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Werder Bremen um Cheftrainer Florian Kohfeldt will das Ziel Europa nicht aufgeben.

Werder hat sein Ziel noch nicht aufgegeben

Das letzte Einschwören auf Europa

Bremen – Die Ausgangslage ist schlecht, das Restprogramm schwer – Florian Kohfeldt zeigte sich davon am Donnerstag aber gänzlich unbeeindruckt und hob einmal mehr Werders großes Ziel hervor. „Wenn wir um etwas kämpfen, etwas gewinnen können, dann wollen wir das auch“, sagte der Trainer, der mit seiner Mannschaft auch nach dem bitteren 1:4 gegen Düsseldorf noch vom Einzug in die Europa League träumt.

„Ich habe nach dem Spiel keine Sekunde darüber nachgedacht, das Saisonziel zu revidieren“, erklärte Kohfeldt – und betonte: „Das werde ich erst in dem Moment tun, in dem es rechnerisch nicht mehr möglich ist, aber ich glaube daran, dass ich es nicht tun muss.“

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BVB, Hoffenheim, Leipzig: Werders schweres Restprogramm

Mutige Worte waren das, die der 36-Jährige während der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr) wählte – schließlich hat Werder drei Spieltage vor Saisonende vier Punkte Rückstand auf Tabellenplatz sieben, der es mindestens sein muss, wenn es mit Europa klappen soll. Und dass diese Punkte im Endspurt gegen Top-Teams wie den BVB, Hoffenheim und Leipzig aufgeholt werden müssen, macht die Sache nicht eben leichter. Das wissen sie natürlich auch bei Werder, denn sie haben ausführlich darüber geredet.

„Ich habe mich am Anfang der Woche mit dem Mannschaftsrat zusammengesetzt und das weitere Vorgehen besprochen“, berichtete Kohfeldt, dem es darum ging, die Ausgangslage nach dem Rückschlag von Düsseldorf neu einzuordnen. Am Ende wurde ein neuerliches, womöglich das letzte Einschwören auf Europa daraus.

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 „Wir waren alle der Meinung, dass wir die Zielsetzung beibehalten sollten. Wir wollen in den letzten Spielen alles dafür tun, um es noch möglich zu machen“, sagte Maximilian Eggestein, der dem Mannschaftsrat angehört – und der ein Abrücken vom eigentlichen Plan für wenig sinnvoll hält: „Wir haben das Ziel Europa die gesamte Saison über gehabt, und es ist auch jetzt rechnerisch noch möglich. Da wäre es doch Schwachsinn, drei Spieltage vor Schluss aufzuhören, daran zu glauben.“ Stimmt eigentlich. Denn genau dieses „daran glauben“ ist es ja, was Trainer Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann ihrer Mannschaft vor neun Monaten einimpfen wollten.

Werder bleibt entschlossen

Mit der Zielsetzung Europa hatten die Verantwortlichen im Sommer überrascht. Sie wollten mutig sein, die Profis damit aber auch fordern, ihnen vom ersten Tag an das Gefühl vermitteln, dass Großes möglich ist. Schon jetzt steht fest, dass dieser Plan aufgegangen ist. Werder hat eine starke Saison gespielt, frei von Abstiegssorgen mit spielerisch hochwertigem Fußball. Die Grundlage für erfolgreiche Jahre ist damit geschaffen – egal, ob es schon in dieser Saison für Europa reicht, oder nicht.

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„Wir haben vor der Saison ein Ziel ausgegeben, das deutlich über der Erwartungshaltung lag“, erinnerte Kohfeldt, „denn wir hätten uns hier auch hinsetzen und sagen können: Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Da hätte keiner in Deutschland gesagt: Jetzt stapeln sie aber tief. Unsere Grundherangehensweise ist aber anders.“ Nämlich entschlossen mit dem Ziel, jedes Spiel gewinnen zu wollen – selbst wenn der nächste Gegner Dortmund heißt und noch Chancen auf den Titel hat.

Werder-Coach Kohfeldt ist kein Fan von Tabellenrechnern

Klar ist: Nur ein Heimsieg gegen den BVB kann Werders Europa-Ambitionen am Leben erhalten. Und selbst dann müssten in Hoffenheim und gegen Leipzig weitere Punkte, am besten Siege folgen. So weit wollte Kohfeldt am Donnerstag aber noch nicht in die Zukunft schauen, ein Fan von Tabellenrechnern ist er nicht. „Ich hatte Mathe-Leistungskurs und habe versucht, ganz viele Sachen durchzurechnen, habe aber schnell gemerkt, dass das relativ wenig bringt“, scherzte der Coach, der sich lieber an die nüchternen Fakten hält: „Wir stehen immer noch da, dass wir um die europäischen Plätze mitkämpfen. Das zählt.“

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