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Für Trainer Florian Kohfeldt und Werders U23 beginnt am Samstag die neue Drittliga-Saison.

Es muss nicht nur der Klassenerhalt sein

Werders U23 startet selbstbewusst in die dritte Liga

Bremen - Während sich die Profis noch ein wenig gedulden müssen, startet die U23 des SV Werder Bremen am Samstag in die nächste Drittliga-Saison.

Nach dem letzten Testspiel ging es umgehend auf die Kartbahn – und Trainer Florian Kohfeldt erinnert sich durchaus mit gemischten Gefühlen an diesen Ausflug mit seiner U23 nach Bassum: „Zwischendurch habe ich schon mal gezweifelt, ob das die richtige Idee war. Aber es sind ja alle gesund geblieben.“ Seine Jungs hatten ordentlich aufs Gaspedal getreten – und eigentlich sollen sie das auch. Möglichst aber auf dem Rasen, wo Kohfeldt in der am Wochenende startenden Drittliga-Saison nicht zwangsläufig nur den Abstieg verhindern will.

„Vielleicht holt mich diese Aussage nach zehn Spieltagen wieder ein“, sagt Kohfeldt, „aber es muss ja kein Selbstverständnis sein, dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern werden.“ So war es nämlich in den vergangenen beiden Spielzeiten – und so wird das allenthalben auch von der letzten verbliebenen U23-Mannschaft in der dritten Liga erwartet. Mehr gehe halt nicht für einen Bundesliga-Nachwuchs in der vor Traditionsclubs fast platzenden dritten Liga, so der allgemeine Tenor. Kohfeldt könnte dem sogar einen reizvollen Tabellenplatz als Ziel entgegensetzen, aber das würde zu weit führen: „In erster Linie geht es für uns darum, Spieler auszubilden – möglichst natürlich für unsere Bundesliga-Mannschaft.“

Kohfeldt lobt Neuzugänge

Außerdem weiß der Coach auch nicht, wie sein Kader tatsächlich bestückt sein wird. Wer kommt zum Beispiel von den Profis runter? Wahrscheinlich Jesper Verlaat, vielleicht Ousman Manneh, der allerdings auch verliehen werden könnte. Niklas Schmidt wird es bei den Profis auch noch nicht schaffen. Eine Sonderrolle nimmt Levent Aycicek ein. Der 23-Jährige wurde nach seiner Ausleihe an Zweitligist 1860 München in die U23 abgeschoben und ist bislang vergeblich auf Clubsuche. „Er ist eine absolute Bereicherung für uns. So lange er da ist, wird er auch spielen“, sagt Kohfeldt. Das sei mit Sportchef Frank Baumann so abgesprochen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Aycicek sogar sein komplettes letztes Vertragsjahr in Bremen verbringt.

Von den Neuzugängen hebt Kohfeldt drei Spieler hervor: Marco Kaffenberger (Stuttgarter Kickers), Idrissa Toure (FC Schalke 04) und Dennis Rosin (FC St. Pauli). Kaffenberger wird nach einer Verletzung bis zum Ligastart am Samstag gegen Aufsteiger Unterhaching (14 Uhr, Platz 11) nicht rechtzeitig fit, ist danach aber ein heißer Kandidat für die Startelf. „Er ist sehr aggressiv, schnell und hat ein solides Passspiel“, sagt Kohfeldt über den 23-Jährigen.

Werders U23 in Zivil

Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt © Gumz
Idrissa Toure
Idrissa Toure © Gumz
Isaiah Young
Isaiah Young © Gumz
Jannes Vollert
Jannes Vollert © Gumz
Lars Bünning
Lars Bünning © Gumz
Levent Aycicek
Levent Aycicek © Gumz
Marc Pfitzner
Marc Pfitzner © Gumz
Melvin Krol
Melvin Krol © Gumz

Bei Toure gefällt dem Coach „die sehr große physische Präsenz. Er ist sehr laufstark und auf dem Weg, die richtigen Laufwege zu finden – manchmal ist das noch etwas wild.“ Der 19-Jährige versucht in Bremen einen Neustart, nachdem er von RB Leipzig aus disziplinarischen Gründen weggeschickt worden war und anschließend auf Schalke nicht glücklich geworden ist. Auch über Rosin (21) fällt Kohfeldt ein positives Urteil: „Er ist sehr spielintelligent, hält gut die Balance zwischen Defensive und Offensive und kann auch den letzten Pass spielen.“

Für den Coach war es ein besonderer Sommer. Erstmals bereitete er als Chef eine Mannschaft auf die Saison vor, nachdem er im Vorjahr erst am elften Spieltag die Nachfolge von Alexander Nouri angetreten hatte. „Es ist ein schönes Gefühl, seine eigenen Gedanken von Beginn an umsetzen zu können. Das gilt nicht nur für Training und Taktik, sondern zum Beispiel auch für Verhaltensweisen“, sagt Kohfeldt. Die Zusammenarbeit mit seinen Co-Trainern Mirko Votava, Thomas Horsch und Manuel Klon funktioniere bestens. Und die Kartbahn hat er auch überlebt, wie er lachend berichtet: „Ich bin gefahren, mehr gibt es dazu nicht zu sagen . . .“

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