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Yuning Zhang bei der ersten Trainings-Einheit am Mittwochmorgen.

Er will mehr sein als nur ein Marketing-Gag

Zhangs Ziele

Bremen - Irgendwann ging gar nichts mehr, der Internet-Livestream aus dem Weserstadion brach einfach zusammen. Bild weg, Schluss, aus. Technische Probleme hatten für ein jähes Ende der Übertragung gesorgt – gut möglich, dass sie durch die große Nachfrage verursacht wurden.

Auf dem Podium im Presseraum saß gestern Nachmittag zwar ein in Deutschland gänzlich unbekannter Fußballer, in China, wohin die Bilder ebenfalls übertragen wurden, ist dieser Yuning Zhang dafür aber eine ziemlich große Nummer. In den kommenden zwei Jahren wird der junge Stürmer das Werder-Trikot tragen. Gestern hat ihn der Verein nun offiziell vorgestellt.

„Guten Tag, mein Name ist Yuning Zhang.“ Das waren die ersten Worte, die der 20-Jährige ins Mikrofon sprach – in deutscher Sprache, wohlgemerkt. Schnell wurde klar: Dieser Zhang ist ganz schön schlagfertig. 

Auf Englisch beantwortete der Angreifer in der Folge Nachfragen rund um seine Person. Ob er eine Freundin habe? „Nein, aber danke der Nachfrage.“ Und ob ihm deutsches Essen schmecke? „Ich habe es probiert“, sagte Zhang, ehe er sein Urteil folgen ließ: „Ich kann nicht sagen, dass ich es liebe, aber ich hasse es auch nicht.“ Auf dem Podium, zwischen Werders Sportchef Frank Baumann und einem chinesischen Dolmetscher, machte der Neu-Bremer einen überzeugenden Eindruck. Die Zweifel, ob er Werder sportlich helfen kann, konnte er damit aber nicht vom Tisch wischen.

Keine Kaufoption für Werder

Der Premier-League-Club West Bromwich Albion hat Zhang gerade erst von Vitesse Arnheim aus den Niederlanden geholt – angeblich für rund neun Millionen. Bei Werder wird er nun für zwei Jahre geparkt, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Eine Kaufoption haben die Bremer nicht. „Er bringt für sein junges Alter schon viele Dinge mit“, lobte Baumann, „wir glauben, dass er eine Option für die Bundesliga werden kann.“ Zhang soll zwar fest dem Profi-Kader angehören, dürfte der Mannschaft sportlich aber nicht helfen können. Zumindest lässt seine bisherige sportliche Vita keinen anderen Schluss zu.

Es wirkt weiterhin so, als ob Werder den neunfachen Nationalspieler in erster Linie aus Marketing-Gründen verpflichtet hat, um den asiatischen Markt für sich weiter zu erschließen. „Es ist mein Ziel, den Verein in China noch berühmter zu machen“, sagte Zhang pflichtbewusst. In Werders U 23 darf der neue Mann vorerst übrigens nicht spielen, weil die entsprechende Erlaubnis seitens des DFB noch fehlt. „Wir arbeiten noch daran“, sagte Baumann.

Hart arbeiten – das möchte auch Zhang in Bremen tun. Er habe China damals bewusst verlassen, um in Europa spielen und lernen zu können. Nun also Werder. „Es war einer der größten Momente meines Lebens, hier zu unterschreiben.“

Der Werder-Mittwoch

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