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Yuya Osako überzeugt bei Werder Bremen in seiner neuen Rolle und macht den Abgang von Max Kruse vergessen. 

Starker Saisonauftakt des Japaners auf neuer Position

Osako: Zwischen den Linien zu Hause

Bremen - Florian Kohfeldt hatte einfach dieses Gefühl – warum, oder wo es herkam? Das konnte der Trainer von Werder Bremen nach dem 3:2-Heimsieg gegen den FC Augsburg gar nicht mehr sagen. „Ich wollte das einfach machen“, berichtete er nur und spielte damit auf eine kleine Begebenheit vom Vormittag an.

Während des obligatorischen Spaziergangs vor dem Spiel hatte er Yuya Osako einfach mal in den Arm genommen und seinem Stürmer prophezeit: „Du machst heute zwei Tore.“ Ein paar Stunden später hatte Osako tatsächlich geliefert: Mit einem Doppelpack und auch sonst vielen starken Aktionen war er zum Mann des Tages geworden.

Hinterher trat der schüchterne Japaner dann erstmals nach einem Spiel vor die deutschen Journalisten, antwortete sogar auf deutsch und entgegnete auf die Frage, ob es sein bisher bestes Spiel für Werder gewesen sei, ein kurzes, knappes: „Ja.“ Das konnte man in der Tat so stehen lassen. 

Osako hatte Werder Bremen mit seinen beiden Toren in der sechsten und 67. Minute nicht nur zweimal in Führung gebracht und damit schließlich zum ersten Saisonsieg gegen den FC Augsburg geschossen – auch darüber hinaus hatte er gezeigt, wie wertvoll er in neuer Rolle für die Mannschaft ist.

Werder Bremen: Yuya Osako ist der Gewinner des Kruse-Abschieds

Nach dem Abgang von Max Kruse darf der Offensivspieler nun endlich auf seiner Lieblingsposition ran: im Zentrum. Gegen Augsburg glänzte Osako als Zehner. „Für mich ist es wichtig, dass ich im Zentrum spiele“, sagte er, „denn das ist für mich die beste Position.“ Mit Trainer Florian Kohfeldt sei klar besprochen, dass er nicht mehr wie früher auf den Flügel ausweichen müsse. Wenn man so möchte, ist Osako bei Werderalso der große Gewinner des Kruse-Abschieds. Vergleiche mit seinem Vorgänger ließ der 29-Jährige nach dem Spiel aber gar nicht erst zu: „Ich bin einfach ich.“

Kohfeldt hatte schon während der Vorbereitung immer wieder vom neuen, besseren und frischeren Osako geschwärmt und darf sich nach dessen drei Toren an den ersten drei Spieltagen nun mehr als bestätigt fühlen. „Wir sind auf dem Weg, eine Mannschaft zu werden, die nur schwer ausrechenbar ist“, sagte der Coach – und betonte: „Yuya ist dafür ein Schlüsselspieler.“

Werder Bremen: Nuri Sahin schwärmt von Yuya Osako

Vor allem auf engstem Raum, gerne auch mit dem Gegenspieler direkt auf den Füßen, hat der Japaner seine Stärken. „Er ist ein Spieler, der mit einem Gegenspieler stärker ist, als wenn er viel Raum vor sich hat“, sagte Kohfeldt und wiederholte damit im Grunde das, was Osakos Mitspieler Nuri Sahin wenige Minuten zuvor in der Interviewzone des Weserstadions mit etwas anderen Worten gesagt hatte. „Ich mag Japaner, denn zwischen den Linien sind sie super“, hatte Sahin mit einem Lächeln erklärt und daran erinnert, dass er in Dortmund viele Jahre lang mit Osakos Landsmann Shinji Kagawa zusammengespielt hatte. 

Yuya gibt uns extrem viele Optionen in diesem Raum. Er kann von dort aus die Schnittstellen-Bälle spielen, oder er kann selbst in die Spitze gehen“, zählte Sahin auf – und kam zu dem Schluss: „Er ist ein Top-Spieler mit einem tollen Charakter. Wir haben alle das Gefühl, dass er jetzt mit noch mehr Freude bei der Sache ist.“ Osako sei ein „sensibler Junge“, das Vertrauen von Kohfeldt deshalb ungemein wichtig, berichtete Sahin. Und so eine kleine Umarmung vor dem Spiel - die kann da schon mal wahre Wunder bewirken.

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Am vergangenen Sonntag durfte der U23-Kapitän sein Bundesliga-Debüt feiern, im Anschluss sprach Florian Kohfeldt, Trainer von Werder Bremen, über Christian Groß: „Vielleicht habe ich ihm etwas Unrecht getan.“ Derweil hat Florian Kohfeldt den Grund verraten, warum Werder Bremen keinen neuen Sechser verpflichtet hat: Maxi Eggestein. Ein Traumtor zum 2:1 gegen den FC Augsburg, die Nominierung für die US-Nationalmannschaft und ein dickes Lob von Trainer Florian Kohfeldt: Josh Sargent von Werder Bremen „kann Dinge, die man nicht lernen kann.“

zur letzten Meldung vom 08.08.2019:

Kohfeldts großes Lob für Werder-Angreifer Osako: „Das ist der Wahnsinn“

Florian Kohfeldt war gar nicht explizit danach gefragt worden, also sprach es der Trainer von Werder Bremen selbst an. Schließlich hatte ihm einer seiner Spieler während des 0:0 im Testspiel gegen den FC Everton besonders gut gefallen. Wieder einmal. „Er hat es sehr gut gemacht“, sagte der Coach – und ließ ein wahres Loblied auf Yuya Osako folgen.

Und in der Tat: Der Japaner ist bei Werder Bremen der vielleicht größte Gewinner der Vorbereitung, könnte in der neuen Saison eine deutlich wichtigere Rolle einnehmen als noch im Vorjahr. Die Partie gegen Everton lieferte da einen guten Vorgeschmack.

Yuya Osako agierte gegen den Club aus der Premier League als zentraler Mann im Bremer Dreier-Sturm, ließ sich immer wieder weit ins Mittelfeld zurückfallen, um die Bälle zu verteilen. „Ein Spieler mit dieser Vororientierung, das ist ja der Wahnsinn“, schwärmte Florian Kohfeldt, „wie er sich anbietet, wie er das Spiel weiterverlagert.“ Zwar glückten dem Japaner längst nicht alle Aktionen. Es wurde aber deutlich, dass er bei Werder Bremen künftig der Mann für die überraschenden und deshalb tödlichen Pässe sein kann.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt lobt Angreifer Yuya Osako: „Ich finde ihn überragend“

Anders als noch in der vergangenen Saison, plant Kohfeldt inzwischen fest mit dem 29-Jährigen im Zentrum. Nach dem Abgang von Max Kruse zu Fenerbahce Istanbul ist dort Platz für Osako, der in seiner ersten Spielzeit für Werder meist über den Flügel kam. 21 Einsätze standen am Ende für den Nationalspieler zu Buche, drei Tore und drei Vorlagen sind ihm dabei gelungen. Bei Kohfeldt, das ist dem Trainer deutlich anzumerken, ist die Hoffnung groß, dass Osako diese Werte in der Saison 2019/2020 klar übertrifft. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls ziemlich gut.

Hinter Yuya Osako liegt ein Sommer ohne Turnierteilnahme mit der Nationalmannschaft, sprich: mit viel Erholung. „Man merkt einfach, wie frisch er nach dem Urlaub ist“, hatte Kohfeldt bereits während des Trainingslagers im Zillertal betont. Weitere Pluspunkte: Der stille Stürmer ist innerhalb der Mannschaft vor seiner zweiten Saison bei Werder Bremen mittlerweile voll integriert, wirkt während der Trainingseinheiten regelrecht gelöst – und hat mit der deutschen Sprache auch keine allzu großen Probleme mehr. Er könnte für Werder nach einem Jahr nochmal wie ein Neuzugang wirken – und dafür sorgen, dass sich das Bild des Trainers auf die Öffentlichkeit überträgt: „Ich weiß, dass er nicht immer so gesehen wird, aber ich finde ihn überragend.“ (dco)

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Der Coach ist ein Werte-Steigerer: Es gab bei Werder Bremen eine Marktwert-Explosion unter Florian Kohfeldt. Unterdessen spricht Coach Florian Kohfeldt über die neuen Ersatzbänke und den neuen Rasen im Weserstadion von Werder Bremen: „Wir hatten schon besseres Geläuf.“ Außerdem naht das erste Pflichtspiel der Saison, und das ist ein ganz besonderes für die Delmenhorster Familie Urbainski: Bei Werder gespielt, gearbeitet und nun plötzlich Gegner im DFB-Pokal

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