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Mannschaftsarzt Dr. Philip Heitmann (l., mit Ludwig Augustinsson) und Physiotherapeut Florian Lauerer bekommen Unterstützung.

Schellhammer und Engelke

Zwei neue Medizinmänner für die „letzten Prozent“

Bremen - Der Analyseprozess hat seine Zeit gedauert, jetzt hat das Ergebnis Namen bekommen. Allgemeinmediziner Dr. Christoph Engelke und Physiotherapeut Uwe Schellhammer erweitern ab der kommenden Saison das Team, das für die medizinische Betreuung der Werder-Profis zuständig ist.

„Wir sind jetzt in diesem Bereich gut aufgestellt“, sagt Sportchef und Geschäftsführer Frank Baumann, für den die Erweiterung der Abteilung „Medizin“ noch ein Stück mehr Professionalität bedeutet. „Die Gesundheit unser Spieler ist für uns sehr wichtig. Sie kann im Wettbewerb mit anderen die letzten Prozente ausmachen.“ Logisch, kranke, verletzte und rekonvaleszente Spieler schießen schließlich keine Tore.

Nun ist es aber nicht so, dass der SV Werder in seiner internen Analyse aller Tätigkeitsfelder, die sich an die organisatorische Zusammenlegung von Profi-Abteilung und Leistungszentrum anschloss, einen signifikant hohen Krankenstand in der spielenden Belegschaft festgestellt hätte. Dennoch: Mehr Betreuung schien angeraten. „Wir haben gesehen, dass wir uns konzeptionell und personell besser aufstellen mussten“, so Baumann.

Schellhammer übernimmt leitende Funktion

In Uwe Schellhammer haben die Bremer in der vergangenen Woche den Chef-Physiotherapeuten des abgestiegen Nord-Rivalen Hamburger SV verpflichtet. Auch bei Werder wird der 50-Jährige „eine leitende Funktion“ übernehmen, sagt Baumann. Dr. Christoph Engelke (53), im „Hauptberuf“ Landarzt in Fischerhude, wird einmal pro Woche bei Werder vor Ort sein und sich in Absprache mit den Teamärzten Dr. Philip Heitmann und Dr. Daniel Hellermann um die internistischen und allgemeinmedizinischen Bereiche kümmern.

Baumann: „Das haben wir sonst mit einem Netzwerk aufgefangen. Wir wollen Dr. Engelke enger an die Mannschaft heranziehen.“ Mit den beiden „Neuverpflichtungen“ sei der Ausbau der medizinischen Abteilung für das Bundesliga-Team nun abgeschlossen, erklärt Sportchef Baumann.

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Frank Baumann: Seine Karriere in Bildern

Frank Baumann
Frank Baumann, 1975 in Würzburg geboren, wechselte 1991 in die Jugend des 1. FC Nürnberg. In der Saison 1994/1995 feierte er beim damaligen Zweitligisten sein Profi-Debüt. Mit den Franken stieg er 1998 in die Bundesliga auf... © imago
Frank Baumann
… 1999 im wohl dramatischsten Abstiegskrimi der Bundesliga-Geschichte aber wieder ab. Baumann hatte eine unrühmliche Nebenrolle, als er am letzten Spieltag kurz vor Schluss das leere Tor verfehlte. Nürnberg verlor 1:2 gegen den SC Freiburg. © imago
Frank Baumann
Nach dem Abstieg wechselte Baumann zum SV Werder Bremen – seinen zweiten und letzten Verein als aktiver Profi. Bei Werder sollte er zehn Jahre lang den unaufgeregten Part im defensiven Mittelfeld übernehmen. © Witters
Frank Baumann
Im Jahr 2000 wurde Baumann Mannschaftskapitän bei Werder. Als solcher war er beim größten Erfolg der Vereinsgeschichte mittendrin statt nur dabei: Er durfte beim Double 2004 Meisterschale und DFB-Pokal in die Höhe recken... © nordphoto
Frank Baumann
… und ließ sich beim Autokorso durch die Stadt gemeinsam mit Trainer Thomas Schaaf (l.) und Manager Klaus Allofs feiern. © imago
Frank Baumann
Danach war Werder Dauergast in der Champions League, spielte gegen einige der größten Mannschaften der Welt. 2009 führte er Werder außerdem ins Finale des Uefa-Cups (1:2 gegen Schachtjor Donezk). © imago
Frank Baumann
Auf dem Weg ins Endspiel gelang Baumann das wohl wichtigste Tor seiner Karriere, eines, das auf ewig einen Platz in der Vereinschronik haben wird. Der Kapitän traf im Halbfinal-Rückspiel gegen den HSV zum zwischenzeitlichen 3:1. Den „Assist“ verbuchte eine kleine weiße Papierkugel... © nordphoto
Frank Baumann
Das letzte Spiel seiner Karriere sollte nochmal ein echter Höhepunkt werden. Baumann spielte 2009 mit Werder im Finale des DFB-Pokals in Berlin – und schlug Bayer Leverkusen mit 1:0. Zum Ende der Laufbahn bekam Baumann noch einmal den großen goldenen Pott in die Hände. © nordphoto
Frank Baumann
Zwischen 1999 und 2005 spielte Baumann 28 Mal für die deutsche Nationalmannschaft (zwei Tore). Er wurde 2002 Vize-Weltmeister und nahm 2004 an der Europameisterschaft teil. © imago
Frank Baumann
Nur rund ein halbes Jahr nach dem Karriereende ernannte Werder Frank Baumann zum Ehrenspielführer – als erst siebtem Bremer überhaupt. © nordphoto
Frank Baumann
Baumann startete 2010 bei Werder eine Laufbahn im Management, zunächst als Assistent von Geschäftsführer Klaus Allofs, später als Direktor Profifußball und Scouting. Im Sommer 2015 hörte Baumann in der Position auf... © nordphoto
Frank Baumann
… kehrte aber nur etwa ein Jahr später zu seinem Club zurück: Nach der Entlassung von Thomas Eichin übernahm Baumann als Geschäftsführer Sport. © no rdphoto
Frank Baumann
In seiner Zeit als Sportchef verlängerte Baumann den Vertrag von Viktor Skripnik, musste den Trainer aber nach ganz schwachem Saisonstart in der Saison 2016/2017 entlassen. Später gab Baumann zu, dass die Vertragsverlängerung ein Fehler war. © nordphoto
Frank Baumann
Baumann benannte Alexander Nouri als Nachfolger. Der führte Werder aus dem Abstiegskampf fast noch bis nach Europa, den Start in die Saison 2017/2018 verpatzte aber auch er gründlich. Baumann entließ ihn nach elf Spieltagen ohne Sieg. © nordphoto
Florian Kohfeldt und Frank Baumann
Baumann beförderte U23-Coach Florian Kohfeldt zunächst zum Interims-, dann zum Cheftrainer. Kohfeldt schlug ein - und Baumann verlängerte seinen Vertrag. © gumzmedia
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