Fans des SV Werder Bremen protestieren gegen Sponsor Wohninvest mit einem Banner: „Immobilienhaie! Vorsicht bissig!“
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Fans des SV Werder Bremen protestieren gegen Sponsor Wohninvest mit einem Banner: „Immobilienhaie! Vorsicht bissig!“

Pläne von Werder-Partner Wohninvest

Einstieg beim Weserstadion: Werder-Sponsor Wohninvest tritt auf die Bremse

Bremen – Bevor es auf dem Rasen des Wohninvest Weserstadions rundgeht, wird es inzwischen wieder dunkler in der Loge von Namenssponsor Wohninvest – sehr zum Ärger des SV Werder Bremen. Zur Rückkehr der Ultras nach den gelockerten Corona-Regeln gehört auch ein altbekanntes Banner mit der wenig freundlichen Aufschrift „Immobilienhaie! Vorsicht bissig!“.

Das hing in den Heimspielen gegen Nürnberg und Kiel bis zum Anpfiff wieder direkt vor der Loge des Sponsors. Werder Bremens Boss Klaus Filbry ist darüber wenig erfreut, will es aber auch nicht verbieten, damit die Lage nicht eskaliert. Er betont allerdings ausdrücklich, wie wichtig und besonders Wohninvest als Sponsor sei. Das Unternehmen aus Süddeutschland zahlt mindestens bis 2029 jährlich drei Millionen Euro dafür, dass das Weserstadion nun einen Vornamen hat. Das gefällt nicht jedem Grün-Weißen. Der von Wohninvest angedachte und nach Bekanntwerden auch sofort umstrittene Einstieg als Anteilseigner der Arena, um dort das Geschäftsmodell „Brainhouse247“ mit Coworking Spaces im VIP-Bereich auszurollen, wird jedoch so schnell nicht kommen. Wohninvest will sich zunächst auf ähnliche Projekte in Stuttgart und Hannover konzentrieren, um dort Erfahrungen sammeln.

Werder Bremen: Wohninvest-Beteiligung am Weserstadion? Es gibt Kritik - und ein genauer Plan fehlt noch

„Wir gehen das Tempo unseres Partners mit“, sagt Filbry. Natürlich hätte er sich eine schnellere Lösung gewünscht: „Die grundsätzliche Idee, unsere Flächen im Stadion zu nutzen, ist sehr gut. Davon würden wir alle inhaltlich und finanziell profitieren.“ Gemeint sind vor allem der SV Werder Bremen und die Stadt Bremen, denen das Weserstadion je zur Hälfte gehört. Neben den Einnahmen aus dem Profi-Fußball werden dringend weitere Erlöse benötigt, damit sich die Bremer Weserstadion GmbH (BWS) auch trägt. Da wären gut zahlende Untermieter natürlich sehr hilfreich.

Wohninvest will aber nicht nur Mieter sein, sondern strebt wie bei vergleichbaren Projekten eine Übernahme oder zumindest eine Beteiligung der Immobilie an. Teile der Fan- und Ultraszene lehnen das vehement ab, auch Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) äußerte Bedenken und forderte einen genauen Plan von Wohninvest. Den wird es aber in diesem Jahr wohl nicht mehr geben, denn bei Wohninvest haben gerade andere Themen Priorität.

Werder Bremen: Klaus Filbry lobt Wohninvest als Partner und ärgert sich über Fan-Reaktionen auf den Sponsor

Trotz der Störfeuer ist das Verhältnis zwischen Werder Bremen und dem Sponsor absolut intakt, sagt Filbry und hebt hervor: „Wohninvest ist unser einziger Partner, der in der 2. Liga die gleiche Summe bezahlt wie in der 1. Liga. Außerdem unterstützt Wohninvest auch unsere anderen wichtigen Bereiche wie Frauen-Fußball, Tischtennis und Handball mit einem separaten Sponsorenvertrag in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrags.“ Mehrfach hätte das Unternehmen bei Auswärtsspielen auch Flüge der Mannschaft bezahlt, die sich Werder Bremen in der 2. Liga eigentlich nicht leisten möchte. „Wohninvest agiert sehr partnerschaftlich“, so Filbry. Umso trauriger sei es, wie der Sponsor im eigenen Stadion behandelt werde. Das gilt allerdings längst nicht für alle Fans und Ultras: In der Ostkurve war zuletzt auch Protest gegen die Banner-Aktion zu vernehmen. (kni)

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