Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen den SC Paderborn: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.
+
Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen den SC Paderborn: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett zum 31. Spieltag

Notizen vor Paderborn: Böse Buben, Personalnot und Selkes Vorfreude

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 31. Spieltag geht es um den SC Paderborn.

Verfolgt das Spiel von Werder Bremen gegen den SC Paderborn im Live-Ticker der DeichStube! Anpfiff ist am Samstag um 15.30 Uhr. Eine Stunde vorher kommen die Aufstellungen von Werder und Paderborn.

Spruch von Steffen Baumgart

„Wir schaffen es im Moment nicht, alle in einem Spiel ein bisschen Mist zu bauen. Sondern jeder baut in einem anderen Spiel Mist.“

Trainer Steffen Baumgart über die vielen individuellen Fehler, die Punkte kosteten.

Vor Spiel gegen Werder Bremen: Form des SC Paderborn

Paderborn spielt besser, als es punktet. Der Neuling tritt schon in der gesamten Spielzeit frisch-fromm-fröhlich auf, bringt die favorisierten Gegner mit seinem Konterfußball oftmals in Gefahr. Nur die Ausbeute bleibt oft kläglich. So haben die Baumgart-Zöglinge von den letzten fünf Begegnungen nur eine verloren (in Dortmund), aber auch keine gewonnen. Vier Remis stehen in der Leistungsbilanz: Zuletzt das überraschende 1:1 in Leipzig, davor die Punktgewinne auswärts bei den torlosen Partien in Düsseldorf und Augsburg sowie das 1:1 im Heimspiel gegen Hoffenheim.

Werder Bremen: Personalnot bei Gegner SC Paderborn

Trainer Steffen Baumgart plagen Aufstellungssorgen. Vor allem in der Defensive gehen dem Coach die Leute aus. Luca Kilian plagt eine hartnäckige Oberschenkelverletzung, Uwe Hünemeier fällt wegen einer Gelbsperre aus. Neben Christian Strohdiek steht mit Sebastian Schonlau nur noch ein gelernter Innenverteidiger im Kader, doch dieser laboriert an einer Fußverletzung, die auf die Achillessehne ausstrahlt. Eine Blessur, die ihn zur Pause in Leipzig zwang. Dort stand mit dem erst 20-jährigen Jan-Luca Rumpf eine in der Bundesliga noch nicht erprobte Alternative im Kader.

Hinspiel zwischen Werder Bremen und dem SC Paderborn

Es war eine der größten Enttäuschungen in der an Pleiten reichen bisherigen Saison. Werder Bremen leistete sich am 14. Spieltag eine Heimniederlage gegen den SC Paderborn, 0:1 gegen den Neuling, der in der Schlussphase nach einem Eingriff des Video-Schiedsrichters jubeln durfte. Es war ein temporeiches, aber auch an Höhepunkten armes Spiel, in dem die Bremer nach der Pause etwas mehr Schwung entfachten. Lange sah es nach einem torlosen Remis aus.

Dann die Schlüsselszene in der 90. Minuten: Vorarbeit Streli Mamba, Vollstreckung durch Sven Michel, der Ball im Tor, Schiedsrichter Sascha Stegemann gab den Treffer zunächst nicht wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung. Doch der VAR korrigierte ihn nach minutenlanger Überprüfung. Michels Tor des Tages bedeutete für die Ostwestfalen den zweiten Saisonsieg, der sie in der Tabelle vorrücken ließ. Paderborn nicht mehr weiter Schlusslicht, die Rote Laterne hatte zu jenem Zeitpunkt der 1. FC Köln übernommen.

Werder Bremen und SC Paderborn: Heimschwäche-Rekord droht

Zu Hause kann Paderborn nicht gewinnen, die Mannschaft spielt in den eigenen vier Wände ebenso schlecht wie Werder Bremen. Beim 1:6 gegen Borussia Dortmund im letzten Heimspiel kassierte die Truppe von Steffen Baumgart bereits die elfte Niederlage, eine Marke, die auch Werder erreichte nach dem 0:1 gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Spieltag. Eine Horrorbilanz für die beide Mannschaften, dazu noch die Gefahr, dass der Rekord eingestellt werden könnte. Je 13 Misserfolge in einer Spielzeit in eigener Arena beklagten in der Vergangenheit die SpVgg Greuther Fürth und Hannover 96.

Manager: Fabian Wohlgemuth ersetzt Martin Przondziono

Als „Ausnahme im deutschen Profifußball“ hat Fabian Wohlgemuth seinen neuen Arbeitgeber bezeichnet. Im Mai löste der 41-Jährige, der zuvor bei Holstein Kiel tätig gewesen ist, den auch bei Werder Bremen bekannten Martin Przondziono als Sport-Geschäftsführer beim SC Paderborn ab. Inmitten der Coronavirus-Pause war der frühere Bremer „wegen unterschiedlicher Auffassungen in der sportlichen Weiterentwicklung“ überraschend beurlaubt worden. Wohlgemuth unterschrieb einen Vertrag bis 2022 und gab dabei dieses Versprechen bei dem Abstiegskandidaten ab: „Paderborn wird sich im deutschen Profifußball nachhaltig etablieren.“

Statistik zwischen Werder Bremen und dem SC Paderborn

Drei Spiele bisher lang nur, die eine ausgeglichene Bilanz erbringen: Ein Sieg für Werder, einer für Paderborn, dazu ein Unentschieden. In Ostwestfalen haben die Bremer ein 2:2 erzielt in der bislang einzigen Partie dort, die am 26. April 2015 stattfand. Für Werder trafen Davie Selke und Izet Hajrovic, für die Gastgeber Mario Vrancic und Moritz Stoppelkamp. In der damaligen Elf standen mit Theodor Gebre Selassie, Philipp Bargfrede und Davie Selke drei Akteure, die auch jetzt dem Werder-Kader angehören. Auch Clemens Fritz, der Chef des Scoutings, war am Ball.

Höchster Sieg von Werder Bremen gegen den SC Paderborn

Im Heimspiel gegen Paderborn, damals erstmals in der Bundesliga, landete Werder mit 4:0 den höchsten Sieg. In der Begegnung am 29. November 2014 erzielten Zlatko Junuzovic, Davie Selke, Fin Bartels und Levent Aycicek die Treffer. Bereits für Paderborn spielte damals der Ex-Bremer Florian Hartherz, inzwischen bei Zweitliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld.

SC Paderborn: ein Lieblingsgegner von Davie Selke

Gegen Paderborn spielt Davie Selke gerne – und er trifft oft. Zwei Spiele hat der aus Berlin ausgeliehene Stürmer in der Saison 2014/2015 für Werder gegen die Ostwestfalen absolviert, zwei Tore stehen auf seinem Konto (insgesamt hat er drei Mal gegen den SCP gespielt). Zuletzt agierte der Leihspieler von Hertha BSC Berlin, gelinde gesagt, recht unglücklich. In keiner Weise torgefährlich, überhaupt nicht produktiv für die Mannschaft, so verlor der als Retter von der Spree geholte Mittelstürmer seinen Platz in der Startelf.

Mal sehen, ob er in Paderborn gegen seinen Lieblingsgegner wieder von Beginn an dabei sein darf, ob Trainer Florian Kohfeldt die persönliche Bilanz seines Schützlings kennt und auf sie baut. Oder ob der Coach lieber auf das Original setzt statt auf die Kopie. Niclas Füllkrug, der Dauerverletzte, den Selke vertreten sollte, befindet sich wieder im Training und könnte eventuell sein Comeback feiern.

SC Paderborn: Gewinner Luca Kilian

Ihm wird die größte Zukunft unter allen Paderbornern vorhergesagt. Die anderen Clubs haben schon ihre Augen auf Luca Kilian gerichtet. 20 Jahre jung, ausgebildet bei Borussia Dortmund, wo er bis zum Sommer in der Reserve spielte. Der Neueinkauf hat den Sprung in die 1. Liga geschafft. Seit dem sechsten Spieltag ist ein Stammplatz in der Abwehrzentrale des Aufsteigers für ihn reserviert. Der U21-Nationalspieler zählt zu den Gesichtern der Ostwestfalen, die man sich merken muss.

SC Paderborn: Klaus Gjasula holt Gelb-Rekord in der Bundesliga

Klaus Gjasula ist dabei, einen unrühmlichen Rekord aufzustellen. Der Mittelfeldspieler hat in seinem 26. Spiel bereits seine 16. Gelbe Karte gesehen. „Ich probiere so wenige wie möglich zu bekommen“, betonte der „Verwarnungsmeister“ in einem TV-Interview, „doch das gelingt mir nicht immer.“ Es sei nun mal sein Spiel, sagte der Nationalspieler aus Albanien. So sieht es auch Trainer Baumgart, der den seit 2013, als er eine schwere Kopfverletzung erlitt, mit einem Helm auflaufenden Mittelfeldspieler als einen Leistungsträger sieht. Baumgart über die Kartenflut: „Ohne Helm hätte er vielleicht erst 14... nicht böse sein – fast jede Karte ist verdient.“ Der Paderborner hat damit die Bestmarke der Liga in dieser Hinsicht eingestellt.

Absoluter Rekordhalter in der höchsten deutschen Spielklasse war bisher allein ein Pole: Tomasz Hajto kassierte 16 Verwarnungen in der Saison 1998/99, als er für den MSV Duisburg auflief. Wobei die Statistiker sich nicht ganz sicher sind. Denn als unumstrittener „Gelb-König“ gilt immer noch Walter Frosch, der 2013 verstorbene Ex-Profi. Das Unikum, für Kaiserslautern und St. Pauli aktiv, erlangte Berühmtheit wegen der Vielzahl an Gelben Karten, die er sich in der 2. Liga 1976/77 eingehandelt hatte. Über die genaue Zahl gibt es zwei Versionen. Einmal werden 27 Stück genannt, was allerdings nicht richtig ist. Die glaubhafte Version: 18, wie der „kicker“ zählte. Der Clou: Eine Rote Karte erhielt Frosch nie in seiner Karriere.

Böse Buben: SC Paderborn schlecht im Fairplay-Ranking

Gleich dreimal sah Steffen Baumgart in dieser Saison bereits Gelb: Neben dem Trainer wurden auch Martin Przondziono, der ehemalige Geschäftsführer, sowie Co-Trainer Danilo verwarnt. Damit sind die Paderborner in Fairplay-Ranking an erster Stelle platziert, was die Bösen Buben anbelangt.

SC Paderborn: Mutmacher Christian Strohdiek

Ein Punktgewinn beim Favoriten RB Leipzig, dazu eine beachtenswerte Leistung – zwei Umstände, die Christian Strohdiek zu diesem Urteil veranlassten: „Das gibt Mut für das Spiel gegen Bremen, wir wollen unbedingt drei Punkte holen.“ Der 32-Jährige ist Abwehrspieler, tritt also selten als Torschütze in Erscheinung. Bei den „Bullen“ in Leipzig trug er sich in die Torschützenliste ein, was Seltenheitswert hat. Doch wenn Strohdiek trifft, dann ist es etwas Besonderes. So auch im März 2018: In der 3. Liga beendete Paderborn eine Sieglos-Serie von fünf Spielen, drehte einen 0:2-Rückstand in Rostock in ein 3:2 und festigte so die Tabellenführung. Der Schütze des Siegtors damals in der Nachspielzeit: Strohdiek.

Uwe Hünemeier leistet Historisches für den SC Paderborn

Uwe Hünemeier sorgt für Einträge ins Geschichtsbuch des Vereins. Gegen Dortmund bestritt er sein 50. Bundesligaspiel – 45 davon für Paderborn, die restlichen fünf für die Dortmunder Borussia. Damit festigte der 34-Jährige seinen Spitzenplatz im vereinseigenen Ranking. Und überdies: Mit seinem verwandelten Elfmeter beim 1:6 erreichte der Oldtimer eine weitere historische Marke. Er hatte auch 2014/15 in der ersten Erstligasaison getroffen, somit ist er der erste Spieler, der in beiden Spielzeiten erfolgreich gewesen ist.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare