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Die Spieler des SV Werder Bremen sprinten mit Abstand am wenigsten in der Fußball-Bundesliga.

Kohfeldt will Thema im Winter angehen - mit Transfers?

Statistik zeigt: Werder Bremen zu langsam für die Bundesliga

Die Tabelle lügt nicht – und damit ist im Fall des SV Werder Bremen nicht allein die Bundesliga-Tabelle gemeint. Dort stehen die Bremer vor dem letzten Hinrunden-Spieltag am Samstag in Köln auf Rang 16, dem Relegationsplatz. Noch schlimmer sieht es in zwei Statistiken aus, die das ganze Dilemma in dieser Saison veranschaulichen: Werder ist zu langsam für die Liga!

Trainer Florian Kohfeldt kennt natürlich diese Problematik und will sich damit in der Winterpause gemeinsam mit Sportchef Frank Baumann beschäftigen – und das sehr wahrscheinlich auf dem Transfermarkt. Als er nach dem Mainz-Debakel darauf angesprochen wurde, dass die Gäste in puncto Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit auf allen Positionen überlegen gewesen seien, und ob dies Einfluss auf die Kaderplanung im Winter habe, antwortete der Coach: „Auch das werden wir besprechen.“

Werder Bremen-Statistik: Keine Mannschaft in der Bundesliga sprintet weniger

Die Mainzer wirkten nicht nur schneller, sie sprinteten auch viel häufiger. Am Ende stand es in dieser Bilanz 225:187. Und auch die Kategorie intensive Läufe entschieden die Rheinhessen mit 723:670 klar für sich. Noch deutlicher fiel der Unterschied beim Bremer 1:6-Debakel gegen den FC Bayern aus. Und auch bei der 0:1-Pleite gegen den SC Paderborn waren die Werder-Profis wesentlich seltener flott unterwegs als die Gegenspieler. Deshalb verwundert es nicht, dass die Bremer nach 16 Spieltagen in der Sprint-Statistik den letzten Platz belegen.

Und die Zahlen sind einfach gruselig. Bei Werder Bremen wurden in dieser Hinrunde bislang 2752 Sprints gezählt, bei Fortuna Düsseldorf – nur einen Platz davor – 3120. Was für ein Unterschied! Und der ist im Vergleich zu den Bayern schier unglaublich. Die Münchner haben 3868 Sprints auf ihrem Konto. Bei den intensiven Läufen sieht es für Werder kaum besser aus. Dort trägt zwar Fortuna Düsseldorf (9808) die Rote Laterne, aber dann kommt auf Platz 17 schon der SVW (9942). Ganz oben steht der VfL Wolfsburg (11929).

Warum ist Werder Bremen in den Lauf-Statistiken so schlecht?

Wie kommt das? Zum Teil liegt es sicherlich an der Spielweise. Werder will sich nach vorne kombinieren. Im Wissen, in Milot Rashica nur eine echte Rakete im Team zu haben und mit Nuri Sahin/Philipp Bargfrede als Sechser sowie Davy Klaassen und Maximilian Eggestein als Achter nicht das schnellste Mittelfeld zu besitzen, sollen Automatismen und eine gute Besetzung der Zwischenräume zum Erfolg führen. Dafür braucht es eine eingespielte Mannschaft und viel Selbstvertrauen. Durch das Verletzungspech konnte Kohfeldt keine Formation wirklich einspielen. Gerade in der Abwehr musste er immer wieder improvisieren – und das wirkt sich natürlich auch auf das Mittelfeld und den Angriff aus. Und mit den Misserfolgen schwand dann auch zusehends das Vertrauen in das eigene Spiel – der Totalschaden gegen Mainz war dabei die traurige Krönung.

„Das ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung“, sagte Kohfeldt als Einleitung, bevor er noch näher auf das Thema Tempo einging: „Es ist nunmal so, dass wir einen sehr schnellen Innenverteidiger verpflichtet haben, der seit einigen Monaten ausfällt: Ömer Toprak.“ Für den Angriff sei in Niclas Füllkrug „ein schneller und robuster Stürmer“ verpflichtet worden – und der fehlt schon seit September mit einem Kreuzbandriss.

Werder Bremen: Michael Gregoritsch und Nabil Bentaleb weiter heiße Kandidaten für einen Winter-Transfer

Kohfeldt verwies auch auf den Ausfall von Kevin Möhwald (Knieoperation), den er als „physischen Achter im Zentrum“ beschrieb. Und seit zwei Wochen fehle in Josh Sargent (Muskelfaserriss) „ein junger Spieler, der eine unglaubliche Robustheit mitbringt“, sagte der Coach und fügte noch an: „Natürlich würde uns Physis guttun, das ist doch überhaupt keine Frage. Aber es sind so viele Dinge zusammengekommen, die in einer Kaderplanung einfach nicht zu berücksichtigen waren.“

Im Winter ist das nun möglich, aber auch alles andere als einfach. Werder hat zwar durchaus noch finanzielle Möglichkeiten, aber gibt der Markt auch erfolgsversprechende Spieler her? Michael Gregoritsch (FC Augsburg) und Nabil Bentaleb (FC Schalke) bleiben weiterhin heiße Kandidaten. So oder so: Werder muss handeln, um wieder mehr Schwung ins Team zu bekommen. Toprak soll zwar Anfang Januar wieder zur Verfügung stehen, aber nach seiner langen Verletzungspause ist er alles andere als eine garantierte Soforthilfe. (kni)

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