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Yuning Zhang wechselte per Leihe zu Werder.

Werder-Neuling

Yuning Zhang zur U20?  Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen

Zell am Ziller - Das Duell an der Mittellinie verliert Werder-Neuling Yuning Zhang. Bewacher Niklas Moisander war einfach mit den Gedanken und den Beinen schneller gewesen.

Aber dann: Moisander spielt den Fehlpass, Zhang startet sofort, geht steil über rechts, der Ball kommt, der Chinese flankt. Aber Zlatko Junuzovic tritt über den Ball. Auch wenn diese Aktion im ersten Trainingsspiel in Zell am Ziller nicht zum Tor führt, lässt sie doch kurz den Gedanken aufkommen, dass dieser Yuning Zhang möglicherweise mehr ist als nur eine Marketing-Aktion.

Allerdings wird der 20 Jahre alte Stürmer noch viel tun müssen, um diesen Verdacht komplett abzustreifen. Im Moment spricht sehr viel dafür, dass Werder Bremen ihn nur deshalb für zwei Jahren von West Bromwich Albion ausgeliehen hat, um auf dem chinesischen Markt auf sich aufmerksam zu machen. Ob und in welchem Bremer Team Zhang schlussendlich spielen wird, ist absolut offen. Für die Profis ist er wahrscheinlich nicht gut genug, und für die U23 liegt im Augenblick noch keine Spielberechtigung vor.

Zhang zu den Olympischen Spielen in Tokio?

Eine weitere Alternative wäre, dass Yuning Zhang gar nicht bei Werder spielt, sondern für die U20 Chinas, die als Gastteam in der Regionalliga Südwest antreten soll. Zhang hat das Alter, um noch bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio antreten zu können. Es gilt als Stichtag der 1. Januar 2020 – wer dann nicht älter ist als 22 Jahre, darf bei den Spielen als U23-Akteur mitmachen. Zhang wird am 5. Januar 2020 23 Jahre alt. Passt also.

Es wäre jedoch eine große Schmierenkomödie, wenn Werder einen Chinesen präsentiert, um ihn dann dauerhaft an die U20-Auswahl seines Landes abzugeben. Sportchef Frank Baumann glaubt auch nicht, dass Zhang in der Regionalliga Südwest spielen wird, ausschließen will er es aber auch nicht. „Wir haben das noch nicht abschließend besprochen. Aber die Spiele der U20 sind nur Freundschaftsspiele, wir müssen ihn also nicht abstellen. Und werden es wahrscheinlich auch nicht tun.“

„Unheimliche Abschlussstärke“ hat sich versteckt

Aber erstmal heißt es abwarten, wie sich Yuning Zhang bei Werder präsentiert. Erst seit ein paar Tagen ist er dabei, und Frank Baumann lässt den Angreifer gedanklich zwischen allen Möglichkeiten pendeln. „Er soll bei uns trainieren, kann Freundschaftsspiele bestreiten oder vielleicht auch in der Bundesliga spielen. Wir wollen jetzt die Vorbereitung abwarten, der erste Eindruck war doch ganz gut.“

Zum Beispiel wie bei der Flanke auf Junuzovic. Gegen Ende des Trainingsspiels vor rund 200 Zuschauern lief es dann anders herum. Junuzovic bediente Zhang. Der brachte aus wenigen Metern jedoch nur einen Kullerball zustande. Die „unheimliche Abschlussstärke“, die Werder-Coach Alexander Nouri bei Zhang festgestellt haben will, hatte sich in diesem Moment sehr gut versteckt.

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