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Es steht ein Zelt im Zillertal: Werder-Coach Kohfeldt lässt das Training live analysieren.

Werder-Trainingslager im Zillertal

Was ist los im Zelt in Zell am Ziller?

Zell - Es steht ein Zipfelzelt in Zell am Ziller – und es ist nur für Werder Bremen da. Das Trainingslager des Bundesligisten im Zillertal hat am Donnerstagnachmittag mit einer Neuerung begonnen.

Zweimal schickte Trainer Florian Kohfeldt den kompletten Kader in besagtes Zelt, um dort auf einem XXL-Fernseher die nächste Spielübung zu erklären. Im Wintertrainingslager im spanischen Algorfa hatte es etwas Ähnliches schon gegeben, damals aber nur vor und nach, nicht während der Einheit.

Also pfeift Kohfeldt sein Team jetzt zusammen, um unter dem Zeltdach und gut abgeschirmt von neugierigen Blicken der Trainingsbeobachter zu erklären, wie er die nächste Spielform ausgeführt sehen will. In den nächsten Tagen werden dann auch noch Live-Analysen dazukommen. Heißt: Video-Aufnahmen von guten und schlechten Aktionen, die das Analyseteam vom Dach der neben dem Trainingsplatz gelegenen Schule sowie mit Hilfe einer Drohne gemacht hat, werden den Spielern sofort vorgeführt. Wieso so schnell? Wieso nicht erst im Hotel? So wie sonst. Sportchef Frank Baumann erklärt: „Man muss nicht jede Neuerung mitmachen, aber das macht Sinn. Die unmittelbare zeitliche Nähe zum Training ist bei der Veranschaulichung wichtig. Bis man erst mit dem Rad im Hotel ist, haben die Spieler Kleinigkeiten schon wieder vergessen. “ Deshalb das Livelernen direkt am Trainingsplatz.

Baumann: Es wird hart

Der Aufwand, der dafür betrieben wird, ist nicht gerade klein. Der Bereich um das Zelt ist abgesperrt, dort können sich Fans – anders als im Vorjahr – nicht mehr aufhalten. Eine dunkle Plane verhindert sogar, dass jemand aus den Fenstern des Schulkellers in das Zelt blicken kann, um zu erspähen, welche spielerischen Winkelzüge Kohfeldt seinen Spielern in vorbereiteten Präsentationen näher bringt und ins Aufgabenheft schreibt.

Nicht nur wegen dieser Maßnahmen, die Ausdruck von Kohfeldts Akribie sind, sagt Baumann, dass das Trainingslager im Zillertal hart wird für die Bremer Profis. „Florian verlangt viel – gerade um das Zusammenspiel und das Positionsspiel zu fördern. Von den Spielern ist hohe Konzentration gefordert, das ist für den Kopf sehr anstrengend.“

Das zeigte sich gleich in der ersten Einheit des Trainingslagers. Um 13.15 Uhr war die 26 Mann starke Trainingsgruppe im Posthotel in Zell am Ziller angekommen, drei Stunden später radelten alle zum Parkstadion, wo Kohfeldt knappe zwei Stunden trainieren ließ. Die jeweils ungefähr fünf Minuten dauernden Videoschulungen eingerechnet.

Werder plant Maßnahmen zum Teambuilding

Die Bedingungen im Zillertal seien „gewohnt gut“, meinte Baumann. Hotel top und wie in den Jahren zuvor auch mit Werder-Fahnen geschmückt, die beiden Trainingsplätze in einem 1a Zustand, dazu cirka 200 Fans auf der Tribüne – man ist zwar weg aus Bremen, aber doch irgendwie zu Hause.

Um einen Ausgleich für das fordernde Trainingsprogramm zu schaffen, plant Werder während der zehn Tage in den Bergen ein oder zwei Maßnahmen zum Teambuilding – oder anders gesagt: Freizeitspaß. „Die Abwechslung muss einfach sein, wenn man zehn Tage als Gruppe zusammen ist. Da muss man auch mal eine andere Atmosphäre schaffen“, sagt Frank Baumann. Was genau gemacht wird ist vorerst noch geheim. Wie die Videoschulungen im Zipfelzelt in Zell am Ziller.

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