Schritt damit begründet, dass zu viele dunkelhäutige Spieler in der Mannschaft spielten. Normalerweise, so schrieb die Clubführung, kämpften sie leidenschaftlich um jedes Mitglied, „doch diesmal können wir unser Bedauern nicht ansatzweise ausdrücken.“ Weiter heißt in dem Antwortschreiben: „Wir freuen uns über Ihre Kündigung, da Ihre Begründung offenbart, dass Sie nicht die Wertebasis besitzen, die unseren Verein auszeichnet.“ Eine überall mit viel Beifall kommentierte Reaktion, die flankiert wurde von einem beigefügten Foto. Es zeigt, wie die Profis Moussa Niakhaté und Kunde nach dem Sieg in Frankfurt am Spielfeldrand knien und so ein Zeichen gegen Rassismus und den Tod des Amerikaners George Floyd setzten.

Rotation bei Mainz 05

Kräftig rotieren ließ Trainer Achim Beierlorzer gegen den BVB: Aaron, Baku, Boetius, Onisiwo und Burkardt in die Startelf beim 2:0 in Dortmund. Vor allem der Einsatz des erst 19-jährigen Burkardt lohnte sich. Nach einer Baku-Flanke glückte dem Blondschopf per Kopf das Führungstor, sein erster Treffer in der höchsten deutschen Spielklasse. Mateta verwandelte danach sicher einen von Piszczek an Latza verursachten Elfmeter. Die Sensation gegen uninspirierte Dortmunder.

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