Der SV Werder Bremen um Neu-Coach Markus Anfang startete am Samstagnachmittag in die Saisonvorbereitung.
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Der SV Werder Bremen um Neu-Coach Markus Anfang startete am Samstagnachmittag in die Saisonvorbereitung.

Werder startet in Saisonvorbereitung

Werder Bremen zurück auf dem Platz: Baumanns Versprechen und Anfangs Signal zum Trainings-Auftakt

Bremen – Die Mission „Wiederaufstieg“ begann bei Werder Bremen sehr pünktlich. Aber auch sehr unspektakulär. Um 15.00 Uhr war am Samstag das erste Training angesetzt, um Punkt 15.00 Uhr kam der neue Trainer Markus Anfang mit seinem noch sehr unfertigen Kader den Weg zum Stadion „Platz 11“ hinaufspaziert.

23 Spieler klackerten mit ihren Stollenschuhen über die Pflastersteine, doch nur für einen war dieses Konzert etwas völlig Neues: Anthony Jung feierte als bislang einzige Verpflichtung für die neue Saison in Liga zwei sein Trainingsdebüt bei Werder Bremen – dass außer dem 29-Jährigen kein anderer Transfer die Aufmerksamkeit der Fotografen und Kameraleute erregte, zeigt, was bei Werder vier Wochen nach dem Abstieg und fünf Wochen vor dem ersten Spieltag im Unterhaus das Problem ist: Es tut sich beim Umbau der Mannschaft nur sehr wenig.

Jedenfalls sind die erkennbaren Veränderungen extrem dezent. Jung als Neuer, dazu die Leih-Rückkehrer mit den promintentesten Vertretern Johannes Eggestein und Stefanos Kapino plus Perspektivspieler wie Abdenego Nankishi, Kebba Badjie, Yannik Engelhardt und Kyu-Hyun Park, die sich Trainer Anfang in den kommenden Tagen vorstellen dürfen – das sind die Komponenten, die derzeit noch reichen müssen, um Werder Bremen so etwas wie eine Erneuerung attestieren zu können. Doch es tut sich viel mehr, beteuerte Sportchef Frank Baumann am Rande des Trainingsplatzes. Einige Transfers stehen demnach kurz vor dem Abschluss – und zwar in beide Richtungen.

Frederik Aursnes vor Wechsel zu Werder Bremen?

Bis zum Trainingslager im Zillertal, das am 1. Juli beginnt, erwartet Baumann mehrere personelle Entscheidungen. „Ich glaube, dass wir in allen Mannschaftsteilen neue Gesichter sehen werden – also in Abwehr, Mittelfeld und Sturm.“ Dass der derzeit als Neuzugang gehandelte Norweger Fredrik Aursnes (Molde FK) zu diesen neuen Gesichtern zählen wird, will Baumann weder bestätigen noch dementieren: „Keine Namen.“

Nun weiß jeder, der mit der finanziellen Situation des SV Werder Bremen vertraut ist, dass Neuverpflichtungen nur möglich sind, wenn vorher Spieler verkauft wurden. Auch auf diesem Gebiet seien die Vorarbeiten geleistet, Abschlüsse sind demnächst zu erwarten, so Baumann: „Es gibt konkretes Interesse mehrerer Clubs an dem einen oder anderen Spieler. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten acht bis zehn Tagen bei den Abgängen etwas passiert.“ Muss auch, wenn Werder das selbstgesteckte Ziel, bis zum 30. Juni, dem Ende der Geschäftsjahres, noch einen Transferüberschuss von 9,4 Millionen Euro zu erzielen, erreichen will.

Marco Friedl und Josh Sargent bei Werder Bremen Top-Verkaufskandidaten

Aktuell gelten Josh Sargent (zu Eintracht Frankfurt?) und Marco Friedl als die Top-Verkaufskandidaten bei Werder Bremen. Beide fehlten am Samstag noch beim Trainingsauftakt und gehörten damit zur acht Mann starken Gruppe, die aktuell entweder noch die EM spielt oder aber nach Länderspieleinsätzen einen verlängerten Urlaub genießt. Wer von ihnen sonst noch zu Geld gemacht werden soll, ist offen. Ebenso unbekannt bleibt, wen Baumann angeblich schon zum Bleiben überredet hat. Nach eigener Aussage hat er sich gleich von mehreren Akteuren, die ihren Anteil am Abstieg hatten, das Okay geholt, dass sie definitiv mitarbeiten werden am Wiederaufstieg. „Es gibt sehr viele Spieler, die signalisiert haben, dass sie die Sache wieder gutmachen wollen“, sagt Baumann, bleibt Namen jedoch auch hier schuldig. Die betreffenden Spieler, so der 45-Jährige, sollen das lieber selbst verkünden.

Vielleicht sollte der Club bei diesem Outing jedoch ein bisschen nachhelfen, denn die eine oder andere positiv zu bewertende Nachricht könnten alle beim SV Werder Bremen gut gebrauchen. Bisher ist der Eindruck der, dass die Konkurrenz viel macht, bei Werder aber alles sehr lange dauert. Baumann beschwichtigt jedoch, sagt, dass die Bremer mit ihren „Planungen sehr weit“ seien. Die Umsetzung einiger dieser Pläne würde jetzt zeitnah folgen. Baumann: „Wir starten mit einer Mannschaft in die Vorbereitung, die sich noch verändern wird. Es war doch von vornherein klar, dass es unrealistisch ist, zu glauben, dass wir mit einem fertigen Kader in die Vorbereitung gehen.“

Markus Anfang startet zunächst zurückhaltend in seine erste Trainingseinheit bei Werder Bremen

So begrüßte Markus Anfang zwar teure Spieler wie Ömer Toprak, Niclas Füllkrug, Maximilian Eggestein, Johannes Eggestein sowie Leonardo Bittencourt zum ersten Training, wie lange er aber tatsächlich mit ihnen wird arbeiten können, ist völlig unklar. Anfang selbst startete zunächst zurückhaltend in seine erste Trainingseinheit als Werder-Coach. Etwas mehr als eine halbe Stunde schaute er sich das Geschehen auf dem Platz in Ruhe an. Das Aufwärmprogramm leitete Athletik-Coach Henrik Frach, die Ballgewöhnung dirigierten die Co-Trainer Florian Junge und Danijel Zenkovic – doch dann: erster Auftritt Markus Anfang. Er stoppte die 23 Spieler und erklärte gestenreich, warum er die Übung zur Spieleröffnung nicht so gut umgesetzt fand. „Kopf einschalten, Aufgabe drinhaben!“, forderte Anfang und machte damit gleich klar: Urlaub war gestern, jetzt geht‘s wieder los! Das war allerdings auch alles, was an Signalen vom ersten Trainingstag des SV Werder Bremen ausging. (csa)

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