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Der Bremer Torschütze zum 1:1 Janek Sternberg (2.v.l.) jubelt mit Levin Öztunali und Assani Lukimya (r).

Werder stürmt ins Viertelfinale

Mönchengladbach - In einem packenden Pokalfight gewinnt Werder Bremen bei Borussia Mönchengladbach und zieht nach sechs Jahren wieder ins Viertelfinale ein.

Borussia Mönchengladbach geht auf der Zielgeraden des Fußballjahres 2015 die Puste aus. Eine Woche nach dem Scheitern in der Champions League verpasste der Bundesligafünfte auch den Sprung ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Die wegen großer Verletzungssorgen mit dem letzten Aufgebot angetretenen Gladbacher unterlagen am Dienstag Werder Bremen in einem hochklassigen Pokal-Fight mit 3:4 (1:0) und mussten damit schon die dritte Niederlage nacheinander hinnehmen. Die zuvor in vier Pflichtspielen sieglosen Norddeutschen hingegen zogen erstmals nach sechs Jahren wieder in die Runde der letzten acht Teams ein.

Vor 53 106 Zuschauern im Borussia-Park schoss das Sturm-Duo Claudio Pizarro (75.) und Anthony Ujah (78.) in der Schlussphase den Sieg heraus. Zuvor hatten Janek Sternberg (52.) und Jannik Vestergaard (58.) die ersten beiden Bremer Treffer erzielt, die Gladbacher Tore markierten Lars Stindl (32.) und zweimal Branimir Hrgota (73. und 90.+3).

Erstmals seit 1984 - damals hatte es ein denkwürdiges 5:4 der Gladbacher auf dem Bökelberg gegeben - trafen beide Clubs im DFB-Pokal wieder aufeinander. Und auch diesmal war es ein packendes Duell auf Augenhöhe. Der Tabellen-14. Werder präsentierte sich keineswegs wie ein Abstiegskandidat und wusste das Gladbacher Offensivspiel gut zu unterbinden. Die Hanseaten, die hoch verteidigten und mutig nach vorne spielten, besaßen in der Anfangsphase sogar die deutlich besseren Tormöglichkeiten. Doch bei einer Doppelchance von Oldie Claudio Pizarro und Theodor Gebr Selassie (10.) war Borussia-Keeper Yann Sommer zweimal zur Stelle. Eine Minute später setzte Werder-Kapitän Clemens Fritz einen Schuss nur haarscharf neben den Pfosten.

Die Gladbacher kamen nur mühsam in die Partie - auch weil sich das Verletzungspech allmählich bemerkbar macht. Sieben Spieler fehlten der Mannschaft von Trainer André Schubert. Dabei ist mit Tony Jantschke, der beim 0:5 in Leverkusen als dritter Gladbacher Spieler in dieser Saison einen Kreuzbandriss erlitten hatte, auf längere Zeit nicht zu rechnen. Der Verteidiger wurde bereits operiert.

Die Noten zum Werder-Pokalsieg in Gladbach

werder bremen noten gladbach
Felix Wiedwald: Sehr stark gegen Raffael, als er lange stehen blieb und den Ball mit der Brust parierte (14.). Machtlos bei den Gegentoren. Aufmerksam gegen Hazard (65.). Note 2,5  © nph
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Theodor Gebre Selassie: Vorne ließ er eine gute Gelegenheit ungenutzt (10.), hinten hatte er Fabian Johnson weitgehend im Griff. Eine solide Partie. Note 3,5  © nph
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Jannik Vestergaard: Übler Stockfehler, aber der enteilte Raffael nutzte die Riesenchance nicht (14.). Auch danach mit Problemen im Aufbauspiel. Hinten räumte er jedoch fast alles ab. Bärenstark. Und dann traf er wieder gegen Gladbach – wie im August. Note 2,5  © nph
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Assani Lukimya: Zuletzt zwei Mal 90 Minuten auf der Bank, nun erhielt der Kongolese im Zentrum wieder den Vorzug vor Alejandro Galvez. Als Gladbach-Experte, denn beim 2:1 in der Bundesliga war Lukimya auch schon dabei. Beschränkte sich auf die Abwehrarbeit und ließ wenig anbrennen. Note 3  © nph
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Philipp Bargfrede: Giftig in den Zweikämpfen, oft erfolgreich gegen Xhaka oder Dahoud. Trieb das Bremer Spiel auch unermüdlich an. So ist er als „Sechser“ äußerst wertvoll. Note 2  © nph
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Clemens Fritz (bis 54.): Sein Linksschuss strich Millimeter am rechten Pfosten vorbei (11.). Störte Gladbach-Kapitän Granit Xhaka abwechselnd mit Bargfrede früh im Spielaufbau – und das sehr effektiv. Dahoud griff er vor dem 0:1 jedoch nicht an. Nach der Pause früh mit Oberschenkelproblemen (Pferdekuss) ausgewechselt. Note 3,5  © nph
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Janek Sternberg: Die größte Überraschung in der Startelf – erster Einsatz von Beginn an seit dem 1:3 gegen Dortmund am elften Bundesliga-Spieltag (31. Oktober). Danach nur noch ein Mal eingewechselt, ansonsten außen vor. Diesmal plötzlich erste Wahl als Linksverteidiger statt Santiago Garcia. Keinesfalls zurückhaltend in der Offensive und ordentlich in der Defensive, meistens gegen Hazard. Dann mit trockenem Linksschuss ins lange Eck Schütze des Ausgleichs (51.) – sein Premierentreffer als Werder-Profi. Note 2  © nph
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Levin Öztunali: Sein dritter Startelf-Einsatz in Folge. Starker Flankenlauf über rechts (22.). Tolle Vorarbeit zu Pizarros 3:2 (75.). Danach wie aufgedreht. Insgesamt sehr engagiert, empfahl sich durchaus für weitere Einsätze. Note 2,5  © nph
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Florian Grillitsch (bis 88.): Im linken Mittelfeld zunächst längst nicht so auffällig wie zuletzt. Wechselte auch mal mit Öztunali die Seiten. Seine Standards brachten nichts ein – bis zur 58. Minute, als er einen Freistoß von halbrechts listig direkt aufs Tor drehte und das 2:1 erzwang. Legte auch noch Ujahs 4:2 auf. Note 2,5  © nph
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Claudio Pizarro: Zum dritten Mal in dieser Saison von Anfang an dabei und mit der ersten guten Chance. Scheiterte an Gladbach-Keeper Yann Sommer (10.). Forderte viele Bälle, verlor in der ersten Halbzeit aber auch viele. Die Schnelligkeits-Defizite des 37-Jährigen waren unübersehbar, doch das machte er mit Cleverness wett. Klug sein Pass auf Sternberg vor dem 1:1. Und dann stand der „alte Fuchs“ da, wo er stehen muss – und vollstreckte zum 3:2. Eine vorzügliche zweite Hälfte des Peruaners, auch als Leitwolf. Note 2  © nph
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Anthony Ujah (bis 79.): Oft Kopfball-Verlängerer bei langen Bällen, ansonsten kaum zu sehen – bis er eiskalt zum entscheidenden 4:2 traf (79.). Direkt danach ausgewechselt. Note 3,5  © nph
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Ulisses Garcia (ab 54.): Gelbe Karte wegen eines taktischen Fouls (71.), dann der Ballverlust vor dem 2:2. Ein recht unglückliches Comeback des Schweizers. Note 4  © nph
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Felix Kroos (ab 79.): Half in der Schlussphase, die Führung zu verteidigen. Note -  © nph
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Santiago Garcia (ab 88.): Nur ein Kurzeinsatz. Note -  © nph

Die erste Chance der Gastgeber hatte der Brasilianer Raffael, der allein auf Schlussmann Felix Wiedwald zulief und vergab (14.). Danach war im Gladbacher Spiel viel Leerlauf. Das Kombinationsspiel funktionierte nicht wie gewohnt - zumindest bis zur 32. Minute: Dann ging es schnell, zu schnell für die Bremer. Über Mahmoud Dahoud und Thorgan Hazard gelangte der Ball zu Stindl, der einschoss und bereits sein viertes Tor im laufenden Pokal-Wettbewerb erzielte. Bis zum Pausenpfiff gab es weitere gute Gelegenheiten der Gladbacher durch Hazard (40.) und Raffael (44.).

Werder gewinnt Pokalfight in Gladbach

Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Pokal
Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Pokal
Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © nph
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Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach.
Werder Bremen gewinnt in einem packenden Pokalfight mit 4:3 gegen Borussia Mönchengladbach.  © dpa
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Nach dem Seitenwechsel setzte Werder ganz auf Offensive - und wurde belohnt. Innerhalb von sieben Minuten drehten die Gäste das Spiel. Erst setzte Sternberg einen Schuss aus halblinker Position ins lange Eck, dann traf Vestergaard aus kurzer Entfernung. Zuvor hatte Sommer einen Freistoß von Florian Grillitsch noch an den Pfosten gelenkt.

Auf der Gegenseite avancierte dagegen Hazard fast schon zur tragischen Figur. Erst traf er den Innenpfosten (57.), danach verfehlte er zwei weitere Male in aussichtsreicher Position das Ziel (59. und 65.). Gladbacher kam durch den eingewechselten Hrgota nochmal zurück ins Spiel (73.), die Freude währte aber nur kurz. Pizarro traf aus sechs Metern nach feinem Zuspiel von Levan Öztunali (75.), drei Minuten später setzte sich Ujah gekonnt im Strafraum durch. Das Gladbacher Anschlusstor durch Hrgota kam zu spät. dpa

Statistik

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 3:4 (1:0)

Mönchengladbach: Sommer - Korb (88. Elvedi), Christensen, Nordtveit, Wendt - Dahoud (63. Hrgota), Xhaka - Hazard (88. Drmic), Johnson - Stindl, Raffael. - Trainer: Schubert

Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Lukimya, Vestergaard, Sternberg - Fritz (54. Ulisses Garcia), Bargfrede - Öztunali, Grillitsch (88. Santiago Garcia) - Pizarro, Ujah (79. Kroos). - Trainer: Skripnik

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

Tore: 1:0 Stindl (32.), 1:1 Sternberg (52.), 1:2 Vestergaard (58.), 2:2 Hrgota (74.), 2:3 Pizarro (75.), 2:4 Ujah (78.), 3:4 Hrgota (90.+3)

Zuschauer: 53.106

Gelbe Karten: Dahoud, Stindl - Ulisses Garcia

sid

Quelle: kreiszeitung.de

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