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Aufraffen für die Aufholjagd? Noch bleiben Werder Bremen um Kapitän Niklas Moisander und Maximilian Eggestein (am Boden) 13 Saisonspiele, um den drohenden Abstieg in die Zweite Bundesliga abzuwenden.

Werders Lage im Tabellenkeller ist mehr als ernst, aber noch nicht hoffnungslos

SC Freiburg hat es vorgemacht - ein Zahlenspiel im Abstiegskampf

Bremen – 13 und 17. Das ist Werders Ausgangslage. Das sind die Werte, mit denen in Bremen in diesen Tagen gerechnet wird, ja werden muss – schließlich bringen sie den Ist-Zustand tief unten im Bundesliga-Keller schonungslos auf den Punkt.

13 und 17. Das bedeutet: Noch 13 Spiele bleiben dem Tabellen-17. Werder Bremen, um seinen 17 Punkten möglichst viele hinzuzufügen, damit der drohende Abstieg in die Zweite Liga am Ende verhindert werden kann. Die gute Nachricht: Rechnerisch möglich ist die Rettung locker. Die ernüchternde: Viel schiefgehen darf jetzt nicht mehr. Ein Zahlenspiel.

Werder Bremen muss mindestens sechs Spiele gewinnen

Der Blick auf die jüngere Bundesliga-Geschichte zeigt, dass die ominösen 40 Punkte, die es angeblich zum Klassenerhalt braucht, ein Mythos sind. So viele Zähler hat in den vergangenen zehn Jahren kein Tabellen-15. auf dem Konto gehabt. Für die Rettung reichte bisweilen deutlich weniger. Hannover blieb 2010 mit 33 Punkten erstklassig, Stuttgart (2014) und Augsburg (2019) reichten jeweils 32. Durchschnittlich waren in der vergangenen Dekade rund 35 Punkte nötig, um in der Klasse zu bleiben. Heißt demnach für Werder Bremen: Es fehlen noch 18. Von den verbleibenden 13 Spielen sollte das Team also mindestens sechs gewinnen.

Angesichts des Restprogramms wird deutlich, dass das ein großer Kraftakt wird. Auch die Statistik meint es nicht unbedingt gut mit den Bremern: In den vergangenen drei Jahren stieg die Mannschaft, die nach dem 21. Spieltag Tabellen-17. war, am Ende jeweils ab.

Werder Bremen: Schöner Fußball hat keine oberste Priorität

Es gibt aber auch positive Beispiele. Heraus sticht vor allem dieses hier: In der Saison 2011/2012 befand sich der SC Freiburg nach 21 Saisonspielen in nahezu exakt der Ausgangslage, in der Werder nun steckt: Noch 13 ausstehende Spiele, erst 17 Punkte. Die Freiburger rangierten damals auf Tabellenplatz 18 – und legten eine beeindruckende Aufholjagd hin. Am Ende schloss der Club, bei dem Christian Streich im Winter den Trainerposten von Marcus Sorg übernommen hatte, die Saison mit 40 Punkten auf Rang zwölf ab. 

Zum Freiburger Kader gehörte damals unter anderem Jan Rosenthal, der sich noch gut an den großen Schlussspurt erinnern kann. „Taktische Geschlossenheit hat uns mehr geholfen als individuelle Qualität“, sagt der 33-jährige Ex-Profi im Gespräch mit der DeichStube. „Es ging nicht darum, den super Doppelpass zu spielen, sondern darum, erstmal sicher zu stehen.“ 

Heißt: Schöner Fußball kann keine oberste Priorität mehr haben. Rosenthal: „Im Abstiegskampf müssen sich viele damit abfinden, nicht mehr den Fußball zu spielen, den sie gerne spielen möchten.“ Gelingt das, und kommen dann die passenden Ergebnisse dazu, kann es schnell aufwärts gehen. „Wenn die ersten Punkte geholt sind, weiß man wieder, was man kann. Da hat sich auch eine Eigendynamik entwickelt“, blickt Rosenthal zurück. 

Freiburg erkämpfe sich damals am 22. Spieltag ein 0:0 gegen die Bayern, verlor dann zwar mit 1:4 gegen Stuttgart – blieb danach aber zehn Spiele lang ungeschlagen (sechs Siege, vier Unentschieden) und feierte schließlich die Rettung. Bei aller sportlicher Tristesse und den derzeit so unschönen Zahlen dürfte das für Werder Bremen zumindest als kleiner Mutmacher taugen. 13 und 17. Das liest sich wahrlich nicht gut. Damit ist aber auch noch nichts entschieden. (dco/csa)

Werder Bremen: Das Restprogramm

RB Leipzig (A), Borussia Dortmund (H), Eintracht Frankfurt (H), Hertha BSC (A), Bayer Leverkusen (H), SC Freiburg (A), Bor. M’Gladbach (H), FC Schalke 04 (A), VfL Wolfsburg (H), SC Paderborn (A), Bayern München (H), 1. FSV Mainz 05 (A), 1. FC Köln (H)

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