Clemens Fritz, Leiter der Scouting-Abteilung des SV Werder Bremen, im Interview
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Clemens Fritz, Leiter der Scouting-Abteilung des SV Werder Bremen, über den Transfer-Stand.

Transferphase endet am 5. Oktober

Scouting-Chef Fritz erklärt: So läuft die Sechser-Suche beim SV Werder Bremen

Bremen – Noch 13 Tage, dann schließt sich das Transferfenster. Der SV Werder Bremen rennt bei der Suche nach dem dringend benötigten Neuzugang fürs defensive Mittelfeld also langsam aber sicher die Zeit davon.

Per se würden knapp zwei Wochen zwar durchaus ausreichen, um einen neuen Mann unter Vertrag zu nehmen, Werders Problem ist aber, dass der Verein (noch) gar nicht handlungsfähig ist. „Aktuell können wir nichts machen“, erklärt Clemens Fritz, der Leiter Profifußball des SV Werder Bremen. Das Warten auf einen möglichst lukrativen Verkauf von Angreifer Milot Rashica und/oder womöglich eines anderen Leistungsträgers geht also weiter.

„Es kann auch sein, dass gar nichts mehr passiert“, sagt Fritz – und schiebt sofort hinterher: „Aber es ist ja noch ein bisschen Zeit.“ Das 1:4 gegen Hertha dürfte den Bremer Verantwortlichen am Wochenende noch einmal ebenso deutlich wie schmerzhaft vor Augen geführt haben, dass Handlungsbedarf besteht. Fritz, der bei Werder Bremen auch als Chef der Scouting-Abteilung fungiert, und seine Mitarbeiter haben längst potenziell passende Kandidaten für die Sechserposition ausfindig gemacht.

Werder Bremen-Transfers: „Wir sind vorbereitet“

Wöchentlich, so erklärt es der 39-Jährige, werde die Liste auf den neusten Stand gebracht. Ist ein neuer Kandidat aufgetaucht? Oder hat ein alter inzwischen woanders unterschrieben? „Wir sind vorbereitet, das ist ja auch unsere Aufgabe“, betont Fritz – und verrät: „Wir haben ein Schatten-Team, das wir regelmäßig updaten. Auf der einen Position sind es drei, vier Spieler, auf der anderen vielleicht auch sechs, sieben oder acht, die infrage kommen könnten.“ Eine Art Werder-Elf im Konjunktiv, wenn man so möchte. Damit es möglichst schnell gehen kann, wenn wieder Mittel zur Verfügung stehen sollten. „Für den Fall, dass wir nochmal handlungsfähig werden, ist es die Aufgabe der Scouting-Abteilung, eine Empfehlung auszusprechen“, sagt Fritz. „Ob es dann aber umsetzbar ist, ist wieder die nächste Frage.“

Werder Bremen-Transfers: SVW will nicht ins Risiko gehen

Klar ist: Ins Risiko will und wird Werder Bremen nach einem sportlich schlimmen Jahr und in Zeiten der Corona-Krise nicht gehen. „Wir müssen vernünftig haushalten“, sagt Fritz, dessen Verein durch die Pandemie bekanntlich mit 30 Millionen Euro Verlust kalkuliert. Deshalb gilt die Faustregel weiterhin: Erst verkaufen, dann einkaufen. Zwar könnte Werder theoretisch auch einen Kredit zur Zwischenfinanzierung eines neuen Spielers aufnehmen, der durch einen späteren Verkauf eines Leistungsträgers wie Milot Rashica gedeckt wäre. In diese Richtung scheinen sie am Osterdeich aber nicht zu planen. Sonst hätten sie es vermutlich längst umgesetzt. (dco)

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