Jiri Pavlenka (von links), Christian Groß und Anthony Jung sind über 30 Jahre alt, Niclas Füllkrug (rechts) ist es bald - welche Pläne Werder Bremen mit den Spielern hat.
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Jiri Pavlenka (von links), Christian Groß und Anthony Jung sind über 30 Jahre alt, Niclas Füllkrug (rechts) ist es bald - welche Pläne Werder Bremen mit den Spielern hat.

Welche Bedeutung Werders Ü30-Spieler haben

Werder Bremens Plan mit der Ü30-Fraktion: Gespräche mit Groß und Jung, Zuversicht bei Pavlenka und Füllkrug

Bremen – Gefühlt hat der SV Werder Bremen in dieser Saison eigentlich eine recht junge Mannschaft. Auch Clemens Fritz spricht als Leiter Profifußball von einem „relativ jungen Kader“. Doch die Statistik verortet Werder im Bundesliga-Ranking bei den eingesetzten Spielern mit einem Durchschnittsalter von 26,4 Jahren im unteren Drittel auf Platz 13. Der VfB Stuttgart stellt laut Transfermarkt.de das jüngste Team (23,6), der VfL Bochum das älteste (28,7). Die drei Ü30-Spieler Christian Groß (33), Anthony Jung (31) und Jiri Pavlenka (30) sowie der bald 30-jährige Niclas Füllkrug sind bei Werder mitverantwortlich für das hohe Durchschnittsalter. Wie wichtig sind diese Spieler für das Team, wie plant der Bundesligist eigentlich mit seiner Ü30-Fraktion?

„Es ist immer wichtig, ein paar erfahrene Spieler in der Mannschaft zu haben“, sagt Clemens Fritz und erklärt: „Es gibt gewisse Situationen, in denen Erfahrung extrem wichtig ist. Gerade in Phasen, in denen es mal nicht so gut läuft. Da können dann erfahrene Profis beruhigend auf die jüngeren Spieler einwirken.“ Als Ex-Profi kennt er beide Situationen. Zum Ende seiner Karriere war er dann als Kapitän des SV Werder Bremen bei der Betreuung der jüngeren Spieler sogar noch mehr gefordert. Und gleichzeitig ging es bei ihm selbst darum, wie lange er noch spielen will. „Das Entscheidende ist, dass du dich als Spieler gut fühlst und spürst, dass du dem Verein noch helfen kannst.“ Fritz hörte mit 36 Jahren auf, eine Saison später als ursprünglich geplant.

Werder Bremens Clemens Fritz über Ü30-Spieler: „Ist immer wichtig, ein paar erfahrene Spieler in der Mannschaft zu haben“

Wenn er jetzt mit Spielern über eine Vertragsverlängerung spricht, „dann spielt das Alter nicht die übergeordnete Rolle“, so Clemens Fritz, merkt aber auch an: „Die Vertragslaufzeit kann natürlich eine andere sein. Als Spieler denkst du, es geht noch, merkst dann aber doch, dass es in der einen oder anderen Situation schwieriger wird. Da muss man gucken, dass die Vertragslaufzeiten dem Alter angepasst werden.“ Vor allem muss natürlich die Leistungsfähigkeit stimmen, der Spieler einen Mehrwert für das Team haben – entweder als Stammspieler oder auch als zuverlässiger Backup für einen jüngeren Kollegen. Werder Bremens Ü30-Fraktion besteht aktuell nur aus Stammspielern, wodurch die Zukunftsfrage eigentlich schnell beantwortet werden dürfte. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht, wie jeder einzelne Fall zeigt:

Christian Groß: Mit 33 Jahren ist er der älteste Spieler im Kader – allerdings auch ein Spätzünder im Bundesliga-Geschäft. Erst mit 30 feierte der Sechser sein Debüt im deutschen Fußball-Oberhaus. „Es ist beeindruckend, welche Entwicklung er noch mal genommen hat in den letzten Jahren. Das hätten wohl die wenigsten erwartet“, schwärmt Clemens Fritz und urteilt: „Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit ihm und wissen auch um seine Bedeutung für die Mannschaft – auf und neben dem Platz.“ Der im Sommer auslaufende Vertrag wurde trotzdem noch nicht verlängert. „Wir müssen heute hier nicht die Entscheidung treffen. Es kommen noch einige Spiele bis zur Sommerpause“, sagt Fritz. Gespräche mit Christian Groß und dessen Berater habe es bereits gegeben, so Fritz, „wir werden uns im neuen Jahr zu gegebener Zeit hinsetzen“. Werder Bremen spielt offenbar auf Zeit, wenngleich Fritz betont: „Es kommt auch darauf an, was ,Grosso‘ will.“ Der hatte allerdings schon vor ein paar Wochen verkündet, dass er weitermachen möchte. 

Werder Bremen: Mehrere Erst- und Zweitligisten sollen ein Auge auf Christian Groß geworfen haben

Gut möglich, dass Werder Bremen überlegt, für die Sechser-Position einen neuen Spieler zu verpflichten, der dann in Konkurrenz zu Ilia Gruev (22) tritt. Aber wie lange wartet Christian Groß auf eine Entscheidung? Nach Informationen der DeichStube sollen mehrere Zweitligisten, aber auch Erstligisten ein Auge auf den gebürtigen Bremer geworfen haben. Denn erfahrene und zuverlässige Sechser, die auch in der Innenverteidigung aushelfen können, sind durchaus begehrt, um einen Kader möglichst breit aufzustellen.

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Anthony Jung: Schon vor Wochen gab es Gespräche, und es war eigentlich mit einer schnellen Einigung gerechnet worden. Doch die Sache zieht sich, dabei hatten beide Seiten erklärt, den im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern zu wollen. „Wir haben mit ihm und seiner Agentur gesprochen. Wir werden etwas verkünden, wenn es etwas zu verkünden gibt“, präsentiert sich Clemens Fritz ziemlich zugeknöpft. Auch in diesem Fall spielt Werder Bremen offenbar auf Zeit, was nicht ganz ungefährlich ist. Denn zuverlässige Linksverteidiger sind rar gesät. Und so einer ist Anthony Jung grundsätzlich. Der 31-Jährige, der in dieser Bundesliga-Saison nur einmal nicht in der Startelf stand, hat bei aller Konstanz leistungsmäßig aber etwas mehr Ausschläge nach unten als nach oben. Da kommt ein Verein vielleicht schon mal ins Grübeln, wenngleich die Kombination mit Jung und dem erst 21-jährigen Lee Buchanan als Herausforderer eigentlich keine ganz schlechte ist. Aber natürlich geht es auch immer darum, den Kader zu verbessern.

Jiri Pavlenka: Beim Keeper ist der Plan seit seiner Vertragsverlängerung im vergangenen Mai klar: Der 30-Jährige bleibt in den nächsten Spielzeiten die Nummer eins bei Werder Bremen. Auch in der Bundesliga ist der Tscheche wieder ein sicherer Rückhalt, was allerdings nicht alle so sehen. Und der „kicker“ führt den Bremer in seiner Noten-Rangliste für die ersten 15 Spieltage nur auf Rang 12 bei den Keepern – allerdings vor einem gewissen Manuel Neuer . . .

Vertrag von Niclas Füllkrug läuft bis 2025 – Werder Bremen beschäftigt sich nicht mit Abgang des Torjägers

Niclas Füllkrug: Am 9. Februar ist es soweit, dann tritt Niclas Füllkrug in den Club der 30er ein – das allerdings in der Form seines Lebens. Seit über einem Jahr produziert der Stürmer Tore am Fließband – und das zuletzt sogar bei der WM in Katar. Bei ihm muss sich Werder Bremen eher Gedanken machen, dass er nicht weggekauft wird. „Damit beschäftigen wir uns nicht. Klar ist: Wir planen fest mit ,Fülle‘, weil er sportlich und menschlich ein enorm wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft ist“, hat Clemens Fritz unlängst klargemacht. Nur gut, dass der 2023 auslaufende Vertrag im vergangenen Sommer bis 2025 verlängert worden ist, sonst hätte Niclas Füllkrug Werder nach der Saison ablösefrei verlassen können. (kni)

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