+
Zlatko Junuzovic bei einer Medienrunde im spanischen Algorfa.

Zukunft bei Werder völlig offen

Junuzovic: "Ich hatte viel mit mir zu kämpfen"

Algorfa - Zlatko Junuzovic strahlt. „Der Fuß ist super“, sagt der Kapitän des SV Werder: „Ich bin endlich wieder schmerzfrei.“ Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Der 30-Jährige verrät im Trainingslager in Algorfa, dass ihm die Hinrunde mit „meinen vielen Baustellen“ sehr zu schaffen gemacht hat. Jetzt soll aber alles gut werden, Junuzovic will mit einer guten Vorbereitung in den Beinen durchstarten. Seine Zukunft bei Werder ist dennoch ungewiss. Neue Gespräche über seinen im Sommer auslaufenden Vertrag hat es bislang nicht gegeben.

„Wenn nichts vorliegt, kann ich auch nichts entscheiden“, sagt Junuzovic über den Stand der Dinge. Im Juli vergangenen Jahres hatte er ein Angebot des Clubs zur Vertragsverlängerung ausgeschlagen. Er sollte weniger verdienen, er selbst will für seinen wohl letzten großen Kontrakt und als Kapitän eher das Gegenteil erreichen. Die Kluft war sogar so groß, dass sich ein Wechsel zu Trabzonspor anbahnte. Doch Werder forderte eine zu hohe Ablöse – Junuzovic sagte den Türken ab. Einen neuen Anlauf von Trabzonspor gibt es bislang offenbar nicht. „Es liegt auch da nichts vor, es ist sehr ruhig“, berichtet Junuzovic.

Der Österreicher ist dabei ganz entspannt. Das gilt auch die bisherige Zurückhaltung des SV Werder betreffend. „So ist das Geschäft, der Club macht sich auch so seine Gedanken“, sagt der Mittelfeldspieler, fügt dann aber mit einem Lächeln an: „Ich bin mir sicher, dass wir noch sprechen werden.“ Über seinen Berater habe es ohnehin immer losen Kontakt gegeben, was den Vertrag betrifft. Alles sei gut.

Sehr verletzungsanfällig

Frank Baumann antwortet derweil nicht direkt auf die Frage, ob er mit Junuzovic verlängern will. „Natürlich haben wir Interesse daran, unsere guten Spieler zu halten“, sagt der Sportchef ganz allgemein. Nach Informationen der DeichStube geht die Tendenz bei Werder im Moment jedoch eher dahin, Junuzovic im Sommer ablösefrei ziehen zu lassen. Der Österreicher gehört zu den Topverdienern, aber nicht mehr unbedingt zu den absoluten Leistungsträgern. Zudem ist der Mittelfeldspieler sehr verletzungsanfällig. Werder wartet ab, wie sich der Kapitän in den nächsten Wochen entwickelt, welche Bedeutung er noch für das Team hat. Unter gewissen Umständen würde Junuzovic den Club sogar schon im Januar verlassen können. Es wäre die letzte Möglichkeit, eine Ablöse zu kassieren.

Keine Wechselabsichten

Offiziell hegt Junuzovic aktuell keine Wechselabsichten. Für ihn ist gerade viel wichtiger, „dass ich mich endlich wieder besser fühle“. An diesem Punkt bedankt er sich erstmal bei seiner Familie, speziell bei seiner Frau. „Die musste sich in der Zeit schon einiges anhören. Man ist einfach nicht gut drauf, wenn man mit Schmerzen aufsteht“, erinnert sich Junuzovic: „Ich hatte schon sehr viel mit mir zu kämpfen.“ In der Sommervorbereitung war für ihn wegen Problemen am Fuß schon früh Feierabend. Der Nachfolger von Clemens Fritz als Kapitän kam erst Ende September erstmals in der Bundesliga zum Einsatz. „Ich musste danach immer die Belastung ganz genau steuern.“ Das sei nicht einfach gewesen. Dazu kamen muskuläre Probleme. „Das ist doch normal, wenn man keine Vorbereitung hatte und quasi von null auf 100 funktionieren muss.“

Starke Konkurrenz

Am Hinrundenende fiel Junuzovic dann gegen Mainz und auch im Pokal gegen Freiburg aus – Zerrung in der Wade. Einziger Vorteil: Die vorzeitige Winterpause bekam seinem Fuß ganz gut. Zum Ende des Jahres konnte Junuzovic die Belastung schon wieder steigern, viele Läufe machen. „Ich bin gut drauf, kann vom ersten Tag hier richtig mitmachen.“

Das ist wichtig: Der neue Coach Florian Kohfeldt will der Mannschaft in Spanien noch mehr seinen Stempel aufdrücken. Dabei geht es auch um die Vergabe der Stammplätze. Junuzovic hat im Mittelfeld starke Konkurrenz. In der Mitte ist das Trio Philipp Bargfrede, Thomas Delaney und Maximilian Eggestein gesetzt. Bleibt eigentlich nur ein Platz auf den Außen, wo Junuzovic nicht so gerne spielt. Das hat er in der Vergangenheit oft genug betont. Jetzt macht er es nicht mehr: „Zentrum oder Außen – ich kann beide Aufgaben meistern.“

Der Österreicher will unbedingt auf dem Platz stehen, wenn Werder am 13. Januar gegen Hoffenheim in die Rückrunde startet. Es geht mal wieder um den Klassenerhalt. „Das kennen wir schon, das wird wieder hart – bis zum Schluss“, sagt Junuzovic: „Aber die Tendenz in den letzten Spielen war gut. Wir spielen Fußball, sind mutig, das müssen wir beibehalten.“ Dann klappt es mit dem Klassenerhalt – und vielleicht auch mit einem neuen Vertrag. „Ich habe immer gesagt, dass ich mir vorstellen kann, länger zu bleiben. Daran hat sich nichts geändert“, betont Junuzovic und verweist auf seine nun schon sechs Jahre bei Werder: „Eine lange Zeit, das spricht doch für sich.“ Das könnte aber auch dafür sprechen, die letzten Jahre der Karriere für eine neue Herausforderung oder ein neues Abenteuer zu nutzen. Da lacht Junuzovic, was soll er dazu nur sagen? Er flüchtet sich in die Professionalität: „Ich schaue jetzt auf meine Leistung und die Mannschaft. Das ist meine Pflicht.“

Trainingslager Tag 1

Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Knips
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz
Werder-Trainingslager Tag 1
Werder-Trainingslager Tag 1 © Gumz

Schon gelesen?

Flug verpasst: Sane muss doch zahlen

Baumann rechnet nicht mit schnellen Veränderungen: Doch keine Wintertransfers?

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare